Bern: Staat und Kirche für Stärkung des Bettags

Sowohl der Berner Regierungsrat Werner Luginbühl als auch Samuel Lutz, Präsident der reformierten Landeskirche begrüssen Bestrebungen, den Bettag wieder stärker zu einem Tag der Besinnung und der Gemeinschaft zu machen.

Sie unterstützen gemeinsam das überregionale, ökumenische Chorprojekt «Nacht & Licht», das vor sechs Jahren entstand und am diesjährigen Bettagsnachmittag in Aarberg mit 120 Sängerinnen und Sängern, vorwiegend aus den Kantonen Bern und Solothurn, stattfinden wird.

Vor den Medien erinnerte Luginbühl an die lange und wechselvolle Tradition, aus welcher der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag herausgewachsen ist. Habe sich die Obrigkeit früher ausgeprägt für das Seelenheil der Menschen verantwortlich gefühlt, so habe der moderne Staat Sorge und Verantwortung für das gottesdienstliche Leben in die Verantwortung der Landeskirchen gegeben und sichere einzig noch die Strukturen, in denen sich das kirchliche Leben entfalte.

Dennoch sei der Bettag, so der Berner Regierungsrat, ein bedeutungsvoller Feiertag geblieben. Unsere hektische und manchmal oberflächlich wirkende Zeit brauche Momente, die an eine tiefere Dimension unseres Daseins erinnere. Der Event in Aarberg setze einen Akzent und sei auch ein Zeichen für die ökumenische Zusammenarbeit.

Doppelcharakter des Bettags

Für Samuel Lutz ist der Bettag sowohl ein Tag der Besinnung als auch ein öffentlicher Sonntag. Nach der Aufhebung einer Reihe von Einschränkungen, mit denen der Bettag früher belegt gewesen sei, werde der Tag in dem Masse an Bedeutung gewinnen, als er statt von Verboten von Angeboten gekennzeichnet sei. Allerdings müssten Bettags-Events einen kulturellen und geistig-geistlichen Gehalt haben, der Wertsteigerung des Lebens dienen und das Zusammenleben fördern.

«Nacht & Licht» bezeichnete Lutz als hervorragendes Beispiel für ein sinnvolles Bettagsangebot. Statt über die Frömmigkeit unserer Vorfahren zu lächeln, würden wir gut daran tun, daran zu denken, dass Dankbarkeit auch uns gut anstünde und dass wir die Schuld nicht immer bei den andern suchen sollten. In der Fürbitte am Bettag sollten laut Lutz vor allem jene eingeschlossen werden, die in öffentlicher Verantwortung stehen.

Livenet kommt auf «Nacht & Licht» in einem eigenen Artikel zurück.

Datum: 28.08.2004
Quelle: ref.ch

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