Kriminell, drogenabhängig, verzweifelt – Unerwartet das Glück gefunden

Steve Brenner
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Steve Brenner
12.11.2016
4 min

Als sein Vater verschwindet, bricht für Steve Benner alles zusammen. Er gerät auf die schiefe Bahn, wird drogenabhängig und ist schliesslich so am Ende, dass er nicht mehr weiter leben möchte. Doch dann findet er unerwartet Hoffnung. Hier erzählt er seine Geschichte.

Ich war 12 Jahre alt, als mein Vater uns wegen einer anderen Frau verliess. Für mich war das, als würde mein Leben zerbrechen. Mit ihm verlor ich das, was mir am wichtigsten war. Er war einfach weg und ich hörte nie wieder etwas von ihm. Danach war mir alles egal. Ich fing an, Alkohol zu trinken und zu kiffen. Ich hatte keinen Vater mehr, der mir sagen konnte, dass ich das lassen soll. Meine Mutter war mit mir überfordert.

Mit 17 Jahren brach ich die Schule ab und nahm nun regelmässig Meth. Das Zeug machte mich so wach, ich brauchte eine Woche keinen Schlaf. Sehr bald konnte ich nicht mehr ohne. Ich arbeitete nicht, um meine Sucht zu finanzieren, ich dealte und klaute.

Die Zukunftsvision

Steve Brenner nahm Meth, um seine Trauer zu betäuben.
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Steve Brenner nahm Meth, um seine Trauer zu betäuben.

Zu meiner Mutter hatte ich nur losen Kontakt. Als sie schwer an Krebs erkrankte, rief sie mich zu sich. Sie war gläubig und traf sich regelmässig mit einer Freundin zum Beten und Bibellesen. Als ich vor ihr sass, schaute sie mir lange in die Augen und sagte dann: «Meine Freundin und ich haben für dich gebetet. Ich habe eine Botschaft von Gott für dich: In fünf Jahren wirst du nicht mehr derselbe sein. Du wirst nicht mehr so aussehen und du wirst nicht mehr so handeln. Menschen werden dich nicht wiedererkennen.» Ich lachte sie aus, stand auf und ging. Ein halbes Jahr später war sie tot.

Meth half mir, meine Trauer zu betäuben. Ich spürte nichts mehr. Alles war egal.

Gefasst

Als ich wieder einmal in ein Haus einbrach, wurde ich von der Polizei erwischt. Mir war klar, dass ich ins Gefängnis muss, doch lieber wollte ich sterben. Ich griff nach einem grossen Messer, aber die Beamten überwältigten mich und sperrten mich in einen Trakt für Suizidgefährdete.

Der Knast war der reinste Horror. Jeden Tag überlegte ich, wie ich meinem Leben ein Ende setzen konnte. Ich wollte einfach nur sterben. Jetzt, wo ich Zeit hatte, realisierte ich, wie tief ich gesunken war. Welche Spur von Verletzung und Schmerz ich hinterlassen hatte. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, was für ein Monster aus mir geworden war. Ich war voller Wut und Hass. Ich war drogenabhängig. Ich konnte nichts mit meinem Leben anfangen. Für mich gab es keine Hoffnung.

Freiheit, Leben und Glück

Ein Mitgefangener erzählte mir irgendwann von Gott und machte mir Mut, mich an ihn zu wenden. Er schenkte mir eine Bibel und weil ich nichts Besseres zu tun hatte, fing ich an, darin zu lesen. Auf jeder Seite sprangen mich die Worte an. Mit klopfendem Herzen las ich Seite für Seite. Konnte es wirklich sein, dass Gott mir meine schreckliche Schuld vergeben kann?

Allein in meiner Zelle probierte ich aus, ob es Gott wirklich gibt. Ich fing an zu beten: «Gott, wenn du mein Leben richten kannst, dann tu es. Ich bin nichts wert. Ich habe alles total verbockt. Hier, nimm du mein Leben.» Plötzlich wurde mir ganz warm. Ich konnte tatsächlich Gottes wunderbare Gegenwart spüren und mit ihr keimte Hoffnung in mir auf. So etwas hatte ich gar nicht erwartet. Am nächsten Morgen wachte ich auf und musste lächeln. Das war mir schon 20 Jahre nicht mehr passiert. Aber ich spürte einfach, dass Gott immer noch da ist. Und dass er mich nicht ablehnt, sondern für mich ist. Bei dem Gedanken bekam ich Gänsehaut.

Noch ein Wunder war geschehen: Gott hatte mich über Nacht von meiner Sucht befreit. Plötzlich wurde mir bewusst, dass meine Mutter vor exakt fünf Jahren prophezeit hatte, dass sich mein Leben verändern würde und es war wirklich alles anders geworden. Ich war total glücklich. Zwar hatte ich sieben Jahren Gefängnis vor mir, aber das machte mir nichts aus. Denn ich trug tiefen Frieden in mir.

Das Glück hält an

Die Zeit im Gefängnis nutzte Gott, um meine tiefen Verletzungen zu heilen. Durch Gott habe ich Liebe erfahren, wie ich sie nie zuvor erlebt habe. Heute weiss ich, dass Gott mein Vater ist. Er wird mich nie verlassen und nie im Stich lassen. Er hat meine Füsse auf festen Grund gestellt und das Chaos meines Lebens geordnet. Ich habe erlebt, dass es nie zu spät ist für Gott und dass man nie zu tief sinken kann. Gott wartet darauf, dass wir uns ihm zuwenden. Ganz egal, was vorher war.


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