Im tiefen Tal – Musik wurde Candi Statons Brücke zu Gott

Candi Staton
Facebook / Jumpinsounds
Candi Staton
Die viermal für den Grammy nominierte R&B- und Gospelsängerin Candi Staton kennt nicht nur das Rampenlicht: Ihr Vater war abwesend, sie erlebte Missbrauch in einer Ehe und kämpfte gegen den Alkoholismus. Ihre Musik war ihre Brücke zu Gott...
28.4.2024
3 min

Derzeit arbeitet Candi Staton (84) an ihrem 33. Album – an Stoff und Lebensweisheit mangelt es der Entertainerin nicht: «Mein Vater war Alkoholiker und Spieler. Er hat auf den Baumwollfeldern gearbeitet. Wir pflanzten Baumwolle, Mais, Erbsen, Butterbohnen und Süsskartoffeln an.» Die Familie war selbstversorgend.

Der Vater gab seinen Lohn für Alkohol aus oder verspielte ihn. «Wir liefen oft barfuss und hatten keine Kleider. Meine Mutter nähte unsere Kleider aus Mehlsäcken. Schuhe konnten wir uns nicht leisten, deshalb durften wir an Feiertagen nicht in die Kirche gehen, sondern mussten zu Hause bleiben.» Tief in ihrem Inneren sehnte sich Candi Staton nach mehr.

Plötzlich auf der Bühne

Gemeinsam mit ihrer Schwester betete sie, «dass wir da rauskommen. Und Gott hat uns die Möglichkeit gegeben.» Ihr älterer Bruder fand einen Job in Cleveland und holte die Schwestern zu sich. «Meine Schwägerin ging in eine grosse Kirche mit einer fünfköpfigen Band. Ich habe noch nie in meinem Leben so schöne Musik gehört.»

Eines Abends holte ihre Schwägerin, die wusste, dass Candi und ihre Schwester singen konnten, sie auf die Bühne. Das Publikum war überwältigt. Zusammen mit einem weiteren Mädchen wurde kurz darauf das «Jewel Gospel Trio» gegründet.

Sechs Hit-Alben und dunkle Täler

Das Trio veröffentlichte sechs erfolgreiche Alben. «Wenn ich singe, singe ich aus dem Herzen, nicht weil ich ein Lied kenne.» Die Musik wurde für sie auch zu einer tragenden Säule: «Ich hatte einen sehr ausfallenden, ignoranten Ehemann. Er drohte, mich, meine Kinder und meine Mutter umzubringen, wenn ich ihn verlasse.» Er wollte von ihrem Ruhm und dem Geld leben, das sie einbrachte.

Dreizehn Jahre Alkoholikerin

Das Trio besuchte viele verschiedene Städte. «Wir haben Feste gefeiert. Ich bekam Champagnergläser und musste anstossen.» Mit der Zeit begann sie zu trinken. «Eines Tages merkte ich, dass ich süchtig war. Bevor ich auf die Bühne ging, trank ich immer etwas, um nicht nervös zu sein.»

Sie merkte, dass sie nicht mehr aufhören konnte. «Dreizehn Jahre lang war ich Alkoholikerin. Meine Nieren haben versagt und ich habe Antibiotika genommen. Es wurde richtig schlimm.»

Stark wie ein Felsen sein

Sie wusste, dass sich etwas ändern musste – und dass sie sich dabei ganz auf Gott verlassen wollte. «Ich hatte mich am Abend zuvor betrunken und war immer noch betrunken. Ich ging zu einem See, um zu schwimmen, und setzte mich auf einen Felsen. Ich betete: ‘Gott, ich möchte so fest sein wie dieser Fels. Kannst du mich so fest machen wie diesen Felsbrocken?’»

Später lief sie durch den Wald. «Ich sprach einfach mit Gott. Ich sagte: ‘Nimm diese Last von mir. Ich brauche sie nicht mehr.’»

Gott kennt den Anfang und das Ende

Drei Tage lang fastete Candi Staton. Dann bereitete sie sich eine köstliche Mahlzeit zu, und es war, als ob sie den Herrn Jesus hörte. «Ich schloss die Tür und ging in mein Zimmer, um weiter zu fasten. Da hörte ich Gott sagen: 'Du kannst jetzt essen, du bist geheilt. Ich machte mir einen Teller und ass. Seitdem hatte ich nie wieder das Verlangen nach Alkohol.»

Schwierige Zeiten gibt es immer, Candi Staton vertraut in ihnen auf Gott. «Er kennt den Anfang und das Ende. Er kennt alles. Er hat den Weg schon geebnet. Wenn man sich vor Augen hält, dass Gott einem den Rücken freihält und einen auf den Weg der Gerechtigkeit führt, kann man alles durchstehen.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Makenna Brown wurde durch einen Bibelvers im Gefängnis ermutigt

«Ich war zu einem Monster geworden»

Jahrelang versucht Makenna Brown, von anderen akzeptiert zu werden. Drogen, Diebstahl und Beziehungen sollen die Leere füllen. Als sie verhaftet wird und alles zerbricht, begegnet sie ausgerechnet im Gefängnis einer Hoffnung, die alles verändert.
Story
Stephen McWhirter

Vergeben, was unverzeihlich scheint

Er sah, wie Menschen nach den Predigten seines Vaters zu Jesus fanden – und zu Hause, wie seine Mutter durch Misshandlungen litt. Stephen McWhirter wurde zum Feind Gottes …
Story
Melanie Rivas

Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und auf der Flucht aus einer missbräuchlichen gleichgeschlechtlichen Beziehung …
Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

«Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor Gabrielas Augen umzubringen. So leidet das Mädchen an Angst, Leistungsdruck und Lernblockaden.