Ronnie Faisst – Sein Motorrad flog durch die Lüfte, die Seele ins Bodenlose

27.8.2019
3 min

Als Ronnie Faisst (42) den Wechsel vom Rennsport zu waghalsigen Tricksprüngen vollzog, stellten sich Sponsoren, Geld und Bekanntheitsgrad ein ... sowie eine Drogenabhängigkeit. Doch dann nahm sein Leben eine ungeahnte Wendung.«Man kann kein Top-Profi-Rennfahrer werden, wenn man Party-Gänger ist. Vielmehr warten strenge Diäten und tägliches Training – das ist der Hintergrund, aus dem ich komme. Ich habe keine Drogen genommen, habe nichts getrunken und ich wollte auch nichts dergleichen», erinnert sich Ronnie Faisst.

Doch das änderte sich, als er die Disziplin wechselte: «Wenn du zum Freestyle wechselst, ist alles, was du wirklich brauchst, die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen.» Also fanden er und seine Kameraden heraus, «dass du feiern kannst und man den Sport trotzdem ausüben kann». Plötzlich waren Partys, Mädchen, Drogen, Alkohol und lange Nächte kein Tabu mehr.

Motorrad flog, Seele sank

Ronnie stieg bald an die Spitze des aufkommenden Freestyle Motocross (kurz FMX) auf. Mit bahnbrechenden Tricks trat er bei Wettkämpfen und Tourneen auf. Seit dem Jahr 2000 ist Ronnie Faisst Stammgast der «X-Games», wo er viermal die Bronzemedaille gewann. Aber während sein Motorrad flog, sank seine Seele immer tiefer in die innere Leere.

Bis er eines Tages einem Fernseh-Evangelisten zuhörte, wie dieser das Evangelium erklärte. In die Arme von Jesus trieb ihn das grösste Hindernis, das einem beim Freestyle begegnen konnte: die Angst.

Tricks erschrecken

«Wenn du ein Free-Rider bist, gibt es Tricks, die dich ein wenig erschrecken. Man muss diese Angst überwinden, um den Trick zu lernen. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde der Rückwärtssalto entwickelt. Auf eine geglückte Landung folgen fünf Crashs», erinnert sich Ronnie.

«Dieser Mann im Fernsehen sprach nun vom Glauben… und es sprach mich an, weil es um die Angst ging, die ich täglich erlebte. Mir gefiel seine Sicht auf das Leben, so hatte ich das alles noch nie gesehen. In meinem Schlafzimmer fand ich zu Jesus Christus, während ich dieses Programm ansah.» Es sei gut, Gott seit diesem Augenblick an seiner Seite zu wissen.

«Nicht einmal nahe daran»

Er begann in der Bibel zu lesen, «die Dinge sprangen mich von den Seiten förmlich an». Er erkannte, dass sein Leben nicht den Forderungen der Bibel entsprach. «Ich war nicht einmal nahe daran.»

Doch sein Glaubensleben stockte. Nach zwei, drei Jahren der Stagnierung hätte er das Christentum fast aufgegeben. Dann erinnerte er sich an das Training, bei dem er mit dem immer gleichen Programm im Fitnessstudio stagnierte. «Also habe ich meine ganze Routine geändert. Ich fastete, nahm mir mehr Zeit im Gebet und so weiter.» Das habe zu einer 180-Grad-Wende geführt. «Die Leute hielten mich für verrückt, weil sie wussten, woher ich komme.»

«Das will ich weitergeben»

Sein christliches Leben begann sich zu entwickeln. Bald kamen auch Auftritte als Redner dazu, wo er erzählte, wie er zu Jesus Christus gefunden hatte. Dadurch fanden auch Fans zum Glauben – und Ronnie Faisst wollte mehr davon.

«Jetzt will ich das mit den Menschen teilen. Auf einem Podium zu stehen und einen grossen Wettbewerb gewinnen ist nichts im Vergleich dazu, wenn Gott dein Herz berührt. Ich sorge dafür, dass Gott an erster Stelle steht.»

Hier holt Ronnie Faisst (im gelben Anzug) Bronze an den X-Games:

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