Biblische Perspektive

Das Schlachtfeld der Gedanken: 21 Tage-Detox

Wir können unsere negative Gedanken erneuern (Symbolbild)
«Du wirst immer wieder versagen.» «Du wirst das niemals können.» Solche Aussagen prägen und begleiten uns ein Leben lang. Doch wir sind nicht einfach Opfer unserer negativen Gedanken. Sowohl die Bibel als auch die Wissenschaft beweisen uns das.

Der Römerbrief ist ein Meisterwerk in 16 Kapiteln. Geschrieben vom Apostel Paulus. Man kann diesen Brief in drei Teile gliedern. Im ersten Teil von Kapitel 1-8 wird hauptsächlich davon erzählt, was Gott bereits schon für uns getan hat. Dann folgen drei Zwischenkapitel (9-11), wo es darum geht, was Gott mit seinem Volk, dem Volk Israel vorhat. Also so eine Art Zwischenspiel, mit einem anderen Fokus.

In den Kapiteln 12-16 übernehmen dann plötzlich wir die Hauptrolle. Dort wird mehr im Imperativ geschrieben, also in der Befehlsform. Es geht um das, was Gott nun von uns fordert.

Die Erneuerung der Gedanken

Und gleich am Anfang von Kapitel 12 steht folgende Aussage in den ersten zwei Versen:

«Weil ihr Gottes reiche Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung zu stellen. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe. Passt euch nicht den Massstäben dieser Welt an, sondern lasst euch von Gott verändern, damit euer ganzes Denken neu ausgerichtet wird. Nur dann könnt ihr beurteilen, was Gottes Wille ist, was gut und vollkommen ist und was ihm gefällt.»

Wir sollen also lernen, in einer neuen Weise zu denken. Dies geschieht unter anderem durch das regelmässige Lesen des Wortes Gottes und auch dadurch, dass ich mich entscheide, ein lebendiges Opfer zu werden. Nicht mehr ich lebe, sondern Jesus in mir. Ich gebe die Führung meines Lebens bewusst ihm ab. Ich lasse ihn sozusagen ans Steuer und setze mich auf den Beifahrersitz.

Die wissenschaftliche Seite

Caroline Leaf

Biblisch haben wir hier eine Blaupause. Aber ist das wissenschaftlich überhaupt fundiert? Tatsächlich bestätigt dies die Wissenschaft. Etwa Caroline Leaf. Sie ist eine anerkannte Neurowissenschaftlerin aus Südafrika und arbeitet seit 1985, also seit mehr als 40 Jahren, auf dem Gebiet der kognitiven Neurowissenschaften. Einfach gesagt: Sie befasst sich mit allem, was mit unserem Hirn zu tun hat.

Caroline Leaf hat einige Bücher geschrieben über das Thema der Neurowissenschaften und auch über unsere Gedanken. Ihr Credo lautet: Wir sind keine Opfer unserer Denkmuster. Vielmehr sind wir Handelnde, die aktiv etwas verändern können – natürlich mit Gottes Hilfe und einer einfachen Methode.

Der 21-tägige Detox-Plan

Dr. Leaf hat dazu einen Plan entwickelt, der sich nach der Stelle in Römer Kapitel 12, Vers 2 richtet und der Aussage, dass wir auf eine neue Weise lernen sollen zu denken. Es braucht einfach etwas Disziplin dazu. Diesen Plan stellt sie ausführlich in ihrem Buch «Schalte dein Gehirn an» vor. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Alles beginnt mit einem negativen Gedanken, den man verändern möchte. Dann braucht es jeden Tag 7-10 Minuten Zeit, um den Plan umzusetzen.

