Das Zeitmanagement eines Lehrmeisters der Antike

5.9.2020
3 min
Zeit nutzen
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Zeit nutzen

Der Ratschlag, «die Zeit gut zu nutzen», ist fast 2000 Jahre alt und stammt von Paulus, einem christlichen Lehrer. Er schrieb an die Christen von Ephesus, einer riesigen Stadt an der – heute türkischen – Ägäisküste: «Nutzt die Zeit, so gut ihr könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit.» (Die Bibel, Brief an die Epheser, Kapitel 5, Vers 16).

Geht es um Techniken und Methoden?

Mit den Ohren von heute, hören wir diesen Rat oft als eine Aufforderung, dass wir möglichst effizient, also mit einen bestmöglichen Einsatz und Nutzen der Zeit, leben sollten. Da denken wir an Aspekte wie gute Planung, Prioritäten setzen, unnötige Zeitfresser eliminieren und Disziplin.

Ich denke aber nicht, dass Paulus diesen Ratschlag so meinte. Wobei nicht zu unterschätzen ist, wie sehr die ersten Christen, zu denen auch Paulus gehörte, von der Erwartung bestimmt waren, dass Jesus sehr bald wiederkommen und damit das Ende der Welt herbeiführen würde. Viele erwarteten, sie würden das noch vor ihrem eigenen Tod erleben.

Und vor diesem Hintergrund, kann man die Aufforderung auch so verstehen, die verbleibende, begrenzte Zeit zu nutzen, um anderen Menschen von Jesus zu erzählen und sie für den Glauben an ihn zu gewinnen.

Mit dem Leben einen Unterschied machen

Der Rat des Paulus, die Zeit zu nutzen, ist Teil einer ganzen Liste von Ratschlägen und Hinweisen, die Paulus in seinem Brief auflistet. Es lohnt sich, das nachzulesen. Die Briefpassage liesse sich unter die Überschrift stellen «Mache mit deinem Leben als Christ einen Unterschied!»

Einen Satz vorher schreibt Paulus etwas, was vielleicht noch mehr Aufschluss darüber gibt, wie der Rat, die Zeit gut zu nutzen, gemeint sein könnte. Es heisst da: «Achtet also genau darauf, wie ihr lebt: nicht wie unwissende, sondern wie weise Menschen.»

Paulus geht es um Dinge, die tiefer liegen

Die Zeit auszunützen bedeutet also nicht, möglichst viel in einen Moment hineinzupacken. Es geht wohl mehr um tiefer liegende Wahrheiten als um Techniken und Tipps. Gegen solche Tipps ist nichts einzuwenden: Sie helfen, Priorität, Struktur und Effizienz in den Tag zu bekommen. Das hat seinen Platz und ist hilfreich.

Man könnte aber sagen, dass es Paulus darum geht, noch tiefere Gründe anzusprechen, indem er die Christen daran erinnert, dass sie weise Menschen sind.

Wichtige und elementare Wahrheiten

Was aber macht die Christen zu weisen Menschen? Es geht um Aspekte, die die Haltung zum Leben bestimmen. Ohne es konkret anzusprechen, scheint er die Christen daran erinnern zu wollen, welche Wahreiten wichtig sind:

  • Jesus hat alle Dinge, auch den Gang der Geschichte, in seiner Hand.
  • Ich habe mein Leben aus der Hand Gottes, der es mir geschenkt hat.
  • Meine Zeit, meine ganze Lebenszeit ist in Gottes Hand.
  • Jesus schaut nicht nur zu. Er wohnt durch seinen Geist in mir. Er will mich leiten und mir helfen, jeden Tag, jederzeit.
  • Mein Leben wird einmal ein Ende haben und dann bin ich bei Jesus.
  • Es kommt der Tag, wann immer das auch ist, an dem Jesus zurückkehren und eine neue Welt erschaffen wird, die er dann sichtbar in seinen Besitz nimmt.

Kraft, Hoffnung und Perspektive

Das sind alles bedeutende Wahrheiten. Wer mit und in ihnen lebt, der lebt anders. Diese Wahrheiten geben Kraft, Hoffnung und Perspektive, für jeden einzelnen Tag und weit darüber hinaus. Es sind Wahrheiten, die die Einstellung zum Leben, zum Umgang mit der Zeit und zur Lebensführung beeinflussen. Wahrheiten, wie Paulus wusste, die den Menschen weise machen.

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