«Ich war mit dunkler Haut und Korkenzieherlocken das einzige Schoggikind», erzählt Alexa Benkert. Ihr Vater ist Kenianer, seine Mutter Inderin. «In der Schule wurde ich gemobbt und litt sehr.» Sie wuchs mit ihrer deutschen Mutter in Adliswil auf, ihr Vater hatte die beiden schon vor der Geburt verlassen. Als sie zwischen fünf und sieben Jahre alt war, durfte er sie alle zwei Wochen in einem Haus der KESB treffen. «Die Väter hockten am Tisch, rauchten und redeten über Frauen», erinnert sich Alexa. Sie beneidete ein anderes Mädchen heiss, dessen Vater mit ihr spielte, kam wütend nach Hause, weil sie das nicht erlebte. «In diesem Haus kam es zu einem Übergriff durch einen der Männer – mein Vater prügelte sich mit ihm.» Sie ist überzeugt, dass dies in ihrem Inneren eine Tür für Angst, Scham und Perversion öffnete. Ihre sexuelle Integrität erlitt damals Schaden und führte später zu vielen toxischen Beziehungen. «Ich glaube nicht mehr an Gott», verkündete sie zuhause. Die Mutter hatte sie ab und zu in einen Gottesdienst mitgenommen, jeweils mit ihr gebetet. Doch nun war Alexas Vertrauen zerstört.
Eine von vielen
«Mein Vater zahlte nur unregelmässig Alimente, hatte noch weitere Kinder mit anderen Frauen.» So musste sie eine Weile das Wochenende mit einem Halbbruder und dessen Mutter bei ihrem Vater verbringen. Bis Alexa sich weigerte, ihn wieder zu treffen. Sie erkrankte jeweils an Gürtelrose, wenn sie wieder zuhause war – ein deutliches Zeichen, dass das Zusammensein Stress auslöste. Nach einem seiner Ausbrüche im Jugendhaus hatte sie sich im WC verbarrikadiert. Er trat die Türe ein – nun entzog ihm die KESB das Besuchsrecht.
«Ich wollte Balletttänzerin werden, gehörte zum Kinderchor und -Tanzensemble des Opernhauses Zürich», erzählt Alexa weiter. Dass sie dort immer wieder mitwirken durfte, war ihre Oase. So verdiente sie auch das Geld, mit dem ihre Mutter einen Teil des Unterrichts in Tanz, Gesang und auf der Geige bezahlte. «Als Alleinerziehende konnte sie sich so viele Kurse nur schwer leisten.» Mit 16 Jahren zog die Teenagerin nach Hamburg, um sich zur Musicaldarstellerin auszubilden. Hier hatte sie mehr Chancen für eine Karriere. Sie lebte in WGs, trainierte hart. Doch im zweiten Semester brach sie zusammen und musste sich bei der Mutter erholen. Die hatte inzwischen geheiratet, und der neue «Baba» hätte Alexa gern adoptiert. Doch sie weigerte sich: «Das Loch, das ein fehlender Vater hinterlässt, kann auch der beste Adoptivvater nicht ersetzen.» Ihr Baba liess aber nicht locker – mit 29 Jahren war sie dann einverstanden. «Seine Liebe brachte ein Stück Heilung in mein Leben.»
Knallharte Lebensschule
Die Zeit in Hamburg war hart. Viele Trainings, viele Castings, viele Absagen – schwer zu verkraften für die junge Frau. Sie spielte auf Bühnen und in Serien mit, suchte immer wieder neue Möglichkeiten, zu arbeiten. «Du könntest auf der Reeperbahn an der Stange tanzen – da verdienst du gut», wurde sie aufgefordert. Doch sie lehnte ab. Sie spürte, damit hätte sie sich verloren. «In Künstlerkreisen ist es üblich, Alkohol und Drogen zu konsumieren», stellt Alexa klar. Weil sie nicht bei allem mitmachte, gehörte sie nicht ganz dazu. «Da hat Gott seine Hand über mich gehalten», erkennt sie heute.
