Weniger beliebt, aber stärkerer Einfluss auf Alltag
Dies geht aus einer Analyse hervor, die von der «Korea Church Media Association» veröffentlicht wurde. Darin wird festgestellt, dass das Christentum im Vergleich zu anderen Religionen einen hohen Einfluss auf das tägliche Leben der Gläubigen zeigt, wie «Christian Daily Korea» berichtet.
Die landesweite Umfrage wurde vom 21. bis 26. November unter 2’000 Erwachsenen ab 18 Jahren von «Hankook Research» durchgeführt. Untersucht wurden Einstellungen gegenüber dem protestantischen Christentum, dem Buddhismus, dem Katholizismus, dem Won-Buddhismus und dem Islam.
Bei anderen Religionen weniger beliebt
Laut der Umfrage lag die allgemeine Beliebtheit des protestantischen Christentums bei 34,7 Punkten. Bei Frauen war sie mit 35,8 Punkten etwas höher als bei Männern mit 33,6 Punkten. Nach Altersgruppen betrachtet waren die Werte bei den 30-Jährigen mit 26,8 Punkten am niedrigsten und stiegen mit zunehmendem Alter kontinuierlich an, bis auf 49,0 Punkte bei den Befragten ab 70 Jahren.
Der Verband stellte fest, dass die Beliebtheit des Christentums insbesondere unter Anhängern anderer Religionen gering war. Katholiken bewerteten das protestantische Christentum mit 28,0 Punkten, Buddhisten mit 22,9 Punkten und konfessionslose Befragte mit 23,2 Punkten.
Starker Einfluss auf Alltag
Auch die ideologische Ausrichtung beeinflusste die Haltung gegenüber dem Christentum. Bei Menschen, die sich selbst als progressiv bezeichnen, lag die Beliebtheit bei 28,5 Punkten, bei Moderaten bei 35,1 Punkten und bei Konservativen bei 41,5 Punkten.
Im Vergleich zur Umfrage des Vorjahres sank die Beliebtheit bei Progressiven um 5,8 Punkte, während sie bei Moderaten um 0,4 Punkte und bei Konservativen um 2,5 Punkte anstieg.
Trotz der vergleichsweise geringen Beliebtheit berichteten Christen am häufigsten, dass Religion ihr Leben beeinflusst. Insgesamt gaben 37 Prozent der Befragten geben an, dass Religion ihren Alltag prägt, darunter 32 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen. Nach Religionszugehörigkeit sagten 84 Prozent der protestantischen Christen, dass Religion ihr Leben beeinflusst, verglichen mit 62 Prozent der Katholiken und 47 Prozent der Buddhisten.
Emotionale Stabilität
Christen erzielten zudem die höchsten Werte bei der wahrgenommenen religiösen Wirksamkeit. Über alle Befragten hinweg gaben 82 Prozent an, dass Religion emotionale Stabilität bietet, auf die man sich verlassen kann, während 78 Prozent sagten, sie fördere positive Gefühle. 74 Prozent erklärten, Religion helfe bei ethischem Verhalten, zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Gefühl der Zugehörigkeit.
Unter Christen im Besonderen sagten 92 Prozent, dass ihr Glaube ihnen bei ethischem Verhalten hilft. 91 Prozent erklärten, er biete emotionale Stabilität, fördere positive Gefühle und helfe bei der Bildung richtiger Werte. Hohe Werte wurden auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen und Zugehörigkeit (84 Prozent) sowie bei der Identitätsbildung (83 Prozent) festgestellt.
Vorteile «deutlich höher»
Die «Korea Church Media Association» erklärte, die Ergebnisse zeigten, dass Christen aus ihrem Glauben klarere Ziele und Werte ableiten als Anhänger anderer Religionen.
Während die öffentliche Beliebtheit des protestantischen Christentums weiterhin unter der des Buddhismus (54,4 Punkte) und des Katholizismus (52,7 Punkte) liege, seien die wahrgenommenen Vorteile und der Einfluss auf das persönliche Leben «deutlich höher».
Der Verband rief südkoreanische Kirchen dazu auf, daran zu arbeiten, die öffentliche Wahrnehmung zu verbessern und gleichzeitig den positiven Einfluss des Glaubens auf das Leben einzelner Menschen weiter zu stärken. Die Kirchen seien aufgerufen, ihre Rolle als «Salz und Licht» in der Gesellschaft umfassender zu erfüllen.
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Datum: 09.01.2026
Autor:
CDI / Daniel Gerber
Quelle:
Christian Daily International / gekürzte Übersetzung: Livenet