Mehr als ein 100-Kilometer-Lauf – «Mein Kampf mit dem Ehrgeiz»

Larissa Tichon
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Larissa Tichon
20.5.2021
3 min

16 Stunden in einem 24-Stunden-Rennen mögen nach einem unwahrscheinlichen Ort klingen, um Gott zu begegnen. Doch genau da fand die australische Ultramarathon-Läuferin Larissa Tichon einen Zugang zu ihrem Schöpfer.

«Ich bin durch alle möglichen Emotionen gegangen, und das war der Punkt, an dem mir klar wurde, was Jesus für mich getan hat und dass ich ihn brauche», erinnert sich Larissa Tichon. «Ich erkannte, dass ich das Leben nicht allein bewältigen kann.»

«Das Laufen war für mich das Medium, um Gott zu begegnen.» Nachdem sie Australien bei den 100-Kilometer-Weltmeisterschaften vertreten, unzählige Marathons absolviert und zahlreiche Weltrekorde gebrochen hatte, darunter den schnellsten Marathon als Zeichentrickfigur verkleidet, war Larissa Tichon der Ehrgeiz nie fremd.

Laufen soll nicht zum Gott werden

Larissa Tichon bei einem Lauf
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Larissa Tichon bei einem Lauf

Seit mittlerweile neun Jahren ist Larissa Tichon Christin. Zuvor entdeckte sie: «Als eine Person, die sehr leistungsorientiert ist, habe ich meine eigene Erfolgsleiter erklommen. Wenn man dann aber dort ankommt, wo man denkt, dass dies nun das Ziel ist, hält das anfängliche Hochgefühl vielleicht vier Tage an – wenn man Glück hat. Aber dann beginnt man sich leer zu fühlen und fragt sich, was als nächstes kommt.»

«Ich bin 500 oder 600 Stunden pro Jahr gelaufen, wie viel Zeit habe ich damit verbracht, Läufe zu planen, über Läufe nachzudenken, mir die Läufe anderer Leute anzusehen? Das ist eine Menge Zeit.»

Es brauchte eine Verletzung drei Wochen vor den Weltmeisterschaften 2018, bis Larissa erkannte, dass das Laufen zu einer Sucht geworden war. Sie sagt, dass die Verletzung sie besiegt zurückliess und sie das Gefühl hatte, dass ihr ganzes Leben auseinandergefallen war.

Hoher Puls, tiefe Gespräche

«Das war zu diesem Zeitpunkt eine gute Offenbarung», erklärt sie rückblickend. «In den letzten Monaten meiner Wachstumsreise hat Gott mich gelehrt, dass ich die gleiche Person bin, unabhängig davon, was ich erreiche.»

Diese Offenbarung führte dazu, dass sie sich entschied, ihre Aktivität nicht mehr auf dem Strava-Konto zu verfolgen (einer App, mit der man die eigene Lauf-Aktivität verfolgen kann), was ihre Besessenheit von Ergebnissen anheizte. Stattdessen sieht sie jetzt ihre wöchentlichen 20-Stunden-Trainings als Chance, Beziehungen zu pflegen. «Einige der reichhaltigsten und tiefsten Gespräche haben sich beim Laufen ergeben», stellt sie erfreut fest.

Mit Gott auf dem Weg

«Mehr und mehr ging es beim Laufen darum, in erster Linie Beziehungen aufzubauen, und dann zu versuchen, zuzuhören – Gott führt.»

Ausserdem wurden Larissa und ihr Mann Jerel Eltern der mittlerweile zehn Monate alten Tochter Mila. Ein Meilenstein, von dem Larissa sagt, dass er auch ihre Perspektive auf das Leben und ihren Ehrgeiz dramatisch verändert hat.

«Meine Hauptaufgabe ist es, Gott zu dienen, Jerel zu dienen und Mila zu dienen.» Und das Laufen ist eine reine Freude geblieben – gegenwärtig trainiert sie zum Beispiel für ein 25-Kilometer-Rennen im Juni. Gemessen an den sonstigen Ultra-Distanzen ein Katzensprung…

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