Peru wird Petrus

Wie eine WM-Qualifikation der Weltmission hilft

Erstmals nach 36 Jahren war Peru wieder an einer WM-Endrunde vertreten. Diese Qualifikation hilft auch der einheimischen Christenheit. Sie steht auf und erkennt, dass der biblische Sendungsauftrag in genau gleichem Masse für Peruaner gilt.

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Peruanische Fans an der WM in Russland
Tausende Peruaner waren nach Russland gereist, um den südamerikanischen WM-Traum mitzuleben. Sie genossen den erstmaligen Auftritt ihres Teams nach 36 Jahren WM-Abwesenheit. Doch mit der 0:1-Niederlage gegen Frankreich war es dann aus für Peru.

Die WM-Teilnahme war auch für die Christen der Nation eine grosse Ermutigung. Trotz des biblischen Rufs, am Missionsauftrag teilzuhaben, standen viele peruanische Christen längere Zeit im Abseits respektiv waren passiv. Doch die Dinge ändern sich, wie der Missionar Paul Borthwick in «Western Christians in Global Mission» sagte: «Immer mehr Länder werden Teil des globalen christlichen Missionswerkes.»

«Wir hatten einen besiegten Geist»

Perus WM-Erfahrung steht für diesen Wandel. Während 36 Jahren schaute Peru zu. «Wir hatten einen besiegten Geist», zitiert «Baptist Press» den rund 50-jährigen Peruaner Eduardo Alfaro. Soziale Umwälzungen überschatteten Perus einstige Fussball-Glanztage und mündeten in einem Krieg zwischen der Regierung und neo-maoistischen Terroristen, der von 1980 bis 2000 andauerte.

Und was den Fussball angeht: «Wir waren darauf konditioniert, zu verlieren. Wir hatten nicht den Mut, zu gewinnen», so Alfaro. Viele Peruaner unterstützten deshalb Brasilien. Peruanische Fussballhelden waren Legenden der Vergangenheit, als Peru bei der WM 1970 in Mexiko den siebten Rang erreichte oder bei der WM 1978 in Argentinien, als der achte Platz erreicht wurde. Oder 1975, als das Team die Copa America nach 1939 zum zweiten Mal für sich entscheiden konnte.

Wende auf dem Feld und im Herzen

Der neue Coach Ricardo Gareca führte jedoch 2015 eine Siegermentalität ein und plötzlich war der Support im Land wieder da. Auch wenn die Konkurrenz in der Gruppe mit Frankreich, Dänemark und Australien letztlich zu gross war; Peru ist wieder da.

Ähnliches war punkto Mission zu beobachten: «Wir Peruaner hatten nie die Idee, dass derjenige, der das Evangelium bringt, ein eigener Staatsbürger sein könnte», sagt Alfaro. Man habe eher an einen europäischen oder amerikanischen Missionaren gedacht – «umso mehr, wenn es eine weisse Person ist». Dieser Gedanke gehe auf die früheren Generationen zurück. Es sei in den Köpfen drin, dass Mission von woanders kommt.

Berufen zum Geben

Diese Haltung, die nicht einzig Peru betrifft, beginne sich zu lockern. Das Konzept, wonach einige wenige Nationen aussenden und der Rest der Welt Missionsfeld ist, sei langsam passé.

«Wer empfängt, ist auch zum Geben berufen. Dies erkennen wir immer mehr», sagt Eduardo Alfaro. Die Auswirkungen dieses neu gewonnenen Selbstvertrauens sind klar: Während die Gemeinden in Peru und anderen Ländern sich in Mission und Dienst engagieren, werden sie zunehmend zu eigenständigen und gleichberechtigten Partnern der westlichen Kirchen. Oder wie Alfaro feststellt: «Wir sind daran, selbst ins Spiel zu kommen und ein Partner zu sein!»

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Datum: 10.07.2018
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Baptist Press

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