Doch ihre Beziehungen waren nicht gesund, sie erlebte immer wieder Missbrauch. So rutschte sie auf der Suche nach Erfüllung in die Esoterik. Räuchern, Handlesen, Tarot- und Drachenkarten legen, Reiki, Hypnose, Rückführung – sie probierte alles Mögliche aus. «Ich sah mich als Lichtträgerin – mit meinem Wissen über geistige Mechanismen fühlte ich mich allen anderen überlegen…»
Als Corona ausbrach und in Deutschland rigorose Regeln eingeführt wurden, brach sie ihre Zelte ab und kam zurück in die Schweiz. Hier lernte sie eine Therapeutin für Familienaufstellung kennen, half drei Jahre als Stellvertreterin mit, wollte die Ausbildung dazu machen. Inzwischen lehnt sie diese Therapieform ab, glaubt, dass sie dämonisch besetzt ist und ordnet sie in die Kategorie der Wahrsagerei ein.
Dann lag ihre deutsche Grossmutter im Sterben, die schon lange in der Schweiz lebte. Abwechselnd mit ihrer Tante begleitete Alexa sie auf ihrer letzten Wegstrecke. «Zwischendurch redete meine Grossmutter mit Gott, und ich spürte, dass noch jemand mit uns im Zimmer war», erinnert sie sich. Als die Grossmutter gestorben war, sank Alexa auf die Knie und dankte Gott, dass er sie geholt hatte. «Mein erstes Gebet nach all den Jahren.»
Nichts geht mehr
«Danach war etwas anders», hält die 37-Jährige fest. Die esoterischen Praktiken funktionierten nicht mehr, sie konnte nicht mehr meditieren. «Ich hatte Panikattacken, konnte drei Monate lang kaum mehr schlafen. Und ich hatte es satt, mich selbst zu optimieren.» Sie liess sich beim Schweizer Fernsehen freistellen, wo sie inzwischen hinter der Kamera arbeitete. Auf Youtube poppte dreimal ein Video auf, bis sie es sich schliesslich ansah. Es lud zur Beziehung mit Jesus ein. Nun erinnerte sich Alexa an eine Schauspielkollegin, die dem Sohn Gottes schon länger nachfolgte. Sie nahm Kontakt auf und erfuhr von ihr, in welcher Bibelübersetzung sie mit dem Lesen im Neuen Testament anfangen sollte. «Ich machte Urlaub mit Gott, hinterfragte alles, was ich bisher praktiziert hatte, suchte nach den Wurzeln.» Sie erkannte, dass Esoterik voll von dämonischen Geistern ist, welche Menschen gefangen halten. Nun passte auch die Beziehung zu ihrem Freund nicht mehr, sie trennte sich von ihm.

«Gott schenkte es, dass ich seither enthaltsam leben kann.»
Alexa
Benkert
Sie forschte weiter in der Bibel und liess sich mit ihrer Freundin Bea zusammen taufen. Sie warf alles, was mit Esoterik zu tun hat, in den Abfall und schloss sich einer Freikirche an. Täglich forscht sie in der Bibel und erkennt immer mehr, wie Satan Menschen verführt. «Er versteckt sich nicht mehr – es ist so viel Abscheuliches erkennbar», hält sie fest. Die falsche Identität, die Menschen in der LGBTIQ-Szene suchen, Kindsmissbrauch in höchsten Kreisen, der heute belegt ist und vieles mehr. «Wir müssen Klartext reden», findet sie. Esoterik sei ein Irrweg, der nicht ins Licht, sondern in die Dunkelheit führe.
Endlich angekommen
Seit sie ihren Abba, ihren Vater im Himmel, gefunden hat, heilt ihre Seele zunehmend, schliesslich wurde sie auch das Rauchen los. Sie habe ein weiches Herz bekommen. «Vorher konnte ich sehr hart sein», gibt Alexa zu. In Jesus hat sie ihre Identität gefunden, beginnt im Herbst mit einem Theologiestudium. «Fernsehen ist es nicht mehr – ich will die Wahrheit weitergeben.» Mit Bea zusammen hat sie den Podcast «Lieber zu 3» gestartet, mit dem sie über ihrem Weg mit Jesus berichten. «Er hat uns gefunden und gerettet – das wollen wir weitererzählen.»

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