Wir (naja, vor allem Männer) denken gern sachorientiert. Es sind Ziele, die uns motivieren und antreiben. Pläne, Projekte, Aufgaben – alles gute Sachen, die darüber entscheiden, ob wir «fruchtbar» leben oder furchtbar arm bleiben.
«Wer» vor «was»
So ein zielorientiertes Leben kann sehr erfüllend, aber auch – sind wir ehrlich – recht stressig sein. Dauernd sind wir irgendwo dran. Misserfolge tun weh. Und wenn wir mal plötzlich aus allem rausgenommen werden – sei es durch Krankheit oder auch bei der Pensionierung – kommt die grosse Leere, die einem die ganze Lebensenergie raubt.
Es lohnt sich hier (wie immer), die Bibel genau zu lesen. Für ein «fruchtbares» Leben, das erfüllt ist von guten Ergebnissen, sind nicht die Ziele, meine Energie und mein Einsatz, sondern die Haupt-Bezugsperson entscheidend. Jesus verspricht:

«Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht.»
Johannes-Evangelium
Kapitel 15, Vers 5 (HFA)
Das bedeutet knallhart: Entscheidend ist nicht, an wie vielen Prozessen und Zielen wir «dranbleiben», sondern, an wem wir hängen. Die Priorität ist eindeutig: Wir sollen mit Jesus so organisch verbunden bleiben wie eine Rebe mit dem Weinstock – das ist das Geheimnis eines Lebens mit Auswirkungen. Christsein ist eine Personenbeziehung – nicht eine Sachbeziehung.
Die Entscheidung zur Zugehörigkeit
Unsere Hauptaufgabe ist, in Jesus zu bleiben. Das ist das erste und wichtigste Anliegen, die erste Priorität in unserem Leben. Wir sind fixiert auf Jesus – nicht darauf, Frucht zu produzieren. Auf den Herrn – nicht auf die Ergebnisse.
Das gibt einen unverwechselbaren Fokus ins Leben: unsere Beziehung zu Christus ist unsere wichtigste Aufgabe. Das organische Verwachsensein mit Jesus führt zu einem unaufhörlichen Durchströmtwerden von seinem Saft. Und das bewirkt Ergebnisse, die Gott – und Menschen – Freude machen, so wie eine gute Traube etwas echt Leckeres ist.
Was heisst das konkret?
Wie geht das? Soll man jetzt nur an Jesus denken und den ganzen Tag beten? Keiner von uns kann das. Hier sind ein paar einfache Hilfen:
Seine Stimme in der Bibel
Jesus nennt selbst die Hauptsache: «Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt …» (Johannes, Kapitel 15 ,Vers 7, HFA). Wer mit Jesus verbunden bleiben will, kommt an der Bibel nicht vorbei. In ihr begegnen wir seinem Wort und hören seine Stimme. Daraus wächst das Gespräch mit ihm.
Mit offener Haltung leben
Im 1. Thessalonicher heisst es: «Hört niemals auf zu beten» (Kapitel 5, Vers 17; HFA). Gebet ist mehr als einzelne Momente am Tag. Es ist eine liebevolle Haltung des Dialogs, die sich durch meinen Alltag zieht. Ich bespreche alles mit ihm, höre auf Impulse – innerlich ist die Antenne auf Jesus gerichtet.
Geistliche Gewohnheiten pflegen
Zur Verbundenheit mit Jesus gehören auch geistliche Übungen wie spezielle Gebetszeiten, Fasten, Zeiten der Stille – alles, was uns tief mit Jesus verbindet.
Mit anderen verbunden bleiben
Schliesslich: Eine Rebe hängt nicht allein am Weinstock. Sie ist Teil vieler anderer Reben, die gemeinsam mit dem Weinstock verbunden sind. Genauso ist die tiefe Verbundenheit mit anderen Christen auch eine Art, wie wir an Jesus dranbleiben.
Johannes 15 ist herrlich «einfach»: Bleib an Jesus dran, und er sorgt dafür, dass du Frucht bringst. Auf geheimnisvolle Weise wird unser Leben reich werden, wenn Jesus unsere zentrale, grosse Liebe ist.





