Im Einfluss der Gewalt – Der Vater bemerkte Rob nur, wenn er ihn verprügelte

Rob Young
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Rob Young
30.1.2020
4 min

«Ich habe mein Leben im Gefängnis verbracht und Gott hat mich freigelassen», sagt der Australier Rob Young heute. Er wurde in eine Familie mit extremer häuslicher Gewalt und Kriminalität hineingeboren. Sein Weg war vorgezeichnet, zumindest teilweise…Robs Eltern konsumierten massenweise Drogen und Alkohol. Er hatte eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder und wurde verprügelt, wenn er sich nicht um sie kümmerte. Seine Eltern sah er ständig streiten.

«Mein Vater nahm nur dann Notiz von mir, wenn er mich verprügelte oder wenn ich Fussball spielte. Also wurde ich gut im Fussball.»

Einen ersten Vorgeschmack, wie Familienleben auch sein kann, erhielt er mit zwölf Jahren, als er eine Nachbarsfamilie besuchte. Mit der Zeit war er häufiger dort als daheim. Die Nachbarn wurden ihm wie Pflegeeltern.

Ausser Kontrolle

In seinen späteren Jugendjahren geriet sein Leben ausser Kontrolle. Zwar wollte er nicht wirklich in Verbrechen verwickelt werden, doch mit der Zeit lernte er das Gefängnis von Innen kennen. «Als ich das erste Mal im Gefängnis für Erwachsene landete, war ich noch nicht ganz 18-jährig. Da ich im 'Jugendgefängnis' gewesen war, war ich wie ein Zirkusdirektor... Ich passte mich an und übernahm die Kontrolle.»

Er habe keinen Respekt vor irgendeiner Autorität gehabt. Die längste Zeit am Stück verbrachte er sechs Monate hinter Gittern. «Ich kam raus und ging wieder rein. Ich habe alles versucht: Drogentherapie, Beratung und alle Selbsthilfegruppen, die man sich vorstellen kann. Man beginnt zu glauben, dass es nichts und niemanden gibt, der sich darum kümmert. Niemand hat gemerkt, dass ich wegen all meiner Familienangelegenheiten zusammengebrochen bin.»

Gewohnt, den Schmerz zu verbergen

Wegen eines Sorgerechtsstreits um die eigenen Kinder habe er versucht, sich das Leben zu nehmen. «Man gewöhnt sich daran, die Schmerzen zu verbergen.» Er merkte, dass sich etwas ändern muss.

Also nahm er die Bibel, mit deren Seiten er sich normalerweise Zigaretten drehte und fragte Gott, ob er echt sei. «Ich war wirklich wütend auf ihn wegen allem.»

Als ihn ein Gefängnis-Seelsorger fragte, ob er im «Kairos»-Programm (einem Bibelkurs) mitmachen wolle, war er dabei. «Ich hatte nichts zu verlieren.» Mittendrin «sah» Rob seine Tochter als Neugeborenes in seinen Armen und konnte sogar ihren sanften Babygeruch riechen. «Gott sagte mir, er würde mir wieder zeigen, wie man liebt», erinnert sich Rob.

Liebe gespürt

Die Auswirkungen des Programms waren tiefgreifend. Die Bibel machte nun plötzlich Sinn für ihn. «Ich las über Petrus in der Apostelgeschichte, wo ein Licht in der Zelle leuchtete und ein Engel des Herrn erschien. Wow! Da wurde mir zum ersten Mal klar, dass Gott sich um mich kümmerte und in meinem Leben sein wollte.»

Als Rob Christ wurde, verändert er sich völlig. Er wurde vor etwa fünf Jahren zum letzten Mal entlassen, und statt wie früher kehrte er nicht mehr zu seinen alten Gewohnheiten zurück. Freiwillige aus dem Programm besuchten ihn. «Diese Jungs kamen und halfen mir wirklich. Ich habe jetzt viele Freunde.»

«Wie ein Baby»

«Ich habe Liebe, Hoffnung und Glauben gefunden, als mir völlig fremde Menschen beistanden. Ich wurde wie ein munteres Baby, als Gott mir diese Liebe zeigte.» Er habe ihm so viel Liebe gezeigt. «Ich musste einmal ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ich hörte, wie einer Frau gesagt wurde, dass ihre Mutter es nicht schaffen würde. Ich sah, dass sie ein Kreuz am Hals trug und sagte: 'Behalte deinen Glauben, Liebes'. Sie drehte sich herum. 'Kennst du Gott?', fragte sie mich. Ich antwortete: 'Ja, ich habe ihn vor vier Jahren im Gefängnis kennengelernt.'»

Rob Young staunte: «Sie erzählte mir etwas, das mich umgehauen hat: 'Meine Mutter schreibt seit vielen Jahren an Gefangene.' Also ging ich zu ihrer Mutter, die im Sterben lag, und erzählte ihr, dass sie einen Unterschied macht; ich war im Gefängnis Christ geworden. Sie sagte: 'Der Herr segne dich' und schloss ihre Augen.»

Inzwischen ist auch die Beziehung zu seiner Familie geheilt. Gott hat zudem die Beziehung zu einem Polizisten verändert, der ihn verhaftet hatte. Sie sind jetzt Freunde. «Wenn Gott das tun kann – ich hatte einen tiefen Hass auf die Polizei –, dann kann er alles tun.»

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