Frei von Essstörungen

Wert und Annahme durch Jesus

Von klein auf fühlt sich Kathi Sandhofer abgelehnt und wertlos. Sie flüchtet sich in eine extreme Kontrolle ihres Essverhaltens. Doch das wird zur Sucht. Als sie Jesus kennenlernt, findet sie endlich Wert und wird frei von den Essstörungen.

Zoom
Kathi Sandhofer wurde durch Jesus von Esstörungen befreit.
Als mein Zwillingsbruder und ich auf die Welt kamen, war die Freude gedämpft durch grosse Existenzängste. Es gab mit einem Mal vier hungrige Mäuler zu stopfen. Von klein auf fühlte ich mich unerwünscht und stand unter dem Druck, es allen recht zu machen. Wenn es bei uns daheim aber nicht gut lief, gab ich mir die Schuld. Wäre ich doch bloss nicht geboren...

Wir wurden katholisch erzogen und gingen oft zur Kirche, doch für mich war das nur religiöse Tradition. Gott war für mich nicht greifbar.

Weil ich mich so sehr nach Liebe und Annahme sehnte, liess ich mich früh auf Beziehungen ein. Ich hoffte, dadurch endlich geliebt zu werden. Doch statt erfüllt, fühlte ich mich nun auch noch beschmutzt und noch wertloser als zuvor. Die Schuld dafür gab ich mir selbst. Denn eigentlich dürfte ich ja gar nicht auf der Welt sein.  

Kontrolle als Mittel gegen Minderwertigkeitsgefühle

Je älter ich wurde, desto wertloser fühlte ich mich. Ich versuchte, die Niedergeschlagenheit durch Alkohol und Partys oder durch Schmerzmittel zu betäuben. Und ich entwickelte ein gestörtes Essverhalten. Hier konnte ich endlich etwas kontrollieren, das gab mir Macht.

Nach der Schule zog ich allein nach Wien und mein Essverhalten wurde extremer. Ich beschäftigte mich nur noch damit, wann und was ich esse. Zwischendurch bekam ich extreme Fressattacken und um alles wieder zu verbrennen und um noch dünner zu werden, trieb ich viel Sport. Ich wurde immer dünner, aber fühlte mich als würde ich immer dicker werden.

Eine Zeit lang gab mir die Kontrolle über mein Gewicht eine gewisse Sicherheit. Doch dann verliebte ich mich und das brachte alles durcheinander. Ich bekam starke Fressattacken  und nahm extrem zu. Durch die Gefühle verlor ich meine Sicherheit. Ich konnte das nicht kontrollieren, hatte das nicht im Griff, ich konnte damit nicht umgehen. Also beendete ich die Beziehung und hoffte, in meine Routine zurückzufinden. Stattdessen bekam ich aber Depressionen. Ich musste zugeben, dass mein Leben eine Katastrophe war.

Ist da noch mehr?

Ich war ziemlich verzweifelt und wusste nicht, wie ich weiterleben sollte. Aber dann wunderte ich mich, dass ich trotz meiner Essstörungen, trotz meiner extremen Partys und dem vielen Alkohol immer noch da war. Irgendwie sollte das wohl so sein. Mit einem Mal kam mir der Gedanke, dass es da noch etwas anderes geben muss. Von da an war ich auf der Suche.

Ich erinnerte mich an die Gebete aus meiner Kindheit und fing an, immer wieder mal mit Gott zu sprechen. Zu Besuch bei meinen Eltern, entdeckte ich eine christliche CD, die mich tief berührte. Es war ganz ruhige Musik, aber da schwang Hoffnung und Geborgenheit mit. Die Texte gingen darum, dass da einer ist, der Schutz und Frieden gibt.

Kurz darauf traf ich alte Bekannte, die mich zu einem Bibel-Abend einlud. Dort fühlte ich mich zum ersten Mal richtig angenommen. Ich fing an, die Bibel zu lesen und regelmässig zu beten. Und Schritt für Schritt konnte ich glauben, dass Gott real ist.

Entscheidung für Gott

Schliesslich bat ich Jesus, in mein Leben zu kommen. Und dieser Moment hat echt was verändert. Ich hatte zuvor das Gefühl, dass mein Herz versteinert ist, völlig gefühlslos. Und mit einem Mal wurde es warm. Eigentlich richtig heiss, fast an der Grenze zu schmerzhaft. Es war als würden immer mehr Ketten gelöst. Als würde Jesus kommen, die Ketten sprengen und mich neu machen. Ich fühlte mich so frei.

Schritt für Schritt wurde auch mein Essverhalten immer normaler. Das ging nicht sofort. Aber ich wusste, ich bin auf dem richtigen Weg und werde es schaffen. Mit Jesus kam immer mehr Freude in mein Leben. Nach ein paar Monaten dachte ich nur: Wow, das ist dein Leben! Das ist echt lebenswert! Natürlich ist nicht immer alles super. Aber in mir ist eine konstante Zufriedenheit.

Durch Jesus habe ich meinen Wert erkannt und gelernt, mich endlich selbst anzunehmen. Gott kennenzulernen, der mich immer wollte und mich bedingungslos liebt, das hat viel für mich verändert. Diese Liebe, die ich kennenlernen durfte, ist so viel grösser als sie mir jemals ein Mensch geben könnte. Ich habe erlebt, dass Jesus befreien kann, egal von was. Ich weiss, dass Gottes Liebe für mich ewig ist. Gibt es etwas Schöneres?

Hier erzählt Kathi Sandhofer ausführlich ihre Geschichte (ein Beitrag CBN-Deutschland, Autoren Sabine und Vikram Bhandari):

Diese Geschichte wurde mit freundlicher Genehmigung von CBN Deutschland veröffentlicht.

Zum Thema:
Von Klein an allein: In Gott habe ich endlich meine Heimat gefunden
Kampf gegen Bulimie: «Das Schlimmste war der Ekel vor mir selbst»
Tabea Germann: «Ich bin dankbar für die dunklen Zeiten»

Datum: 19.12.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch / cbndeutschland.org

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