Advent gibt Zukunft – Das Warten auf den grossen Tag

6.12.2016
3 min
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Der Advent setzt dem Jahr die letzten Lichter auf – und im Advent zeigt sich, was wir wirklich glauben. In diesen Wochen geht es um das, was uns wirklich bestimmen wird: die Zukunft.

Aufs Fest stimmen wir uns mit Gospel und anderen Konzerten ein, mit Geschenken, beleuchteten Gassen und geschmückten Stuben. Die Frage bleibt: Wie wird sich die Zukunft gestalten? Politiker, Klimaforscher und Ökonomen rechnen je nachdem mit Wachstum, Stagnation oder Schrumpfung, mit nachhaltigem oder krisenhaftem Verlauf. Wir ziehen die Linien der bisherigen Entwicklung aus und versuchen, in Szenarien mögliche Einflüsse abzuschätzen. Träumen ist zwar erlaubt – aber Utopisches findet nach allen Erfahrungen in der Realität keinen Platz.

Ankunft des Friedensbringers …

Advent gibt Zukunft. Dies ist wahr, sogar in einem doppelten Sinn. Zum einen ist unser deutsches Wort Zukunft eine Übersetzung des lateinischen adventus. Ad heisst hinzu, ventus gehört zum Verb venire = kommen. Zukunft gibt es, weil es adventus gab. Interessanterweise bezeichneten die Römer damit auch die Ankunft eines als Gott verehrten Kaisers, seinen Besuch in der Stadt. Darauf wies der Sprachwissenschaftler Klaus Bartels vor einiger Zeit in der Neuen Zürcher Zeitung hin. In der zweiten damaligen Weltsprache, dem Griechischen, klang adventus mit parousia zusammen. Mit diesem Wort ('zugegen sein') bezeichneten die ersten Christen das sichtbare Ankommen von Jesus Christus als Friedensherrscher am Ende der gegenwärtigen Weltzeit (Die Bibel, 1. Brief an die Thessalonicher Kapitel 4, Vers 15).

… aus der unsichtbaren Welt

Dieses Ankommen erwarten Christen auch 2000 Jahre später: Wir leben mit dieser Perspektive, dieser Zukunftserwartung, die ihren Grund in der Geschichte hat: Jesus von Nazareth, zur Zeit des römischen Kaisers Augustus in Bethlehem geboren, wurde nach seiner Hinrichtung von Gott zu einem unzerstörbaren Leben erweckt und in den Himmel erhoben. Er ist es, auf den es ankommt, jetzt und für immer. Denn Gott hat Christus eingesetzt als König über alle.

Wenn die Zeit reif ist

In der unsichtbaren Welt Gottes regiert er bereits – so glauben Christen – und wird diese Herrschaft in die sichtbare, irdische Welt ausbreiten, wenn die Zeit dafür reif ist, wenn er ankommt. Die Herrschaft ist gerecht, sie bringt Versöhnung und Frieden.

Diese Perspektive, welche mit ihren zahlreichen leuchtenden Facetten die Propheten der Bibel begeistert hat, strahlt ins 21. Jahrhundert hinein. Und gibt Hoffnung. Denn ohne Herrschaft geht es nicht. Es kommt vielmehr darauf an, auf welcher Grundlage und wie regiert wird.

Leben auf höherem Niveau

In diesem zweiten, tieferen Sinn gibt Advent Zukunft: Im Advent leben wir bewusster hin auf die Ankunft dessen, der die Völker aus vorgegebenen Nöten und selbstverschuldeten Sackgassen herausführt. Wir warten auf den, der das Leben auf eine neue Stufe hebt (und dies wird nicht terminiert durch irgendeinen menschlichen Kalender!).

Alle humanen Fortschritte und Bewusstseinsprozesse reichen bei weitem nicht aus, um da hinzukommen, auch nicht globales Denken und die digitale Revolution. Die technisch hergestellte Zukunft ist ein Klacks gegen die neuen Umstände und die Lebensqualität, die mit der Ankunft von Jesus verbunden sein werden. Der Advent von Jesus ist die Zukunft, die uns blüht.

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