Einmal Scheidung und zurück: Liebesglück statt Scherbenhaufen

7.4.2019
4 min

Die Ehe von Heidi und Willi Meier liegt in Trümmern, die Scheidung ist eingeleitet. Um die letzten Details miteinander zu besprechen, treffen sie sich noch einmal. Noch ahnen sie nicht, dass dies der Wendepunkt ihrer kaputten Beziehung sein wird.

«Die Probleme begannen, als die Kinder kamen», erinnert sich Willi Meier. «Ich war zu Hause nicht mehr die Nummer eins. Und so sehr ich meine Kinder auch geliebt habe, wurden sie doch auch zu meinen Konkurrenten. Ich bekam von meiner Frau nicht mehr die Aufmerksamkeit, die ich mir gewünscht hätte. Nach und nach fing ich an, diese Zuwendung bei anderen Frauen zu suchen.»

Die Beziehung von Heidi und Willi Meier zerbricht. Schliesslich verlässt Willi seine Familie und zieht zu einer zwanzig Jahre jüngeren Frau. Die Trennung zerreisst Heidi das Herz. «Das hat mir den Boden unter den Füssen weggerissen. Es war sehr verletzend.»

Halt finden inmitten des Schmerzes

In der Zeit lädt Heidis Schwägerin sie zu einem Glaubensgrundkurs ein, zögernd geht Heidi hin. «Der Alphalive-Kurs war einmal in der Woche. Da gab es ein Abendessen und einen kurzen Input mit Fragen an das Leben. Ich war an einem solchen Tiefpunkt angelangt, dass ich mich auf Jesus einliess. Ich hatte nichts mehr zu verlieren.»

Durch die Entscheidung für Jesus verändert sie sich. «Trotz meiner Umstände ging es mir plötzlich gut, ich konnte es nicht erklären. Aber Jesus sagt, er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und darauf wollte ich mich einlassen. Ich wusste, Gott hat gute Gedanken und einen guten Plan für mich. Und er wird mich so führen, wie es richtig ist.»

Während des Kurses lernt Heidi auch, ihrem Mann zu vergeben. «Ich wollte so gerne vergeben, aber ich konnte nicht. Also liess ich für mich beten. Dabei kam der ganze Schmerz in mir hoch, dass ich nur noch weinen konnte. Aber danach ging es mir besser. Ich konnte unsere Beziehung loslassen und vergeben. Ich wusste: Gott hat einen anderen Plan für unser Leben und er wird es schon ordnen.»

Während Heidi langsam Mut fasst, geht es Willi immer schlechter. Die neue Beziehung gibt ihm nicht, wonach er sucht. Und das Wissen, wie viele Menschen er enttäuscht hat, erdrückt ihn. Er denkt sogar daran, sich das Leben zu nehmen.

Das letzte Treffen vor der Scheidung

Um die Details der Scheidung zu besprechen, treffen sich Heidi und Willi an einem neutralen Ort. «Als Heidi hereinkam, war es, als würde Licht mit ihr eintreten. Sie war total verändert. Ich konnte sie nicht mehr auf die Palme bringen, sie ging überhaupt nicht auf meine Provokationen ein. An diesem Abend redeten wir lange miteinander. Ich wollte nicht zugeben, wie schlecht es mir geht, aber sie merkte es und gab mir die Nummer ihres Pfarrers. Als wir uns verabschiedeten, fühlte ich mich, als würde ich aus dem Licht zurück in die Dunkelheit gehen.»

Ein grosser Schritt

Tatsächlich trifft sich Willi mit dem Pfarrer. «Ich wusste allein einfach nicht mehr weiter. Auch ich gab Jesus mein Leben und bekannte meine Schuld.» Und trotzdem weiss Willi nicht, wo sein Platz im Leben ist. Daheim fleht er Gott um Hilfe an, was er tun soll.

«Zur gleichen Zeit, hatte ich den Eindruck, dass wir für Willi beten sollen, dass es ihm nicht gut geht», erinnert sich Heidi. «Und um zwei Uhr nachts klingelte mein Handy und er fragte, ob er nach Hause kommen kann…»

Trotz ihrer schwierigen Vergangenheit versuchen sie es noch einmal miteinander. Ein langsamer Prozess der Heilung beginnt. Willi bittet auch seine Kinder um Vergebung. Das Paar nimmt seelsorgerliche Hilfe in Anspruch. Und das Wunder geschieht, sie entdecken neu die Liebe zueinander. «Es war, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Das ging nicht von uns aus. Und inzwischen ist das 21 Jahre her», so Heidi.

Und Willi bekennt: «Durch Jesus brauch ich nicht mehr diese Bestätigung von aussen. Ich spüre, dass Gott mich so liebt, wie ich bin. Mit all meinen guten und schlechten Seiten. Ich merke, Gott ist mit uns unterwegs.»

Heute leben Heidi und Willi Meier zusammen in Buch am Irchel, im Kanton Zürich. Gemeinsam haben sie einen Betrieb aufgebaut und sehen sich fast rund um die Uhr. Dass sie wieder glücklich miteinander sind, sehen sie als ein Wunder von Gott.

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