Frühling – Die Zeit, wo das Licht stärker wird als die Dunkelheit

Der Tag wird immer länger, die Nacht kürzer. Rund um den Begriff «Licht» gibt es viele Redewendungen. Pfarrer Herbert Held hat sich in seinem Büchlein «Auszeit» darüber Gedanken gemacht.
26.3.2025
2 min
Im Frühling werden die Sonnenstrahlen wieder kräftiger
Envato Elements / esspeshal
Im Frühling werden die Sonnenstrahlen wieder kräftiger

Rund um den Begriff Licht gibt es viele Redewendungen:

  • Das Licht der Welt erblicken (geboren werden)
  • Licht ins Dunkel bringen (eine undurchsichtige Angelegenheit klären)
  • Etwas ans Licht bringen (etwas öffentlich bekanntmachen)
  • Nur ein kleines Licht sein (unbedeutend sein, eine Nebenrolle spielen)
  • Jemandem geht ein Licht auf (jemand versteht plötzlich)
  • In ein schiefes Licht geraten (einen ungünstigen Eindruck machen)
  • Jemand hinters Licht führen (betrügen, täuschen)
  • Licht am Ende des Tunnels sehen (Anzeichen für Besserung in schwieriger Lage sehen)
  • Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen (sich nicht unter Wert verkaufen)

Das Licht der Welt

Jesus sagt von sich: «Ich bin das Licht der Welt.» Der Schöpfer des Universums, der auch die Sonne und das Licht selber geschaffen hat, schickte seinen Sohn in unsere vom Egoismus verdunkelte Welt. Jesus sagt: «Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.» Von denen, die zu ihm gehören, gilt das Gleiche: «Ihr seid das Licht der Welt.»

Unsere Aufgabe kann also aufgrund unserer Identität nur sein, Licht ins Dunkle zu bringen!

Lebe ich diese Berufung als Licht?

Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob ich als Christ diese Berufung lebe. Darf beispielsweise alles ans Licht kommen, was ich über andere rede oder denke? Damit es noch ein wenig konkreter wird: «Wie ehrlich bin ich beim Telefonieren?»

Da gibt es doch den bekannten Satz: «Sag ihm, dass ich nicht da bin!» Peinlich wird es, wenn diese Unwahrheit wie folgt kommuniziert wird: «Er sagt, er sei nicht da!» Oder die folgende Situation: Während ich zu Besuch bin, klingelt beim Gastgeber das Telefon. Unmutig sagt dieser: «Wer will denn nun schon wieder etwas von mir?» Nach einigem Zögern nimmt er den Hörer ab, und schon bald ist zu hören: «Ach nein, du störst überhaupt nicht. Ich freue mich mega, dass du anrufst.»

So kommt es, dass ich mich selber hinterfrage: «Lebe ich am Telefon und in anderen Alltagssituationen meine Berufung als Licht der Welt?»

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Wie hältst du am Glauben fest?

Peilung behalten – Damit der Glaube bleibt

Christen sollen an ihrem Glauben festhalten. Aber was heisst das? Kann einem der Glaube - wenn man nicht aufpasst – ganz plötzlich abhandenkommen?
Thema
Wer ist der Schnellste?

Wo jeder eine Chance hat – Wer ist der Grösste?

Im Moment kommen und gehen sie, werden hochgejubelt und verschwinden wieder – die Grossen und die Berühmten. Kaum ist der eine gegangen, kommt der nächste. Die Medien kommen fast nicht nach. Und irgendwann wird man auch leicht müde.
Thema
Jesus sprach vor Tausenden, doch verlangte kein hohes Ansehen

Wie das Reich Gottes wächst – Von Grossem beeindruckt?

Grösse ist für uns Menschen oft ein Gradmesser für Erfolg – auch im christlichen Bereich. Doch wie wichtig waren Zahlen und Grösse für Jesus?
Thema
Den Schritten von Jesus nachfolgen (Symbolbild)

Weder Missionar, Mönch noch Märtyrer – Ein nicht so radikales Leben als Christ

«Sei ganz sein oder lass es ganz sein» ist ein Spruch über radikale Jesusnachfolge. Aber was wäre, wenn man als Christ gar nicht radikal sein müsste, sondern wenn es reichen würde, zu glauben?