Derek Rabelo – Blinder Surfer bezwingt Pipeline mit Augen des Glaubens

Derek Rabelo
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Derek Rabelo
Derek Rabelo wollte eine der aufregendsten und gefährlichsten Wellen der Welt surfen: Die Banzai-Pipeline am legendären Küstenabschnitt North Shore in Hawaii. Das Problem: Derek Rabelo ist blind…
30.1.2023
3 min

«Auch wenn man 30 Jahre lang gesurft hat und weiss, was man tut, kann man in der Pipeline sterben», bilanziert Laird Hamilton, ein Pionier des Surfens von grossen Wellen. Doch Derek Rabelo, der wegen einem angeborenen Glaukom erblindete, wollte surfen, auch wenn er nicht sehen kann. Er ist überzeugt, dass sein Glaube an Gott ihn auch da trägt, wo andere nicht weiterkommen.

Drei Operationen konnten Derek nicht von seinem angeborenen Glaukom befreien. Er musste sich in der Schule durchzuschlagen, wo er schikaniert wurde, und sich in der Stadt allein zurechtzufinden. Das Leben an sich war also schon eine gewaltige Herausforderung. Warum also das Unmögliche auch noch versuchen wollen?

Vom Ozean angezogen

Sand, Wasser, die Wärme der Sonne, das Rauschen der Wellen: Der Ozean hatte eine ganz besondere Anziehungskraft auf Derek Rabelo, dessen Vater ein brasilianischer Surfer war. «Ich wohnte in Strandnähe und war besessen vom Klang der Wellen. Ich konnte die Wellen von meinem Schlafzimmerfenster aus hören. Mehr als alles andere wollte ich einfach surfen.»

Ein Trainer einer örtlichen Surfschule erklärte sich bereit, ihm beim Lernen zu helfen; aber seine Eltern hatten grosse Bedenken. «Eines schönen Tages sagte Derek zu mir, dass er surfen will», erinnert sich seine Mutter Lia Nascimiento. Sie fragte ihn, ob er verrückt wäre. Sein Vater Ernesto Rabelo, der ihn nach dem berühmten hawaiianischen Surf-Champion Derek Ho benannt hatte, teilte Mutters Sorge, schwieg aber dazu.

«Ich spüre den Ozean»

Der örtliche Surflehrer entwickelte ein System, mit dem Derek auf das Geräusch des Wassers achten und die Bewegung des Wassers spüren konnte, um zu berechnen, wann er starten und wie er sich auf dem Brett verhalten sollte. «Ich höre auf den Ozean und ich spüre ihn», sagt Derek. «Und jeder einzelne Teil einer Welle macht unterschiedliche Geräusche.» Und so findet er sich auf der Welle zurecht.

«Ich glaube, dass wir alle starke, von Gott gegebene Sinne haben. Man muss sie mit Leidenschaft und Ausdauer einsetzen.» Anfangs hatte Derek mit den grösseren Wellen zu kämpfen. Er war entmutigt und dachte daran, aufzugeben. Aber er blieb letztlich hartnäckig und schaffte es schliesslich, sich in 2,5 Meter hohen Wellen zurechtzufinden.

Derek Rabelo
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Derek Rabelo

Gefährliche Wellen

Aber konnte er es wagen, von den gewaltigen, hohlen Röhren – das sind Wellen, die über den Surfer rollen und wie eine Pipeline aussehen – zu träumen? Er trainierte drei Jahre lang intensiv. Pessimisten gab es zuhauf. Und die berüchtigte Pipeline an der North Shore-Küste brach Surfbretter sowie Körper der besten sehenden Surfer entzwei.

«Es ist schon schwer genug, dort mit sehenden Augen zu surfen», erläutert Surf-Profi Rob Machado. Doch Derek hatte vieles durchgemacht. In der Schule war er gehänselt und verprügelt worden. Mit seiner Entschlossenheit und durch seinen Glauben an Gott hatte er dies überwunden. Er war überzeugt, dass dies beim Surfen auf Mammutwellen nicht anders sein würde.

Durch Wellen geführt

In Hawaii fand Derek schnell Freunde und die Bewunderung der lokalen und internationalen Surfer. «Sobald ich auf der Welle abhob, spürte ich etwas Gewaltiges: Gottes Führung, die mich durch die Welle führte.»

In Armut geboren, fand er einen Weg, als inspirierender, christlicher Redner andere Menschen zu ermutigen. Der 30-jährige Derek ist mit Madeline aus Deutschland verheiratet, die beiden lernten sich in Australien kennen, als sie an einer Bibelschule studierte und er surfte.

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