Pastor spendet 125.000 Euro

Im Auftrag Gottes in die Quizsendung

Ein Pastor spendet den grössten Teil seines Gewinns bei «Wer wird Millionär?» einer bedürftigen Familie. Bevor er sich Günther Jauchs Fragen stellte, habe er seinen Auftritt Gott gewidmet, sagt Alfred Mignon.

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Pastor Alfred Mignon spendet Gewinn einer bedürftigen Familie.
Ein evangelischer Pastor aus Bayern hat in der RTL-Sendung «Wer wird Millionär?» 125.000 Euro gewonnen – und spendet fast alles einer bedürftigen Familie. Der 61 Jahre alte Alfred Mignon aus Otterfing bei München spielte in der Sendung für die Familie eine Freundes, die auf einem erdrückenden Schuldenberg sitzt. Wie die «Bild»-Zeitung berichtete, will der Methodisten-Pastor Mignon insgesamt 110.000 Euro zur Verfügung stellen.

«Hilf der Familie»

Bevor er sich Günther Jauchs Fragen stellte, habe er seinen Auftritt Gott gewidmet, sagte Mignon. «Gott – wenn Du willst, dass der Familie geholfen wird, dann hilf mir jetzt!» habe er vor der Sendung gebetet.

Mignon hatte sich als Kandidat bei der Quizsendung allein deshalb mehrfach beworben, weil er die neunköpfige Familie aus der methodistischen Friedenskirchengemeinde in München unterstützen wollte. «Mir war klar: Ich kann mich nicht nur um das geistige Wohl dieser Familie kümmern, sondern ich muss ihnen auch praktisch helfen», sagte der Theologe mit dem weissen Vollbart.

Die Familie mit sieben Kindern aus verschiedenen Beziehungen der Eltern sei durch «eigenen Leichtsinn und fieses Verhalten von Kollegen» des Vaters in die Schulden geraten, berichtete Mignon in der Sendung. Der Musiker habe sich mit seinem gesamten Geld in einem Ensemble engagiert und sei dann hinausgedrängt worden. «Erst müssen die Schulden weg, und dann will ich ihm helfen sich zu rehabilitieren», sagte der Pastor.

Glaubensvorrat aufgebraucht

Seine Frau Eva-Maria habe ihn bei seiner Bewerbung unterstützt, berichtete Mignon: «Sie hat die Idee vorangetrieben, weil sie der Familie helfen wollte.» Auf dem Rate-Stuhl sei er von Gott durch die Fragen geführt worden. Auch bei der 500.000-Euro-Frage habe er eine Ahnung gehabt, aber «sein Glaubensvorrat sei aufgebraucht gewesen».

«Leider war die Angst, alles zu verlieren, grösser als mein Glaube», sagte der gebürtige Baden-Württemberger, der auch Pastor in Karlsruhe, Neuenbürg und Siegen war. Dabei lag Mignon mit seiner Vermutung richtig, dass es Christopher Lee war, der in den Filmreihen «Star Wars» und «Herr der Ringe» ebenso wie bei «James Bond» auftrat.

Familie überglücklich

Während Pastor Mignon rückblickend seine Entscheidung gegen das Weiterspielen ein Stück weit bedauert, ist die beschenkte Familie nach Schilderungen des Familienvaters Jürgen Gröblehner überglücklich. «Ich bin Alfred so dankbar. Er hat unsere Existenz gerettet», zitiert die «Bild am Sonntag» den 48-Jährigen.

Unterdessen denkt Mignon nach seinem Erfolg bei «Wer wird Millionär?» darüber nach, sich noch einmal zu bewerben – dieses Mal für die Sendung «5 gegen Jauch». Denn auch ein Bildungsprojekt in Brasilien benötige Spenden.

Reich ist wer Gott hat

Für den Pastor der Freikirche, der nur halb soviel Geld verdient wie ein Kollege in einer Landeskirche, ist klar: «Die Menge meines Vermögens entscheidet nicht über meinen tatsächlichen Reichtum. Wirklich reich bin ich nur, wenn ich Gott habe.»

Dass seine grosszügige Spende an die Familie laut «Bild»-Zeitung einzigartig in der elfjährigen Geschichte der Sendung ist, verwundert den Pastor. «Normalerweise sollte ein solches Verhalten auch normal sein», sagt er. Manche hätten ihn nun allerdings auch für verrückt erklärt, so viel Geld wegzugeben, «Aber ich sage, das Geld habe ich nie gehabt. Ich bin nur Auftragnehmer, ich erfülle nur meine Aufgabe. Das geht über mein Konto, aber nicht durch mein Herz.»

Datum: 09.05.2011
Quelle: epd / Bild / Livenet

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