NT-Wörterbuch – Auferstehung

10.12.2009
2 min

Auferstehung ist Wiederherstellung des ganzen Menschen

Das Neue Testament spricht nicht von der Unsterblichkeit der Seele; es verkündigt die Auferstehung der Toten. Im Griechischen lautet der Ausdruck eigentlich: »Wiedererstehen«.

Das Neue Testament weiss nichts von einem einstigen Aufgehen der menschlichen Person in der Allseele; so denkt man sich oft die »Unsterblichkeit der Seele«. Christus und die Apostel sprechen überall von der Wiederherstellung des Menschen in seiner gottgeschaffenen Eigenart. Fortbestehen soll nicht ein Teil des Menschen (seine Seele, sein Geist); sondern der ganze Mensch einschliesslich des Leibes soll in eine neue Wirklichkeit hineinverwandelt werden.

Das Neue Testament kennt nicht die spätgriechische Geringschätzung des Leibes. Sie ehrt ihn als Gottes Schöpfung. Der Leib, wie ihn der Schöpfer anfänglich dem Menschen gab, war nicht ein Gefängnis des Geistes, sondern in untrennbarer Einheit mit dem Geist ein Gleichnis der göttlichen Herrlichkeit (dies ist der Sinn von 1. Mose 1,26). Der Leib ist ein angemessenes Werkzeug und Ausdrucksmittel des inneren Menschen; die Gemeinde, der leibhaftige Menschen angehören, ist ein Tempel Gottes und eine Wohnung seines Geistes (1. Kor. 3,16). Der jetzige Leib ist zwar dem Tod verfallen; deswegen wird der Mensch aber in der Vollendung nicht ohne Leib sein. Er wird vom Tod erstehen mit einem neuen Hoheitsleib (Phil. 3,21).

Auferstehung ist erneute Schöpfung

Nicht das, was der Mensch auf Erden aus sich selbst gemacht hatte, nicht das, was in diesen Weltverhältnissen aus ihm geworden war, soll fortleben. Sondern so, wie Gott anfänglich ihn schuf, soll er wieder aufleben, ja dieser göttliche Anfang soll in der Auferstehung vollendet sein, viel herrlicher noch als »am ersten Tag«. Der auferstandene Mensch wird im göttlichen Lichtglanz erstrahlen (1. Kor. 15,25 ff.).

Das göttliche Original, das jeder Mensch darstellt, wird hier erst zur vollen Entfaltung kommen. Darum wird jeder kenntlich sein als der, der er ist. Im Vergleich zum jetzigen Zustand des Menschen bedeutet die Auferstehung eine völlige Verwandlung oder Neuschöpfung (1. Kor 15,51). Das sagt der Apostel Paulus mit den Worten: »Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib« (1. Kor. 15,43 f.).

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