Antike Zeugnisse der Eroberung Jerusalems entdeckt
In Jerusalem sind archäologische Zeugnisse aus der Zeit der Eroberung durch die Römer im Jahr 70 ans Licht gekommen. Forscher stellten ein römisches Schwert vor, das in einem Wasserkanal zwischen der sogenannten Davidsstadt und der Klagemauer südlich der heutigen Altstadt gefunden wurde.
Menora-Darstellung auf einem antiken Fund in Jerusalem (Bild: Israelische Antikenbehörde)
Bei den Ausgrabungen entdeckten die Wissenschaftler zudem einen Stein, in den das seltene Motiv des Leuchters aus dem Jerusalemer Tempel eingeritzt war.
Das knapp 60 Zentimeter lange und ungewöhnlich gut erhaltene Schwert
stammt nach Ansicht der Forscher aus der Zeit vom Beginn des jüdischen
Aufstands gegen die Römer im Jahr 66. Es steckte in einer ledernen
Scheide. Nach Angaben des Ausgrabungsleiters Eli Schukron handelte es
sich bei dem Träger der Waffe vermutlich um einen römischen
Infanteristen, dessen Garnison während des Aufstands in der Gegend
stationiert war.
Als archäologisch bedeutsam bezeichneten die
Forscher auch die Steinritzung der sogenannten Menora. Entgegen der
biblischen Beschreibung und anderen historischen Abbildungen zeigt die
aufgefundene Leuchter-Darstellung nur fünf statt sieben Arme.
Die
Wissenschaftler äusserten die Vermutung, dass es sich um die Zeichnung
eines Augenzeugen handle, der seiner Begeisterung für den Tempelleuchter
durch die Skizze auf dem Stein Ausdruck verliehen habe.
Israelische
Archäologen von der Universität Haifa hatten den rund 2.000 Jahre alten
Entwässerungskanal 2007 entdeckt. Ihrer Einschätzung nach diente er
Juden während der römischen Eroberung und der Zerstörung des Tempels im
Jahr 70 auch als Fluchtweg. Der Tunnel soll binnen eines Jahres der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
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