Wochenlang brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Das Gras verdorrte, Schiffe konnten wegen des dramatisch gesunkenen Wasserstands nicht mehr auslaufen, und die Bauern mussten erste Kühe notschlachten, weil das Futter knapp wurde. Die Hitze war diesen Sommer kaum auszuhalten – doch nicht nur die Temperaturen liessen die Gemüter erhitzen. Denn Wasser ist mehr als eine willkommene Abkühlung.
Wasser bedeutet Leben.
Was bleibt frisch?
Während der breite Dorfbach bei uns zu einem dünnen Rinnsal zusammenschrumpfte, plätscherte das kleine Flüsschen neben dem Haus meiner Schwester weiterhin unter vor sich hin. Ihr Garten blieb bunt, die Wiese saftig grün. Und einen Swimmingpool brauchten sie nicht: Mehrmals am Tag erfrischten sie sich im angenehm kühlen Wasser.
Wie konnte das sein? Diese Frage liess mich nicht mehr los. Wie kommt es, dass grosse Seen zu lauwarmen, algenhaltigen Tümpeln werden und frische Flüsse zu kleinen Rinnsalen zusammenschrumpfen, während das kleine Flüsschen neben dem Haus meiner Schwester unaufhörlich frisch und fröhlich vor sich hinplätschert?
Die Antwort lag eigentlich auf der Hand: Es musste am Ursprung liegen.
Unser Dorfbach wurde von einem See gespeist, der selbst immer mehr Wasser verlor. Das kleine Flüsschen hingegen entsprang direkt einer Quelle. Deshalb blieb es selbst in der grössten Hitze frisch und lebendig. Was für ein starkes Bild für unser eigenes Leben.
Kraft schöpfen bei Gott
Wie oft zapfen wir Bestätigung und Lebenskraft bei anderen Menschen ab? Wir schöpfen Erfüllung aus unserem Beruf, aus Beziehungen oder unserer körperlichen Kraft – aus dem, was uns Sicherheit, Anerkennung und Unabhängigkeit vermittelt.
Doch erst in Krisenzeiten zeigt sich, aus welcher Quelle wir wirklich leben.
Wenn Beziehungen zerbrechen, unsere Kräfte nachlassen oder eine Lebenskrise uns den Boden unter den Füssen wegzieht, wird sichtbar, worauf wir unser Leben gebaut haben und was tatsächlich trägt.
Die Bibel spricht von einer Quelle, die niemals versiegt. In Psalm 36 lesen wir:

«Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht.»
Psalm 36,10
LUT
Gott selbst ist diese Quelle. Im letzten Buch der Bibel heisst es:
«Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.»
Offenbarung 21,6
LUT
Und ein Kapitel später:
«Wer durstig ist, der komme; wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.»
Offenbarung 22,17
LUT
Himmlische Quelle im Alltag
Mich täglich daraus zu speisen, bedeutet für mich, mir jeden Tag bewusst Zeit zu nehmen für Gott und mich. Früh am Morgen hole ich mir einen frischen Kaffee und mache es mir an meinem Lieblingsplatz am Fenster gemütlich. Wenn sich dann auch noch mein Kätzchen zu meinen Füssen legt, bin ich selig.
In diesen kostbaren Minuten, wenn die Welt noch still ist, zapfe ich direkt bei dieser himmlischen Quelle an. Ich lese ein paar Verse aus der Bibel und lasse sie in meinem Herzen nachklingen. Ich denke darüber nach, was sie mir sagen möchten. In einem einfachen Gebet lege ich meinen Tag vor Gottes Füsse und mache mir bewusst: Er ist da. Er geht mit mir.
Wenn ich an der richtigen Quelle angeschlossen bin, können mir selbst heisse Lebensphasen und lange Wüstenzeiten nichts anhaben.
Jesus selbst ist diese lebendige Quelle. Er schenkt uns dieses echte, frische Lebenswasser – und zwar umsonst.





