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Das vollkommene Weihnachtsgeschenk
Es wird immer schwieriger, noch etwas Geeignetes zum Schenken
zu finden. Die Bedarfslücken werden immer enger, die Ansprüche
immer grösser. Was schenke ich bloss meiner Frau? Sie hat doch
schon alles. Und oft treffe ich einfach nicht ihren Geschmack.
Ich merke es an ihrem lieben Lächeln und der Art und Weise, wie
sie sagt: Danke mein Schatz ... So bin ich wieder mal auf der
Suche nach DER Idee. Manchmal ist es mir geglückt, ihr ein wirklich
gelungenes Geschenk zu machen, und das hat mir selbst am meisten
Spass gemacht. Gelungene Geschenke sind stets eine Freude für
beide Seiten.
Das gilt übrigens nicht nur zwischen Menschen, sondern auch
zwischen Gott und Mensch. Die ganze Sache mit Weihnachten begann
nämlich, als Gott sich ernsthaft überlegte, wie er seinen Geschöpfen
ein wirklich gelungenes, ja, ein perfektes Geschenk machen könnte.
Und weil er uns so gern hat und so grosszügig ist und eine Ewigkeit
nachdachte, fiel ihm tatsächlich etwas ein. Er schenkte sich selbst,
indem er das Beste gab, was er hatte: Seinen eigenen Sohn, mit
dem er in Ewigkeit verbunden und mit dem er vollkommen eins war.
In Gestalt eines einfachen Mannes, Jesus von Nazareth, kam er
selbst auf die Erde und machte so den Menschen das absolut genialste
und vollkommenste Geschenk, das man sich vorstellen kann.
Warum ist dieses Geschenk so gut? Ich denke, die meisten werden
mit mir übereinstimmen, wenn ich behaupte: Ein gutes Geschenk
ist nützlich und brauchbar, haltbar und dauerhaft, von erlesener
Schönheit und wirklich umsonst. Jesus von Nazareth, auch "Der
Christus" genannt, vereinigt alle diese Eigenschaften im höchsten
Masse auf sich.
Jesus ist nützlicher und brauchbarer als alles andere in der
Welt. Nichts ist auch nur im Entferntesten so hilfreich wie er.
Weil er leiblich-personhaft auferstanden ist und durch seinen
Geist überall gegenwärtig ist, kann er als Beistand und Gegenüber
tatsächlich erfahren werden. Weil er für alle Menschen gestorben
ist, d.h. in seinem grauenhaften Tod am Kreuz die ungeheure Summe
unserer kleinen und grossen Bosheiten gesühnt hat, kann und will
er jedem vergeben, der dies möchte. Vergebung von persönlicher
Schuld ist etwas ungeheuer Wohltuendes, Befreiendes, Heilsames.
Einer hat wirklich alles gut gemacht. Jesus vergibt aber nicht
nur, er führt auch. Er führt uns durchs Leben, gibt Weisheit für
die richtigen Entscheidungen und bewahrt uns vor ernsthaftem Schaden.
Ihm ist von Gott alle Autorität und Macht übergeben worden.
Jesus ist haltbarer und dauerhafter als alles andere in der
Welt. Er lebt in Ewigkeit, ist der Macht des Todes nicht mehr
unterworfen und kann von keiner menschlichen oder dämonischen
Macht kontrolliert, geschweige denn vernichtet werden. Es gibt
nichts, was über ihm wäre, ausser Gott, sein Vater. Er ist der
Einzige, der nach unserem Tod noch bleibt, alles andere müssen
wir verlassen. Mächtige Menschen, prächtige Häuser, grosse Berge,
ja selbst diese Erde: Es vergeht alles, es nutzt sich alles ab,
es altert alles, doch Jesus bleibt.
Jesus ist von erlesener Schönheit. Sein Charakter ist einzigartig.
Wir finden vollkommene Liebe, gepaart mit vollkommener Klugheit.
Wir finden höchsten Mut und höchste Tapferkeit, unbeugsame Zivilcourage,
aber gleichzeitig unendliche Geduld, Barmherzigkeit, Sanftmut
und Treue. Er ist stark und zart zugleich, gerecht und milde.
Er war ein Mensch wie du und ich, deshalb versteht er uns völlig.
Niemand anders ist so verständnisvoll.
Jesus gibt sich uns umsonst. Er will im Vertrauen empfangen
werden, möchte, dass wir uns ganz auf ihn einlassen. Dieses Vertrauen
ist die einzige Bedingung. Keine religiöse Leistung ist erforderlich,
keine guten Taten, keine Meditation, keine komplizierten theologischen
Erkenntnisse. Das Einzige, was er benötigt, ist eine offene Eingangstür
im Haus unseres Lebens. In dem alten Kirchenlied heisst es: "Macht
hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit
... Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er
ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn."
Gott hat uns dieses Geschenk im Weihnachtsgeschehen vor 2000
Jahren tatsächlich gemacht. Es liegt für jeden bereit.
Jens Kaldewey, Pfarrer, Lehr- und Beratungsdienste, Basel
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