In einem ersten Schritt sollen wir erkennen, wenn ein Gedanke negativ ist. Beispielsweise, wenn man sich selber immer wieder zuspricht: «Du kannst das nicht!» Dann sollte man seine fünf Sinne schärfen und sich folgende Fragen stellen:

  • Was nehme ich in diesem Moment durch meine fünf Sinne wahr?
  • Welche Gedanken schwirren durch meinen Kopf? Welche Haltung steckt hinter diesen Gedanken?
  • Was lösen diese Gedanken in meinem Inneren aus? (Frieden, Stress, Unruhe, Sorgen, Adrenalin-Schub)
  • Will ich, dass diese Gefühle und Gedanken ein permanenter Teil von mir sind?

In einem zweiten Schritt geht es darum, dies zu reflektieren und diese Gedanken bewusst zu erkennen und gefangen zu nehmen. Man kann jeden Gedanken in seinem Inneren entweder akzeptieren oder zurückweisen. Man fokussiert sich auf diesen Gedanken und was er mit einem macht, mit dem Körper, den Emotionen und auch dem Selbstwert. Dann streut man bewusst das positive Gegenteil mit ein. Also anstatt «Ich kann das nicht!» ein «Ich bin wertvoll und Gott hat mir wunderbare Gaben gegeben!»

Vom Schreiben in die Aktion

Buchcover Schalte dein Gehirn an

In einem dritten Schritt wird ein Tagebuch geführt. Sozusagen ein Tagebuch der Gedanken. Dort kann man alle Eindrücke, die man hat, aufschreiben. Das hilft, um Klarheit zu bekommen über die Gedanken, die man hat. Es geht darum, die positiven Gedanken den negativen gegenüberzustellen und ein klares Bild seines Gedankenlebens zu bekommen.

Bei Schritt 4 blickt man zurück. Dies macht vor allem Sinn, wenn der Prozess schon weiter fortgeschritten ist. Aber vielleicht erkennt man auch in den ersten Tagen schon eine gewisse Veränderung. Folgende Fragen kann man sich stellen:

  • Sind meine Gedanken in allen Bereichen noch immer negativ geprägt?
  • Was wäre die mögliche Lösung dafür?
  • Wie kann ich meine Gedanken so erneuern oder neu ordnen, damit ich sie dorthin bringe, wo ich sie will?

Dieser Prozess soll Schritt für Schritt gehen, Tag für Tag. Wichtig ist es hier laut Caroline Leaf, sich nicht gleich zu überfordern.

Im letzten Schritt geht es darum, aktiv zu werden. Man kann eine Aktion finden, die den Prozess der guten Gedanken unterstützt. Man sagt oder tut etwas dergleichen. Also, gute Worte aussprechen, die diese positiven Gedanken unterstützen. Hier ist es auch hilfreich, einen entsprechenden Bibelvers auswendig zu lernen und ihn auszusprechen. Denn Worte haben Macht, auch das verheisst uns die Bibel.

Durch diesen Prozess verändern sich die Hirnbahnen nachweislich. Und die Aufforderung aus Römer Kapitel 12, Vers 2 wird Wahrheit. Durch das Wort Gottes und einem klaren disziplinierten Plan sollte es also möglich sein, schlechte Gedanken in positive umzuwandeln. Und in einer neuen Weise zu denken, wie Paulus es uns an dieser Stelle sagt.

Hier geht es zum ersten Teil der Mini-Serie über das Schlachtfeld der Gedanken. 

Zum Autor: Nach einer KV-Lehre und einigen Berufsjahren hat Karl Dittli Theologie am TDS studiert. Später hat es ihn in den Journalismus verschlagen. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Mit seiner Familie lebt er in Amriswil. Karl ist leidenschaftlicher Jogger, Leser und trifft sich gern mit Menschen. Ausserdem ist er begeistert von Italien.

Wir empfehlen dir dieses Interview mit der Schweizer Neurowissenschaftlerin Maria Brasser, das kürzlich auf Livenet.ch erschienen ist:

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Datum: 13.05.2026
Autor: Karl Dittli
Quelle: Jesus.ch

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