Bibelstudium: Markus 7,31-37

13.10.2008
3 min

Ein Taubstummer kann wieder hören und sprechen

31 Von Tyrus aus ging Jesus in die Stadt Sidon und von dort wieder an den See von Galiläa in das Gebiet der Zehn Städte. 32 Dort wurde ein Taubstummer zu ihm gebracht, damit er dem Mann die Hände auflegen und ihn heilen sollte. 33 Jesus führte den Kranken von der Menschenmenge weg. Er legte seine Finger in die Ohren des Mannes, berührte dessen Zunge mit Speichel, 34 sah auf zum Himmel, seufzte und sprach: «Öffne dich!»4 35 Im selben Augenblick konnte der Taubstumme hören und sprechen. 36 Jesus verbot den Leuten, darüber zu reden. Aber je mehr er den Menschen einschärfte, nichts über diese Ereignisse zu berichten, um so schneller wurden sie bekannt. 37 Denn für die Leute war es unfassbar, was sie gesehen hatten. «Es ist einfach grossartig, was er tut!» erzählten sie überall. «Selbst Taube können wieder hören und Stumme sprechen!» Übersetzung: Hoffnung für Alle

Kommentar

7,31.32 Von der Mittelmeerküste kehrte unser Herr nun an das Ostufer des Sees Genezareth zurück, in das Zehnstädtegebiet. Hier fand ein Ereignis statt, das nur im Markusevangelium berichtet wird. Engagierte Freunde brachten "einen Tauben zu ihm, der mit Mühe redete". Vielleicht bereitete eine Deformation der Mundhöhle diese Mühe beim Sprechen, oder er sprach deshalb so mühselig, weil er die Laute nie deutlich hören konnte und es für ihn deshalb schwierig war, sie richtig wiederzugeben. Jedenfalls steht er hier für den Sünder, der für die Stimme Gottes taub ist und deshalb vor anderen nicht über Gott reden kann. 7,33.34 Erst einmal nahm Jesus ihn von der Volksmenge beiseite. Er "legte seine Finger in seine Ohren und berührte mit Speichel seine Zunge" und zeigte dem Mann so durch eine Art Zeichensprache, dass er ihm nun die Ohren öffnen und die Zunge lösen wolle. Dann blickte Jesus "zum Himmel", um darauf hinzuweisen, dass seine Macht von Gott stammte. Sein Seufzen drückte seine Trauer über das Leid aus, das die Sünde über die Menschheit gebracht hat. Schliesslich sagte er noch: "Ephata!", das aramäische Wort für "Werde aufgetan!" 7,35.36 Der Mann bekam sofort ein normales Gehör und normale Sprechfähigkeit. Der Herr bat die Menschen, dieses Wunder nicht zu verbreiten, aber sie hörten nicht auf seine Anweisung. Ungehorsam kann niemals gerechtfertigt sein, so gut man es auch meinen mag. 7,37 Die Zuschauer waren über die wunderbaren Werke Jesu erstaunt. Sie sagten: "Er hat alles wohl gemacht; er macht sowohl die Tauben hören als auch die Stummen reden." Sie erkannten nicht, welche Wahrheit sie da äusserten. Hätten sie jenseits von Golgatha gelebt, dann hätten sie mit noch mehr Überzeugung und Begeisterung gesprochen. Und seit unsere Seelen seine Liebe kennengelernt haben,
Welche Barmherzigkeiten hat er uns erwiesen,
Barmherzigkeiten, die all unser Lob übersteigen,
Unser Jesus hat alles wohl gemacht.
Samuel Medley

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