Vor 50 Jahren, am 12. April 1961, liess sich Jurij Gagarin
als erster Mensch ins All schiessen und umkreiste die Erde. Ein halbes
Jahrhundert später haben wir – entgegen den lustvoll technischen Visionen der
1960er Jahre – keine Kolonie auf dem Mond, vom Mars zu schweigen. Leben auf
anderen Sternen hat sich, aller Suche zum Trotz, nicht gezeigt. Die Gesetze von
Raum und Zeit haben die Hoffnungen von einst geknickt. Interstellare Science
Fiction ist zum Nischenprodukt verkommen. Die Menschheit bleibt bei sich – auf
dem Boden.
50 Jahre nach Gagarin schlagen uns Natur- und
Technik-Katastrophen und Seuchen in ihren Bann. Nicht die utopischen
Perspektiven der Raumfahrt, sondern ganz irdische Probleme beschäftigen die
Menschen: wie wir hochstehend, von den Segnungen von Wissenschaft und Technik
profitierend, leben können, ohne die Ressourcen des Bodens zu erschöpfen und
ohne das globale Klima weiter aus der Balance zu bringen. Und da melden sich
die fünf oder sechs Milliarden, die mehr vom Kuchen wollen…
Kein Sprung ins All
Hat die Raumfahrt von den wahren Herausforderungen
abgelenkt? Wohl hat sie durch die Entwicklung neuer Materialien und
Technologien einiges zum Fortschritt beigetragen. Doch ihr Pathos ist
verflogen: Der Mensch hat sich nicht lunar oder planetar entwickelt. Da gab und
gibt es keinen evolutionären Sprung ins All. Die Erde, der einzigartige,
wunderbare blaue Planet, bleibt unser Lebensraum; eine Alternative zu ihm gibt
es nicht. Was der Schöpfungsbericht der Bibel zum Ausdruck bringt, erweist sich
als Grundkonstante: Wir sind Wesen, die auf dem Erdboden leben, und haben uns
in den irdischen Grenzen zu bewähren.
Gottloses Pathos verflogen
War es 1961, als der KP-Chef Nikita Chruschtschow
grossmäulig versprach, er werde den letzten Gläubigen am Fernsehen vorführen?
Der junge Überflieger Gagarin wurde von den Sowjets wie kein anderer für die
gottlose Indoktrinierung der Minderjährigen missbraucht: In den Schulen des
roten Imperiums hing fortan das Bild des Raumfahrers inmitten von Sternen mit
dem plumpen Spruch: «Kein Gott» (im Himmel). Als hätte der Russe auf seiner
Umlaufbahn in 108 Minuten Gott suchen können und – gäbe es ihn – entdecken
müssen.
Nein, so lässt sich Gott nicht abschaffen, Glaube nicht
bodigen. Ans Ende gekommen ist hingegen die Sowjetunion, fünf Jahre nach ihrer
selbstgemachten Nuklear-Katastrophe.
1961 Gagarin – 1986 Tschernobyl – 2011 Fukushima: Wir haben
heute alle Hände voll zu tun, um den Schaden einzugrenzen, der mit
Risiko-Techniken auf der Erde verursacht wird. Wer noch glaubt, kann hoffen,
dass Gott vom Himmel eingreift und uns hilft.
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