Eine Adventserzählung – Der König und die grosse Liebe

9.12.2018
4 min

Was Weihnachten für uns Menschen bedeutet, davon erzählt diese ergreifende Adventsgeschichte. Es ist ein Gleichnis von bedingungsloser Liebe, Hingabe – und vielleicht einem Happy End...

Stellt euch einen König vor. Einen König, der sich in eine junge Frau aus ärmlichen Verhältnissen verliebte. Sie hatte keinen adeligen Stammbaum. War nicht gebildet. Hatte keine Stellung am Hof. Nein, ihre Kleider waren zerschlissen und ausgeblichen. Sie wohnte in einer schlichten Hütte und lebte von dem, was ihr Stück Feld und der Garten abwarfen.

An eben diese Frau verlor der König sein Herz. Warum er sie liebte, konnte er niemandem erklären. Aber dass er sie liebte – dessen war er sich sicher. Und das liess er sich auch von niemandem ausreden. Doch den König drückte eine grosse Sorge: Wie konnte er ihr seine Zuneigung zeigen? Wie konnte er die Kluft zwischen ihnen überbrücken? Er war reich, vornehm und angesehen. Sie war bettelarm.

Drei Ratschläge

Seine Ratgeber empfahlen dem König, dass er diese Liebe aufgeben sollte. Er solle sein Herz lieber an eine Frau verschenken, die seiner würdig war. Aber der König wollte und konnte das nicht.

Also fanden die Ratgeber, er solle ihr doch einfach befehlen, seine Frau zu werden. Er war doch unendlich mächtig. Niemand konnte sich ihm widersetzen. Auch sie würde ihm wortlos gehorchen. Aber der König war klug. Er wusste: Keine Macht der Welt kann Liebe erzwingen. Ja, er konnte von ihr fordern, in seinem Palast anwesend zu sein und ihm zu gehorchen, das schon. Aber er konnte sie nicht zwingen, dass sie ihm ihr Herz schenkte. Und das wollte er auch gar nicht. Er sehnte sich danach, dass das Mädchen ihn wirklich lieb gewinnt. Dass sie einander ganz vertraut würden und einer dem anderen das Wichtigste auf der Welt wäre.

Ein guter Freund riet dem König schliesslich, er solle die junge Frau doch einfach in den Adelsstand erheben. Dann wäre die tiefe Kluft zwischen ihnen aufgehoben. Er könnte sie mit Geschenken überhäufen, sie in Purpur und Seide kleiden und sie dann zur Königin krönen lassen. Doch der Zweifel nagte weiter am Herzen des Königs: Wenn er sie tatsächlich in seinen Palast brachte und adelte, wenn er die Sonne seiner Macht über ihr erstrahlen liess, wenn sie seinen Reichtum und seine Herrlichkeit sah – wäre sie sicher völlig überwältigt. Wie konnte der König da jemals wissen, ob das junge Mädchen ihn um seiner selbst willen liebte oder um dessentwillen, was er besass? Es gab für den König nur einen Weg.

Der Weg der wahren Liebe

So stand der König eines Tages auf und stieg die Stufen seines Throns herab. Er setzte seine Krone ab, legte sein Zepter weg und zog seinen Purpurmantel aus. Er verliess seinen Palast, und zog hinaus vor die Tore der Stadt, wo die einfachsten Leute seines Reiches wohnten. Er wurde einer von ihnen. Bald waren seine Kleider zerschlissen und ausgeblichen. Er erfuhr, was Armut, Mühe, Schmerz und Leid bedeuten. Nun war er seinem geliebten Mädchen gleich. Damit die beiden für immer zusammen sein konnten. Es war die einzige Möglichkeit.

Gott und ich

Genau so hat Gott an Weihnachten den Weg zu meinem und zu Ihrem Herzen gesucht. Er ist Mensch geworden, um uns nahe zu sein, uns seine Liebe zu offenbaren und unser Herz zu gewinnen. Im Philipperbrief, Kapitel 2, Verse 6-10 ist es so beschrieben: «Obwohl Christus Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod.»

Doch noch ist die Geschichte nicht zu Ende erzählt. Denn der König erzwingt kein Happy End. Er hat alles gegeben, um eine Beziehung zu Ihnen möglich zu machen. Doch wie reagieren Sie auf den König? Werden Sie «Ja» zu ihm und zu seiner Liebe sagen?

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