75 Prozent Verlust – Die grosse Verschwendung

Eigentlich wollte er nur seinen Acker bestellen und möglichst viel aus ihm herausholen. Aber dann merkte er, dass das gar nicht so einfach war. Warum eine 2000 Jahre alte Geschichte im 21. Jahrhundert von beklemmender Aktualität ist.

11.1.2025
3 min
Ob die Saat aufgeht, liegt am Boden, nicht am Sämann.
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Ob die Saat aufgeht, liegt am Boden, nicht am Sämann.

Es ist ja nicht so, dass die Wahrheit nicht erhältlich wäre. Wir leben in zivilisierten Ländern, in denen die Gute Botschaft der Bibel – von der Liebe Gottes, der Errettung der Menschen und der Neugestaltung des Kosmos – überall erhältlich ist. Und viele von uns wünschen sich, dass diese «Gute Nachricht» unser Leben und unser Umfeld mehr prägt. Warum hat es diese Geschichte nur so schwer bei uns?

100% Input, 25% Output

Die Geschichte vom «vierfachen Acker», die Jesus erzählte (Die Bibel, Matthäusevangelium, Kapitel 13, Verse 1-23), ist beklemmend aktuell. Da will einer Samen säen, aber nur ein Viertel landet auf gutem Acker. Quasi 75 Prozent werden vergeudet. Ein Teil fällt auf einen vielbegangenen Weg, ein weiterer unter Felsbrocken, ein anderer schliesslich unter Dornen. Nur ein kleiner Teil landet dort, wo er eigentlich hingehört: auf gutem Ackerboden. Man könnte denken: Welch eine Verschwendung!

Seien wir mal ehrlich. Stecken nicht in jedem von uns Anteile der vier Möglichkeiten? So wie vor 2000 Jahren scheint die Wahrheit es auf dem Boden unseres Lebens auch nicht leicht zu haben. Ich jedenfalls finde mich hier wieder – in allen vier Varianten.

Der Weg: überlaufen und zugetreten

Ein Test brachte kürzlich ans Licht, wie schnell es geht, bis Menschen in einem Wartezimmer ihr Handy herausholen: Maximal eine Minute hielten sie es ohne Bildschirm vor den Augen aus. Mehr denn je gleichen wir einem Weg, über den pausenlos Menschen laufen. Zugepflastert von Social Media und scheinbar wichtigen Nachrichten, hat es die oft leise Stimme der Guten Nachricht schwer bei uns.

Die Felsen: das Happiness-Evangelium

Ein Teil von mir nimmt die Gute Nachricht gern auf und ist begeistert, wenn berichtet wird, wie toll das Leben mit Gott wird. Aber ich bin verwöhnt von der «Glücksgefrässigkeit» unserer Zeit und merke, wie meine Begeisterung schnell abkühlt, wenn es im Glauben schwierig wird. Wie auf einem harten Felsen kann die Gute Nachricht keine Wurzeln schlagen bei mir, wenn ich sie lediglich als einen weiteren Weg zum Glücklichwerden missverstehe.

Die Dornen: das total volle Leben

Vielleicht die grösste Gefahr für eine tiefe und fruchtbare Gottesbeziehung ist ein randvoller Alltag in der Konsumgesellschaft. «Sorgen der Welt und betrügerischer Reichtum» – wie schnell können lauter an sich gute und wichtige Dinge den Weg zum Leben verstopfen. Aktivitäten, Pflichten, Versicherungen und Finanzgeschäfte am laufenden Band. Nur wenige entscheiden sich bewusst gegen Gott. Nein: Der grösste Feind des einen Wichtigen waren schon immer die vielen zweitrangigen Sachen.

Der Acker: da wächst was

Zum Glück haben wir auch Anteile von gutem Acker. Wir hören oder lesen etwas, und es bleibt hängen. Es bringt uns zum Nachdenken. Und dann verändert sich was. Gott bekommt Raum und unser Leben wird zu einer Quelle des Reichtums, auch für andere.

Es liegt nicht am Wort, sondern am Boden. Es ist zum grössten Teil Ihre und meine Entscheidung, ob unser Leben eine reiche, fruchtbare Sache für Gott wird, so wie ein guter Acker. Letztlich sind es tägliche kleine Entscheidungen, die unseren Alltag und unser Herz entweder empfänglich oder resistent gegen die Gute Nachricht machen.

Dieser Artikel erschien im Juli 2016 bei Jesus.ch

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