Glauben im Alltag: Der gute Hirte und seine Schafe

Kennst du den bekanntesten Psalm aus der Bibel? Es ist der Psalm 23. David beschreibt hier Gott als einen guten Hirten, der seine Schafe liebevoll leitet. Über saftige Wiesen, hin zu frischem Wasser, aber dann auch mitten durch das dunkle, angsteinflössende Tal. Nie lässt dieser Hirte seine Schafe im Stich.

1.7.2026
3 min
geschrieben von
Madeleine Häsler
Hirtin füttert ihre Schafe
Unsplash+
Die Gegenwart vom guten Hirten tröstet uns und schenkt Orientierung

Ich kann mich gut erinnern, als ich ein kleines Mädchen war. Meine Mutter sang jeden Tag mit uns Kindern dieses altbekannte Schlaflied: «Schäfchen, kleines Schäfchen läuft dem Hirten davon …» Natürlich endet das Lied damit, dass der Hirte sein Schäfchen sucht, bis er es gefunden hat. Und dann nimmt er es liebevoll auf den Arm und trägt es sicher wieder nach Hause zu den anderen Schafen. Dieser Hirte kennt jedes Schäfchen beim Namen und pflegt liebevoll jede Wunde, die ihm auf seinen Irrwegen zugestossen sind.

Schafe und der blinde Fleck

Letzthin habe ich mir wieder mal Zeit genommen und ausführlich den Psalm 23 gelesen. Ja, auch ich habe Gott schon oft als guten Hirten erlebt. Und wenn ich mir über mein Leben, und das Leben meiner Mitmenschen Gedanken mache, kann ich mich gut mit einem Schaf identifizieren. Ich sehne mich nach göttlicher Führung und ich brauche einen Beschützer. Auch habe ich im Laufe der Jahre erlebt, wie verloren wir sind, wenn wir auf uns alleine gestellt sind.

Folgende Fakten über Schafe haben mich zusätzlich ins Denken gebracht: Man weiss, dass Schafe zwar ziemlich weit sehen können. Aber bei Dunkelheit lässt das Sehvermögen der Schafe deutlich nach. Auch in der Nähe sehen sie nicht besonders scharf. Das ist bestimmt auch mit ein Grund, warum sie sich so schnell erschrecken. Eine weitere Sehschwäche der Schafe entsteht dadurch, dass sie ihre Augen seitlich am Kopf haben. Dadurch haben sie einen sogenannten blinden Fleck direkt vor der Nase.

Als ich diese Tatsachen über Schafe gelesen habe, habe ich mich ertappt gefühlt. Stehen wir nicht auch in Gefahr mit einem blinden Fleck, direkt vor unserer Nase durch den Alltag zu gehen? Ohne selbst scharf sehen zu können, bilden wir uns Meinungen, die wir dann noch lautstark herausblöken. Und dann lassen wir uns auch sehr schnell erschrecken. Wir leben in ständiger Unruhe und lassen uns von jedem aktuellen Weltbericht ängstigen. Wie wunderbar, wenn wir erleben dürfen, wie der gute Hirte uns durch den Alltag von einer grünen Wiese zur nächsten führt. Nie müssen wir Mangel leiden, immer ist er da.

Trost vom Hirten

Dann gibt es aber auch diese Wegabschnitte, wo der Hirte uns durchs finstere Tal führt. Wäre da nicht das vertraute Geklapper des Hirtenstabs, wären wir total verloren. Auch die anderen Schafe sind uns in dieser Situation nicht eine sonderliche Hilfe, weil auch diese keine bessere Orientierung haben. Wie wunderbar ist hier die Zusage, dass der Stecken und Stab vom guten Hirten uns trösten. Es ist dieses vertraute Geklapper dieses Stabes, das uns Orientierung gibt. Schafe haben nämlich einen sehr fein ausgeprägten Hörsinn. Vielleicht gibt es Lebensabschnitte, die so dunkel sind, dass wir nicht mal mehr unseren Hirten vor uns sehen. Aber weil wir das Geklapper des Hirtenstabes kennen, können wir vertrauensvoll diesem Geräusch folgen.

Im Laufe der Jahre ist Gottes Wort für mich zu einem solchen Orientierungsstab geworden. Selbst in Zeiten, in denen ich Gott weder sehe noch spüre, kann ich mich auf sein Wort verlassen. Es gibt mir Orientierung und Halt. Jeden Morgen setze ich mich mit einem frischen Kaffee an meinen Lieblingsplatz und nehme mir Zeit um in der Bibel zu lesen. Auf diesem Weg lerne ich meinen Hirten noch besser kennen, und das Geklapper seines Hirtenstabes wird mir immer vertrauter.

Schon viele Jahre laufe ich inzwischen treu mit meinem guten Hirten durchs Leben. Nie hat er mich enttäuscht, nie alleine gelassen. Nie habe ich Mangel erlitten und nie musste ich in dunklen Tälern verzweifeln.

Ich möchte dich ermutigen! Nimm dir die Zeit und lies diesen Psalm 23. Auch du bist ein geliebtes Schaf. Jesus möchte auch dein guter Hirte sein!

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar. 

David

Pslam 23 (LUT)

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