Ein Dieb wird neugierig – «Wie kann ein Buch die Macht haben, mich zu verändern?»

1.11.2018
3 min

Als der Kleinkriminelle Vijaya Lama in Nepal einen Mann ausraubt, findet er unter dem Diebesgut eine Bibel. Sein Freund rät ihm, das Buch wegzuschmeissen – wenn er sie lesen würde, könnte er alles hinterfragen… Das weckt Vijayas Neugierde: Was hat es mit diesem Buch auf sich?Vijaya Lama wuchs in Nepal auf. Er war ein aufrichtiger Hindu, betete alle Götter an und brachte ihnen Opfer, um sie milde zu stimmen. Doch mit der Zeit fühlte er sich leer. Um die Leere und die Fragen zu stillen, stürzte er sich in Alkohol, Spielsucht und Beziehungen – und rutschte in die kriminelle Szene ab...

Der Diebstahl

Eines Tages beschloss er mit einem Freund den perfekten Diebstahl: Sie stiegen in einen Grenzbus zwischen Nepal und Indien und suchten sich ihr Opfer aus. «Wir unterhielten uns freundlich mit ihm und boten ihm letztlich eine Süssigkeit an, die wir mit einem einschläfernden Mittel präpariert hatten.» Sobald das Opfer eingeschlafen war, schnappten sie sich seine Tasche und stiegen aus. An einem ruhigen Ort inspizierten sie die Tasche: Sie fanden Kleidung, Bargeld – und eine Bibel. «Mein Freund bestand darauf, die Bibel wegzuschmeissen. Er meinte: 'Wenn du dieses Buch liest, wirst du hinterfragen, was wir tun…'»

Doch das machte Vijaya nur noch neugieriger. «Ich dachte: 'Wie kann ein Buch die Macht haben, mich zu verändern?'» Er versteckte die Bibel und las sie heimlich. Dabei sprang ihm ein Vers ins Auge. «Dort stand: 'Ein Dieb kommt, um zu stehlen. Aber Jesus Christus ist gekommen, um Leben zu schenken.'» (Johannes, Kapitel 10, Vers 10)

Mut zum Glauben

Er suchte den Kontakt zu einem Verwandten, der bereits Christ war. Dieser lud den ehemaligen Dieb zu einem Gottesdienst ein und erklärte ihm, wer dieser Jesus ist. Das gefiel Vijaya, er entschied sich, auch Christ zu werden.

Doch wenige Tage später wurde seine Motivation einer Prüfung unterzogen: «Die Polizei kam in unser Dorf und suchte nach Christen. Um mich selbst zu retten, erklärte ich, dass ich kein Christ sei. Aber hinterher fühlte ich mich sehr schlecht. Noch am selben Tag entschied ich mich, wirklich Jesus nachzufolgen und ihm mein Leben zu geben, egal was passieren würde.»

Leiter von 20 Hausgemeinden

In der Folge erzählte er immer mehr Menschen von Jesus und sie kamen durch ihn zum Glauben. Schliesslich begann er, selbst Gottesdienste zu leiten.

Seither hat Vijaya Lama, der ehemalige Dieb, über 20 Hausgemeinden in Nepal gegründet und betreut diese mit Unterstützung einer internationalen Organisation.

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