«Angekettet und gefangen» – Zwei Kinder mit 17, dann Heroin

Julie McAddock mit ihrer Familie
Imported Image
Julie McAddock mit ihrer Familie
28.6.2022
3 min

Julie McAddock hatte im Alter von 17 Jahren zwei Kinder. Dann begann sie, Heroin zu konsumieren. «Ich fühlte mich angekettet und gefangen», erinnert sie sich an diese Zeit…

In ihrer Kindheit war sie glücklich. Als die junge Britin jedoch das Highschool-Alter erreichte, geriet sie in Schwierigkeiten. «Ich begann zu rauchen, zu stehlen und zu trinken. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte.»

Schliesslich wurde sie von der Schule verwiesen. «Im Alter von 15 Jahren erfuhr ich, dass ich schwanger war. Zoe kam sechs Tage vor meinem 16. Geburtstag zur Welt. Ich liebte sie und wollte eine gute Mutter sein, aber es dauerte nicht lange, dann trank ich wieder.»

Das Leben geriet immer weiter in eine Abwärtsspirale. «Ich landete in einer Unterkunft für Obdachlose. Die Leute dort tranken und rauchten Gras. Mit 17 Jahren bekam ich meinen Sohn Marc. Ich liebte meinen Sohn, aber ich fühlte mich unfähig, die richtigen Dinge zu tun.»

Süchtig

Sie litt unter einer postnatalen Depression. «Ich versuchte, mit dem Trinken und den Drogen aufzuhören. Doch nach einer Party probierte ich zum ersten Mal Heroin. Von diesem Moment an war ich süchtig. Mein Drogenkonsum nahm zu, meine Kinder kamen in ein Pflegeheim und mein Leben geriet ausser Kontrolle.»

Irgendwann wurde sie clean, um die Kinder zurückzubekommen. «Ich war tief gefallen, aber ich vermisste meine Kinder enorm. Ich weinte nachts, weil ich bei Zoe und Marc sein wollte. Ich wollte eine gute Mutter sein. Ich war innerlich zerrissen, sass dort fest und schrie zu Gott.»

Durchatmen

Sie besuchte ein Strassencafé, in welchem Christen zu einer Veranstaltung einluden. Ein Mann erzählte, wie er gebunden war. «Ich verstand, was mit mir los war. An diesem Abend betete ich. Danach besuchte ich ein 'Teen Challenge Zentrum' in Wales. Dort wurde ich von einem tiefen Frieden erfüllt. Ich musste zwar entgiftet werden, aber aus irgendeinem Grund schien es nicht so schlimm zu sein wie bei früheren Versuchen.»

Weiter erinnert sich Jackie McAddock: «Ich konnte durchatmen, herausfinden, wer ich war und was Christus für mich getan hatte – dass er am Kreuz für meine Sünden gestorben war und dass ich sie nicht mehr zu tragen hatte; dass ich all meine Schuld und Scham gegen seine Liebe eintauschen konnte. Ich liess mich taufen, und meine ganze Lebenseinstellung änderte sich.»

Frei

Julie McAddock (in der Mitte) mit dem Team von «Street Connect»
Imported Image
Julie McAddock (in der Mitte) mit dem Team von «Street Connect»

Sie wollte nicht nur neue und gute Dinge tun, sie spürte, dass sie auch die Kraft dazu erhielt. «Mir war vergeben, und ich war frei durch das, was Christus für mich getan hatte.»

Jackie McAddock verweist auf die Bibel-Stelle 2. Korinther, Kapitel 5, Vers 17; dort steht: «Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen.»

Sie gehörte im Jahr 2013 zu den Mitgründern von «Street Connect». Im gleichen Jahr heiratete sie Ricky. «Wir haben beide das Bedürfnis, Menschen zu erreichen, die in der Sucht gefangen sind. Wir wollen ihnen zeigen, dass es Hoffnung gibt und dass sie sich aus ihrer Situation befreien können. Als wir das Drop-in-Café im Stadtzentrum von Glasgow begannen, hätten wir nie gedacht, dass 'Street Connect' so gross werden würde, wie es jetzt ist.»

Weiter freut sich Julie McAddock: «Gott hat nicht nur mein Leben gerettet, sondern es auch völlig verändert und mir gezeigt, dass alles möglich ist, wenn man Hoffnung hat. Ich wurde aus meinem alten Leben gerettet, um anderen zu helfen und sie zu ermutigen. Und ich hoffe, dass meine Geschichte auch dich ermutigt.»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
Makenna Brown wurde durch einen Bibelvers im Gefängnis ermutigt

«Ich war zu einem Monster geworden»

Jahrelang versucht Makenna Brown, von anderen akzeptiert zu werden. Drogen, Diebstahl und Beziehungen sollen die Leere füllen. Als sie verhaftet wird und alles zerbricht, begegnet sie ausgerechnet im Gefängnis einer Hoffnung, die alles verändert.
Story
Stephen McWhirter

Vergeben, was unverzeihlich scheint

Er sah, wie Menschen nach den Predigten seines Vaters zu Jesus fanden – und zu Hause, wie seine Mutter durch Misshandlungen litt. Stephen McWhirter wurde zum Feind Gottes …
Story
Melanie Rivas

Vom «Borderline-Satanismus» zur Gottesbegegnung

Melanie Rivas’ Freude an Jesus ist ansteckend. Noch vor einem Jahr jedoch war die 22-Jährige obdachlos, mittellos und auf der Flucht aus einer missbräuchlichen gleichgeschlechtlichen Beziehung …
Story
Gabrielas Startbedingungen waren extrem schwierig (Symbolbild)

«Gott hat mich von meiner Angst befreit»

Als Gabriela Withs Adoptivvater sie sexuell missbraucht und die Adoptivmutter davon erfährt, versucht diese, ihn vor Gabrielas Augen umzubringen. So leidet das Mädchen an Angst, Leistungsdruck und Lernblockaden.