Wochen und Monate des Lernens und Suchens liegen hinter den jungen Menschen, die nach vorne treten. Kirchen und Gemeinden feierten in den letzten Wochen und Monaten Konfirmation – oder, wie wir das im ICF nennen: die Graduation. Doch was bedeutet diese Feier wirklich? Ist es lediglich ein feierlicher Abschluss einer langen Zeit der Vorbereitung oder steckt mehr dahinter?
Abschluss und neuer Abschnitt
Das Wort Konfirmation leitet sich vom lateinischen Wort confirmatio ab und bedeutet «Bestätigung» oder «Bekräftigung». Die Jugendlichen haben sich im Tennieprogramm unserer Kirche über die vergangenen Jahre hinweg mit Gott auseinandergesetzt, haben Predigten gehört, diskutiert, gezweifelt und Entdeckungen gemacht. Die Feier ist der Endpunkt dieses Weges, an dem ein öffentliches und selbstständiges Statement steht: ein klares «Ja» zum christlichen Glauben und zu Jesus Christus.
Aber es ist nicht nur ein Endpunkt, es ist auch ein Weiterziehen. Viele der Teenagers sind die vergangenen Jahre mit ihren Eltern in die Kirche gekommen, in Zukunft besuchen sie bei uns eine Abend Celebration (Gottesdienst) und müssen einen Schritt mehr in die Selbstständigkeit hintreten, auch in der Kirche. Man spricht auch von der Religionsmündigkeit ab 14 Jahren. Die Konfirmation sollte kein «Abschluss» des Lernens sein, sondern eine Feier einer lebenslangen, vertieften Freundschaft mit Gott.
Ein lebendiger Brief über Jesus
Für uns als Kirche ist dies ein riesiger Grund zur Freude. Wir feiern, dass junge Menschen ihren Platz in der Familie Gottes bewusst einnehmen. Wie es im Epheserbrief heisst: «So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner Familie» (Epheser, Kapitel 2, Vers 19-20 / HFA).

Wie der bekannte Autor C.S. Lewis betonte, ist das Christentum kein abstraktes System, sondern die Geschichte eines «grossen Wunders»: Gott ist in seine Schöpfung hinabgestiegen, um uns Menschen zu sich emporzuziehen. Wenn junge Menschen heute konfirmiert werden, feiern wir genau diese entstehende Nähe zwischen den Menschen und Gott. Sie werden dazu berufen, selbst zu einem «lebendigen Brief» von Jesus Christus zu werden, den andere lesen und so Gott entdecken können.
Schritte gemeinsam feiern
Auch wenn die Konfirmation in der Kirchenlandschaft so weit verbreitet ist, schweigt die Bibel spannenderweise über ein solches Ritual. Nirgends wird eine Form von «Konfirmationsunterricht» erwähnt. Die Bibel zeigt uns aber immer wieder, dass geistliche Schritte gefeiert werden sollen.

Ich sage euch: Genauso wird im Himmel mehr Freude sein über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Lukas-Evangelium
Kapitel 15, Vers 7 (NGÜ)

Anschliessend führte er die beiden in sein Haus hinauf und liess eine Mahlzeit für sie zubereiten. Er war überglücklich, dass er mit seinem ganzen Haus zum Glauben an Gott gefunden hatte.
Apostelgeschichte
Kapitel 16, Vers 34 (NGÜ)
Die Konfirmation ist also ein wunderbarer Moment der Freude über junge Menschen, die Gott kennen und auf dem Weg bleiben, ihn weiter zu entdecken. Die Graduation ist eine Form, wie Generationen zusammenkommen, feiern und sich von den Wundern Gottes erzählen. Genauso wie uns die Bibel dazu aufruft in Psalm 145, Vers 4: «Eine Generation rühmt bei der nächsten deine Werke, sie alle verkünden deine machtvollen Taten.»




