Dranbleiben ist alles

Wir setzen uns gern Ziele und versuchen dann, dranzubleiben. Vergessen wir dabei aber eine Zentralwahrheit nicht: Entscheidend ist nicht, an was, sondern an wem wir «dranbleiben».

23.7.2026
3 min
geschrieben von
Reinhold Scharnowski
weinrebe
Unsplash
Wir sollen mit Jesus so organisch verbunden bleiben wie eine Rebe mit dem Weinstock.

Wir (naja, vor allem Männer) denken gern sachorientiert. Es sind Ziele, die uns motivieren und antreiben. Pläne, Projekte, Aufgaben – alles gute Sachen, die darüber entscheiden, ob wir «fruchtbar» leben oder furchtbar arm bleiben.

«Wer» vor «was»

So ein zielorientiertes Leben kann sehr erfüllend, aber auch – sind wir ehrlich – recht stressig sein. Dauernd sind wir irgendwo dran. Misserfolge tun weh. Und wenn wir mal plötzlich aus allem rausgenommen werden – sei es durch Krankheit oder auch bei der Pensionierung – kommt die grosse Leere, die einem die ganze Lebensenergie raubt.

Es lohnt sich hier (wie immer), die Bibel genau zu lesen. Für ein «fruchtbares» Leben, das erfüllt ist von guten Ergebnissen, sind nicht die Ziele, meine Energie und mein Einsatz, sondern die Haupt-Bezugsperson entscheidend. Jesus verspricht:

Icon Bibel

«Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht.»

Johannes-Evangelium

Kapitel 15, Vers 5 (HFA)

Das bedeutet knallhart: Entscheidend ist nicht, an wie vielen Prozessen und Zielen wir «dranbleiben», sondern, an wem wir hängen. Die Priorität ist eindeutig: Wir sollen mit Jesus so organisch verbunden bleiben wie eine Rebe mit dem Weinstock – das ist das Geheimnis eines Lebens mit Auswirkungen. Christsein ist eine Personenbeziehung – nicht eine Sachbeziehung.  

Die Entscheidung zur Zugehörigkeit

Unsere Hauptaufgabe ist, in Jesus zu bleiben. Das ist das erste und wichtigste Anliegen, die erste Priorität in unserem Leben. Wir sind fixiert auf Jesus – nicht darauf, Frucht zu produzieren. Auf den Herrn – nicht auf die Ergebnisse.

Das gibt einen unverwechselbaren Fokus ins Leben: unsere Beziehung zu Christus ist unsere wichtigste Aufgabe. Das organische Verwachsensein mit Jesus führt zu einem unaufhörlichen Durchströmtwerden von seinem Saft. Und das bewirkt Ergebnisse, die Gott – und Menschen – Freude machen, so wie eine gute Traube etwas echt Leckeres ist.

Was heisst das konkret?

Wie geht das? Soll man jetzt nur an Jesus denken und den ganzen Tag beten? Keiner von uns kann das. Hier sind ein paar einfache Hilfen:

  1. Seine Stimme in der Bibel

Jesus nennt selbst die Hauptsache: «Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt …» (Johannes, Kapitel 15 ,Vers 7, HFA). Wer mit Jesus verbunden bleiben will, kommt an der Bibel nicht vorbei. In ihr begegnen wir seinem Wort und hören seine Stimme. Daraus wächst das Gespräch mit ihm.

  1. Mit offener Haltung leben

Im 1. Thessalonicher heisst es: «Hört niemals auf zu beten» (Kapitel 5, Vers 17; HFA). Gebet ist mehr als einzelne Momente am Tag. Es ist eine liebevolle Haltung des Dialogs, die sich durch meinen Alltag zieht. Ich bespreche alles mit ihm, höre auf Impulse – innerlich ist die Antenne auf Jesus gerichtet.

  1. Geistliche Gewohnheiten pflegen

Zur Verbundenheit mit Jesus gehören auch geistliche Übungen wie spezielle Gebetszeiten, Fasten, Zeiten der Stille – alles, was uns tief mit Jesus verbindet.

  1. Mit anderen verbunden bleiben

Schliesslich: Eine Rebe hängt nicht allein am Weinstock. Sie ist Teil vieler anderer Reben, die gemeinsam mit dem Weinstock verbunden sind. Genauso ist die tiefe Verbundenheit mit anderen Christen auch eine Art, wie wir an Jesus dranbleiben.

Johannes 15 ist herrlich «einfach»: Bleib an Jesus dran, und er sorgt dafür, dass du Frucht bringst. Auf geheimnisvolle Weise wird unser Leben reich werden, wenn Jesus unsere zentrale, grosse Liebe ist.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Was bedeutet Vertrauen in unserem Leben?

Gedanken aus dem Alltag – Gerade leben in einer verdrehten Welt

Die Gedanken des Königreichs Gottes unterscheiden sich grundlegend von den Gedanken dieser Welt. Es ist eine andere Sichtweise. Eine andere Lebensart. Ein anderer Weg. Ein Leben, das sich nicht von der Kälte dieser Welt prägen lässt.
Thema
Auch Paulus warnte davor auf Vergangenens zurückzuschauen

Raus aus dem Gedankenkarussell – Es braucht den Blick nach vorn

Hätte ich doch... Warum...? Wenn doch nur... Wieso lief das so? – Kennst du solche Gedanken? Du schaust auf eine Situation zurück und wünschst dir, es wäre anders gelaufen.
Thema
Wir dürfen unsere Wurzeln in Jesus schlagen

Im Glauben wachsen – «Um in die Tiefe zu gehen, braucht unsere Seele Fokus»

Fest in Jesus verwurzelt sein und im Glauben in die Tiefe wachsen – danach sehnen sich viele Christinnen und Christen. Doch was heisst das eigentlich, was hilft uns dabei und was ist eher hinderlich?
Thema
Verkehr in drei Richtungen (Symbolbild)

Up, In, Out – Dreidimensional glauben und leben

Die drei Richtungen «Up, in, out» sind das Allgemeingut, wenn es um Gemeindebau geht. Wussten Sie aber, dass diese drei Dimensionen auch sehr hilfreich sein können, unserem Glauben, unserem Gebet und unserem praktischen Leben Fokus zu geben?