NT-Wörterbuch – Bruder

10.12.2009
2 min

Um ihrer göttlichen Herkunft willen nennt Jesus die Menschen seine Brüder

Brüder sind Menschen gleicher Abstammung. Es ist ernst zu nehmen, wenn Jesus im Gleichnis vom Jüngsten Gericht (Matth. 25) sagt: was jemand einem seiner Brüder getan habe, sei ihm getan. Er sagt damit, dass auch der unansehnlichste Mensch ihm stammverwandt, also göttlichen Geschlechts ist.

Darum ist jeder dieser Geringsten unserer Hochachtung wert, und es soll uns eine Ehre und Freude sein, ihm zu dienen. Eine unverantwortliche Geringschätzung gottentstammten Wesens ist es aber, an einem hilfsbedürftigen Menschen achtlos vorüberzugehen. Wer das tut, hat einen nahen Blutsverwandten Christi im Elend gelassen.

Jesus nimmt den Begriff Bruder ganz weit, aber auch ganz eng. Matthäus 12,50: »Wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.« Ananias nennt Saulus lieber Bruder, als er ihn zu Jesus beten hört. Christen werden geradezu die genannt, die den Namen Jesu anrufen (Apg. 9,14. 17. 21).

Christus bringt die getrennten Brüder wieder zusammen

Weil wir alle desselben göttlichen Ursprungs sind, sind wir auch untereinander Brüder. In diesem Sinne, von der Schöpfung her, ist jeder Mensch mein Bruder. In dieser allgemeinen Bedeutung ist vom Bruder die Rede an Stellen wie Matth. 5,22. 23; Jak. 2,15. Im besonderen Sinne heissen Brüder die, die durch die neue Geburt zu der gleichen unmittelbaren Verbindung mit der oberen Heimat gekommen sind.

Was in der Schöpfung schon da war, aber später verschüttet wurde, wird wiederhergestellt durch die neue Schöpfung: der Mensch ist wieder eins mit seinem himmlischen Vater. Dadurch ist er auch in lebendigen Kontakt gekommen mit allen, die gleich ihm zurückgekehrt sind ins Vaterhaus.

Menschen, die ihm bisher ganz fern standen, sind jetzt in seine nächste Nähe gerückt. Freudig erschrocken sieht er, dass die, die ihm bisher als völlig wesensfremd erschienen (denn ihre Religion, ihre Bildung, ihre Nationalität, ihr Stand hatten ihnen einen so verschiedenen Stempel aufgedrückt), seine nächsten Verwandten sind. Sie sind ja auch aus Gott geboren, sie sind in ihrem Kern gotterleuchtet, gotterfüllt, gottdurchwirkt.

Wo das vor mir aufleuchtet, brauche ich nicht erst den Beschluss zu fassen zu lieben: die Liebe ist ganz von selbst da, weil eben Brüder da sind. Daran, dass es einem Menschen so geht, ist es zu erkennen, ob er aus Gott geboren ist (1. Joh. 3,14; 5,1).

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