Bekenntnisschulen wehren sich

Wenn christliche Schulen Christliches lehren

Üblicherweise wird an Schulen im Biologie-Unterricht einzig die Evolutionstheorie gelehrt. In christlichen Bekenntnisschulen jedoch wird die Möglichkeit eines Schöpfergottes geprüft. Die «Süddeutsche Zeitung» hat das in einem Artikel kritisiert.

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Muss eine Schule nur gesellschaftskonforme Thesen lehren?
Gegen einen Artikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) über christliche Privatschulen setzt sich der Verband der Evangelischen Bekenntnisschulen in Deutschland (VEBS) zur Wehr. Der Text unter der Überschrift «Wenn die Bibel zum Gesetz wird» sei schlecht recherchiert, polemisch formuliert und enthalte schwerwiegende Fehler.
 
So behaupte die Journalistin Ann-Kristin Schäfer, dass alle Lerninhalte an Bekenntnisschulen nur von der Bibel bestimmt würden. Ein Chemie- und Biologie-Lehrer wird mit der Aussage zitiert, dass die Pädagogen «bei jedem Thema christliche Inhalte in den Unterricht einzustreuen» versuchten. Über eine Schülerin schreibt die Redakteurin: «Sie glaubt, dass Gott die Welt geschaffen hat. So wie ihre Lehrer.» Jeder Schultag beginne mit einer Andacht. Die Autorin erklärt, dass diese Schulen auf der Basis des Glaubensbekenntnisses der Evangelischen Allianz arbeiteten – einem «Netzwerk evangelikaler Gruppen».

«Artikel enthält drei Fehler»

Der Artikel enthalte drei Fehler, sagt Clemens Volber, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS). In einer Stellungnahme kritisiert er, dass der Artikel und seine Überschrift ein gesetzwidriges Handeln und Lehren an der Freien Christlichen Schule Gummersbach und den Bekenntnisschulen implizierten. Ausserdem erfüllten die Bekenntnisschulen «die Gleichwertigkeitsanforderungen bezüglich der Lernziele gegenüber den staatlichen Schulen».
 
In dem SZ-Artikel werde zudem behauptet: «Diese Privatschulen (...) werden meist von freikirchlichen Organisationen getragen.» Volber erklärt, das sei falsch, denn die Schulträger seien eingetragene gemeinnützige Trägervereine, parteipolitisch ungebunden und überkonfessionell.
 
Der Artikel behaupte zudem fälschlicherweise, dass die Bibel nach Meinung der Vertreter der «Evangelischen Allianz» «zwar interpretiert, aber nicht kritisiert werden» dürfe. Dem hält Volber entgegen: «Das ist falsch. Richtig ist, dass an den Bekenntnisschulen die Kritikfähigkeit der Schüler trainiert und praktiziert wird.» Es gebe keine kritikfreien Räume an den Bekenntnisschulen.
 
Es gibt Aspekte zur Evolutionstheorie, über die sich durchaus auch im Schulunterricht diskutieren liesse:
Darf ein Wissenschaftler die Evolutionstheorie auf einer offiziellen Website seines Forschungsinstituts infrage stellen? 
Wenn Darwin das gewüsst hätte...
95 Thesen gegen die Evolution


Quelle: Livenet / pro / idea.de

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