Bis zu deiner Pension bist du über 90’000 Stunden am Arbeiten und rund 5’000 Stunden in der Kirche. Es ist naheliegend, dass du denkst: «Meine Arbeit sollte Sinn und Spass machen, wenn ich so viel Zeit investiere.» 97 Prozent aller Menschen haben einen «normalen» Job. Nur etwa drei Prozent sind als Missionare oder Pastoren tätig.
Der Begriff «Gottesdienst» bedeutet auf Hebräisch: dienen, arbeiten und Anbetung (Ehrfurcht). Viele verstehen den Sonntag als Gottesdienst, aber was ist mit dem Montag, Dienstag, Mittwoch etc.? Jesus hat dich auserwählt, um als Metzger, Fischer, Winzerin, Anwalt, Pflegefachfrau, Ärztin, IT-Supporter, Architektin zu arbeiten. Deine Firma ist also deine Kirche!
Das Mindset ändern
Warum trennen wir Glaube und Arbeit? Dieses Mindset beruht auf dem griechischen Denken, nicht aber auf dem hebräischen. Es ist Zeit, dass wir unsere Denkweise nicht nur überdenken, sondern unsere Sinne gänzlich verändern lassen nach Römer Kapitel 12, Vers 2.
Deine tägliche Arbeit ist etwas Sinnvolles. Schon ganz am Anfang in der Bibel lesen wir, dass Gott gearbeitet und die Welt erschaffen hat. Er hat das Sechs-Tage-Modell eingeführt und den Sabbat. Wenn wir unser Talent für unsere Berufung am Arbeitsplatz einsetzen, können wir Gott etwas als Dank zurückgeben.
Glaube am Arbeitsplatz
Was würde geschehen, wenn die drei Prozent Pastoren die Wirtschaft unterstützen würden, indem sie das, was sie am Sonntag predigen, auch am Arbeitsplatz umsetzen würden? Wann hat dich der Pastor das letzte Mal am Arbeitsplatz besucht? Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie du mit einer Gebetsgruppe in deiner Firma, an deinem Arbeitsplatz starten könntest? Ganz im Sinne von «Ora et Labora» – beten und arbeiten.
Jesus selber hatte einen handwerklichen Beruf und auch er hat gearbeitet. Seine auserwählten Jünger waren keine Theologen oder Schriftgelehrte, auch sie hatten grösstenteils einen Handwerksberuf. Versuch einmal, die Bibel aus der Sicht der Arbeit zu lesen – es gibt über 26 Bibelstellen dazu, hier zwei Beispiele:
«Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und werde weise! Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.»
Sprüche Kapitel 6, Verse 6-8.
«Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus!»
Kolosser Kapitel 3, Vers 23.
Was ist deine Vision?
Vor paar Wochen sagte mir ein Unternehmer, sein Fokus sei, 70 Prozent in das Reich Gottes zu investieren – «Menschen zu Jüngern machen» – und 30 Prozent in das Business. Wie Gott seine Firma versorgt, ist einfach genial. Arbeit kann alles sein: stressig, herausfordernd, leicht, entspannt, ... Gott schaut auf uns, wie wir uns bei der Arbeit verhalten, in allen möglichen und fast unmöglichen Situationen. Und immer dürfen wir Gott Danke sagen, dass wir eine Arbeit verrichten dürfen und dafür noch Lohn bekommen.
Wenn du nur wegen dem Lohn zur Arbeit gehst, denkst du noch zu klein. Was ist deine Vision für deinen Arbeitsplatz? Kennst du deine Berufung, deine Talente und Fähigkeiten, mit denen du Probleme von anderen Menschen lösen könntest? Dein Leben ist zu kurz, deshalb finde und lebe deine Vision und voll aus.
Raus aus der Komfortzone
Es gibt verschiedene Zonen, in denen wir uns bewegen: Komfortzone, Angstzone, Lernzone, Wachstumszone. Es ist Zeit, dass wir unsere Zonen immer wieder aufs Neue verlassen und uns nicht von der Angst leiten lassen, sondern von der Liebe. Von der Liebe zu Gott und von der Liebe zu den Menschen. Durch die Liebe schaffen wir es, auch die Kultur in einer Firma zu verändern.
Tipps für eine gutes Arbeitsklima
- 1Statt einen Schuldigen zu suchen, in erster Linie den Fehler bei sich selber suchen.
- 2Statt über andere in deren Abwesenheit negativ zu reden, positiv reden. Das geht immer.
- 3Siege gemeinsam feiern, so wird Liebe spürbar.
- 4Und vergiss nicht: Das Umdenken zu einem guten Klima fängt bei dir selbst an.





