Der Unterschied in der Erbsubstanz zwischen Schimpansen und Menschen

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Zürich. Forscher der Harvard Medical School haben ein Gen identifiziert, das, wie sie behaupten, die Einzigartigkeit der Menschen erklären könnte. Das Gen namens Tre2, erstmals identifiziert durch das Human Genom Projekt, besitzen neben Menschen und Menschenaffen keine anderen Säuger. Ob das Gen überhaupt eine Rolle bei der Ausstattung der menschen-spezifisichen Eigenschaften spielt, sollen weitere Vergleich mit anderen Primaten-Genomen zeigen.

Andere Unterschiede zwischen Schimpansen und Menschen sind jedoch bemerkenswert. Roy Britten hat in den Proceedings of the National Academy of Science USA eine neue Studie veröffentlicht, die sich mit dem Unterschied im Genom zwischen Affe und Mensch befasst. Bisher wurde bekannt, dass dieser zwischen 1,5 und 2 % sei, sodass es eigentlich nahe liege, den Affen als Vorfahren des Menschen zu betrachten. Britten fand nun jedoch dass der Unterschied nahezu 5 % ist, wenn man auch Insertionen (Einfügungen) und Deletionen (Löschungen) berücksichtigt.

Je nachdem, was man betrachtet, werden die beobachteten Unterschiede grösser oder kleiner. Bisher hat man nur die Substitutionen (ersetzen eines Buchstabens durch einen anderen) berücksichtigt. Britten fand, dass eine viel grössere Zahl von Indels (Insertion/Deletion) vorhanden ist. Die ersten Studien zeigen daher viel zu geringe Unterschiede. Es könnte auch sein, dass noch grössere Unterschiede gefunden werden, denn man hat bisher nur einen kleinen Bruchteil des ganzen Genoms verglichen. Britten verglich 779’000 Basenpaare, doch das menschliche Genom hat 3’000’000’000 Basenpaare, also 3’851 mal mehr.

Weitere Unterschiede sind:
1. Der Mensch hat 23 Chromosomenpaare, der Schimpanse jedoch 24.
2. An den Enden jedes Chromosoms gibt es besondere Sequenzen, die man Telomere nennt. Bei den Affen sind dies etwa 23 Kilobasenpaare, beim Menschen jedoch nur 10.
3. Während 18 Chromosomenpaare praktisch identisch sind, befinden sich in den Chromosomen 4,9, und 12 die Gene und Markierungen nicht in der selben Reihenfolge bei Menschen und Schimpansen.
4. Das Y-Chromosom hat eine andere Grösse und viele Markierungen, die nicht übereinstimmen.
5. Im Chromosom 21 gibt es grosse unterschiedliche Regionen.
6. Das Schimpansengenom ist 10 % grösser als das menschliche Genom.

Alle diese Unterschiede werden normalerweise nicht berücksichtigt


- Britten, R.J. Divergence between samples of chimpanzee and human DNA sequences is 5% counting indels, Proc. Nat. Acad. Sci. USA 99: 13633-13635, 2002.
- DeWitt, David A. >98% Chimp/human DANN similarity? Not any more. TJ 17(1) 2003, Seiten 8 -10.

Quellen: ProGenesis/pte online/Livenet

Datum: 23.07.2003

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