Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe

«Ich konnte nicht aufhören zu lügen»

Nicole Joyce Maronna glaubt, durch Lügengeschichten interessanter zu sein und endlich Anerkennung zu finden. Bald kann sie nicht mehr aufhören zu lügen, doch immer wieder fliegt sie auf. Dann träumt sie plötzlich von Jesus...

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Nicole Joyce Maronna entschied sich nach einem Traum für ein Leben mit Jesus.
Schon als Kind fühlte ich mich minderwertig. Ich hatte vier Geschwister und bekam daheim nicht die Aufmerksamkeit, die ich brauchte. Ich fühlte mich wie ein Schattenkind. In der Schule eckte ich an. Damals begann ich zu lügen. Ich glaubte, liebenswerter und interessanter zu sein, wenn ich irgendwelche Geschichten erfand. In der Schule erzählte ich, dass wir einen Bauernhof mit vielen Tieren haben, aber eigentlich wohnten wir in einer Sozialwohnung und mein Vater war arbeitslos. Natürlich flog jede Lüge nach einer Weile auf; danach wurde ich noch mehr ausgegrenzt und abgelehnt. Es war schwer. Doch aus meinen Fehlern lernte ich nicht. Und Lügen wurden meine ständigen Begleiter.

Verstrickt im Netz der Lügen

Als Jugendliche wurde ich immer extremer. Einmal bekam ich mit, wie eine Klassenkameradin in Ohnmacht fiel und sich alles um sie drehte. Ich sehnte mich so nach Aufmerksamkeit, dass ich anfing, Krankheiten zu erfinden. Ich studierte Krankheitsbilder und Symptome und ging dann ins Krankenhaus und spielte allen etwas vor. Oft merkte niemand, dass ich gar nicht krank war. Einmal lag ich sogar mit Verdacht auf Blutungen im Magen-Darm-Trakt auf der Intensivstation. Aber immer, bevor herauskam, dass ich eigentlich gesund bin, entliess ich mich selbst. Ich hatte schreckliche Angst davor, als Betrügerin entlarvt zu werden. Doch aufhören zu lügen, konnte ich nicht.

Immer wenn ich aufflog, ritzte ich mich. Ich wollte mich selbst spüren und den Schmerz und die Einsamkeit in mir vergessen. Gleichzeitig wurden meine Lügen immer krasser. Wenn ich mal wegen Kopfschmerzen nicht in die Arbeit ging, griff ich tiefer in die Trick-Kiste und liess mir einen Autounfall oder einen Todesfall in der Familie einfallen. Aber weil man Lügen auf Dauer nicht aufrecht erhalten kann, musste ich öfter den Arbeitgeber wechseln. Ich wusste sehr wohl, dass meine Lügengeschichten alles schlimmer machen, aber es war wie eine Sucht. Ich dachte, nur so komme ich mit Menschen in Kontakt, bekomme Aufmerksamkeit, werde geliebt und gemocht.

Sehnsucht nach Liebe  

Immer wieder zog ich durch die Nachtclubs. Ich hoffte, dass ein Mann die Leere in mir füllen könnte. Mit 19 fand ich einen festen Freund, doch auch er konnte mir nicht geben, wonach ich mich sehnte. Meine Hoffnung, endlich geliebt und angenommen zu werden, konnte er nicht erfüllen. Wir sahen uns nur einmal in der Woche und ich fühlte mich in der Zeit sehr allein gelassen und wurde immer depressiver.

Eines Abends war ich so verzweifelt, dass ich Gott bat, mein Leben zu beenden. Ich konnte es nicht länger ertragen. Ich schluckte mehrere Schlaftabletten und schlief weinend ein. Doch dann hatte ich einen unglaublichen Traum, der alles veränderte.

Ein wundersamer Traum

Im Traum wurde alles um mich ganz hell. Dann sah ich Jesus, es gab keinen Zweifel, dass er es war. Er kam mit vollkommener Liebe und Annahme auf mich zu und umarmte mich innig, wie ein Vater sein Kind. Bei ihm fühlte ich mich so geborgen. Als ich aufwachte, war ich erfüllt von Hoffnung und Liebe. Der dunkle Schleier, der über mir gelegen hatte, war einfach weg. Von da an konnte ich mein Leben mit anderen Augen sehen. Ich hatte plötzlich Hoffnung und Zuversicht. Ich wusste, Gott liebt mich. Er gibt mir alles, was ich brauche, und ich wusste, dass ich es schaffen kann, ohne Lügen zu leben. Die Hoffnung, die mich an diesem Morgen erfüllte, war unbeschreiblich.

Leben mit Jesus

Nach diesem Traum entschied ich mich, mein Leben in Gottes Hand zu legen. Ich machte Schluss mit meinem Freund und machte ganze Sache mit Jesus. Mit seiner Hilfe trat ich aus dem Dunkel der Lügen ins Licht der Wahrheit. Schritt für Schritt lernte ich, den Lehrern und Mitschülern zu vergeben, und wurde innerlich heil. Zu wissen: Gott liebt mich, ich bin gut genug, hat mein Herz verändert. Ich habe es nicht mehr nötig, zu lügen.

Mein Leben lang habe ich mich nach Liebe und Geborgenheit gesehnt. Gott hat meine Sehnsucht gestillt, wie es niemand sonst gekonnt hätte. Ich bin der lebende Beweis, dass es Hoffnung in der dunkelsten Lebensphase gibt und das Jesus alles neu macht.  

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Datum: 02.12.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / ERF Medien

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