„Korn“-Gitarrist Brian Welch steigt aus: Nach der Wut kommt die Freude

„Korn“ müssen in Zukunft mit einem Mitglied weniger auskommen: Kürzlich ist Gitarrist Brian Welch Christ geworden. Seine neue Überzeugung lasse keine Zusammenarbeit mit der Band mehr zu. Aber sie trennen sich im Frieden. „Korn“ wünscht ihrem scheidenden Gitarristen Glück auf seiner spirituellen Reise.

Brian “Head” Welch, Gitarrist der erfolgreichen Crossover-Band „Korn“, hat dem „Gothrock“ den Rücken gekehrt, um sein Glück im Glauben an Jesus Christus zu praktizieren. Die aggressiven Texte der Band passten nicht mehr zu seiner neuen Überzeugung. Auf der Homepage der Band ist zu lesen: „Korn hat sich von dem Gitarristen Brian Welch getrennt, der Jesus Christus den Herrn zu seinem Retter bestimmt hat und seine Musik in Zukunft in dessen Dienste stellen will.“

„Korn“ respektiert Brians Wunsch und hofft, dass er das Glück findet, nach dem er sucht. Man habe Verständnis für seine Entscheidung und bleibe befreundet.

Sein Weg in den christlichen Glauben hatte scheinbar viel mit seiner Abhängigkeit zu tun, er nahm Meth, ein Amphetamin. Brian Welch hat sich inzwischen zwei neue Tatoos zugelegt, im Nacken liess er sich Matthäus 11,28 eingravieren. Dieser Vers lautet ausgeschrieben: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ Auf der Faust kam das Tatoo "Jesus".

„Rock and Roll Kirchen“ bauen

Brian Welch unternimmt zurzeit mit einem Pastor eine Reise nach Israel zum Jordan. In diesem Fluss will er sich als Christ taufen lassen. Nach dieser Reise plant Welch eine Solo-Karriere zu starten. Seine neuen Lieder werden über die Erfahrungen als Christ handeln. Das Geld, das er einnehmen wird, kommt Stiftungen und dem Plan des "Valley Bible Fellowship" in ganz Amerika "Rock and Roll Kirchen" zu bauen, zu gute. "Jeden Dollar den ich verdiene, geht zurück an die Leute. Auf eine positive Art, versuche ich die Welt etwas zu verändern, oder ich werde beim Versuch daran sterben.“

Brian Welch wollte auch die anderen „Korn“-Mitgleider dazu überreden, mit in eine Kirche zu kommen, hatte aber keinen Erfolg damit. Er bezeichnet sie allerdings immer noch als seine besten Freunde: „Ich will der Band nicht schaden und ich liebe meine Freunde.“

„All das war so geschmacklos“

Eine knappe Woche nach seinem Ausstieg sprach Korn-Gitarrist Brian Welch mit den MTV über die Gründe: „Ich liebe jeden einzelnen in der Band. Ich hatte immer total Angst, die Band zu verlassen. Es macht mich traurig, zu wissen, dass ich den Jungs sehr weh getan habe. Aber schon die letzten anderthalb Jahre, hab ich mit dem Gedanken gespielt, zu gehen, doch die anderen haben mich immer dazu überredet, noch zu bleiben“, so Welch, „aber ich hatte ein Problem mit dem, wie sich die Dinge seit der zweiten Platte entwickelt haben. Ich habe mir zwar immer gesagt: 'Oh, das ist Metal, das ist das Leben des Rock 'n' Roll', aber tief im Inneren, ging mir das alles immer ein bisschen zu weit. All das war so geschmacklos.“

Den Fans einen andern Weg zeigen

Insbesondere die ständige Jagd nach Dollarnoten, haben Welch das Leben als Rockstar gründlich verdorben. Für ihn stehen andere Werte im Vordergrund – wie beispielsweise das Wohl seiner sechsjährigen Tochter: „Ich bin ein alleinerziehender Vater. Natürlich waren meine Kollegen immer sehr kulant, was das anbelangt. Sie sagten immer: 'Hey, nimm die Kleine mit auf Tour. Wir kümmern uns um sie, aber da ist einfach kein Platz für eine Sechsjährige.“

Brian Welch hat jahrelang seine Wut durch die Musik ausgedrückt. Nun hofft er, dass er einige seiner Fans zu Jesus führen kann. Welch: „Es liegt mir sehr am Herzen alles zu erklären. Wut ist eine gute Sache und es ist toll, wenn die Fans Korn hören. Aber nach der Wut kommt die Freude. Ich werde durch meine Taten zeigen, wie sehr ich meine Fans liebe."

Quellen: MTV/Homepage Korn/Livenet

Datum: 02.03.2005
Autor: Bruno Graber

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