Anderen Gutes tun
Güte bedeutet, anderen Menschen Gutes zu wollen und ihnen wohlwollend zu begegnen. Sie zeigt sich in Nachsicht, Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft – besonders dann, wenn wir über die Fehler anderer hinwegsehen oder ihnen helfen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Der Begriff beschreibt zudem die Beschaffenheit oder Qualität einer Sache. Ein Beispiel dafür ist die Stahlgüte, die angibt, mit welcher Art von Stahl wir es zu tun haben. Auf diese Bedeutung des Begriffs wollen wir hier jedoch nicht weiter eingehen.
Wie der Heilige Geist in uns wirkt
Da «Güte» in der Bibel als Teil der Auswirkungen beschrieben wird, die der Heilige Geist in uns hervorbringt, können wir davon ausgehen, dass sie auch den Charakter Gottes widerspiegelt.
Wir haben es mit einem gütigen und grosszügigen Gott zu tun.
Er will uns Gutes tun, begegnet uns hilfsbereit durch seinen Geist und führt und leitet uns durch ihn. Auch mit unseren Fehlern geht er nachsichtig um. Einem solchen Herrn dient man gerne.
Das spornt uns an, diese Charaktereigenschaft selbst zu verinnerlichen. Das griechische Wort «chrestotes» (χρηστότης), das im Zusammenhang mit der «Güte» verwendet wird, kann mit «Güte», «Freundlichkeit» oder «Gutes» übersetzt werden. Ein weiteres griechisches Wort lautet «agathosyne» (ἀγαθωσύνη», das «Gütigkeit», «Gutsein» und «Rechtschaffenheit» bezeichnet. Gemeint ist damit eine innere Haltung, die anderen Gutes tun möchte, ohne dabei den eigenen Vorteil zu suchen.
Eigenschaften eines gütigen Menschen
Was zeichnet einen gütigen Menschen aus? Im Epheserbrief steht:

«Was wir jetzt sind, ist allein Gottes Werk. Er hat uns durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nun, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.»
Epheser 2,10
HFA
Gott hat uns also dazu geschaffen und vorbereitet, um Gutes zu tun – Menschen der Güte zu sein. Das ist unser Auftrag. Doch wie sieht das konkret aus?
Im Römerbrief finden wir ein ganz praktisches Beispiel:
«Handelt so, wie es die Heilige Schrift von euch verlangt: 'Wenn dein Feind hungrig ist, dann gib ihm zu essen; ist er durstig, gib ihm zu trinken. So wirst du ihn beschämen.' Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.»
Römer 12,20-21
HFA
Hier wird deutlich, wie Güte gerade dann sichtbar werden kann, wenn uns jemand mit dem Gegenteil begegnet.
Im ersten Thessalonicherbrief heisst es ähnlich:
«Keiner von euch soll Böses mit Bösem vergelten; bemüht euch vielmehr darum, einander wie auch allen anderen Menschen Gutes zu tun.»
1. Thessalonicher 5,15
HFA
Gottes Güte ist die Grundlage
Das ist eine grosse Aufgabe. Doch wenn sie unmöglich zu erfüllen wäre, hätte Gott sie uns nicht aufgetragen. Warum aber sollen wir so leben? Weil Gott selbst gut ist.
Wie grundlegend seine Güte für unseren Glauben ist, wird im Titusbrief deutlich:

«Aber dann wurde die Güte Gottes, unseres Befreiers, und seine Liebe zu uns Menschen sichtbar. Er rettete uns – nicht weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten, sondern aus lauter Güte. In seiner Barmherzigkeit hat er uns zu neuen Menschen gemacht, durch eine neue Geburt, die wie ein reinigendes Bad ist. Das wirkte der Heilige Geist, den Gott uns durch unseren Retter Jesus Christus in reichem Masse geschenkt hat.»
Titus 3,4-6
HFA
Nicht durch eigene Leistung, sondern aus lauter Güte – was für eine Aussage!
Gottes Güte verändert unseren Blick auf ihn – und auch uns selbst. Durch sie sind wir gerettet, unsere Schuld ist vergeben und wir haben eine neue Identität erhalten. Das ist die Grundlage unserer Hoffnung. Und aus dieser Hoffnung heraus können wir anderen mit Gottes Güte begegnen.
Kann man das lernen?
Güte lässt sich nicht allein durch eigene Anstrengung entwickeln. Sie ist ein Geschenk des Heiligen Geistes, das in uns wächst, wenn wir uns von ihm leiten lassen.
Trotzdem braucht es unsere «fünf Brote und zwei Fische» – unseren kleinen Teil: die Bereitschaft, uns auf Gott einzulassen und nach seinem Willen zu handeln.
Ein paar praktische Tipps, um Güte im Alltag einzuüben:
Verbindung halten: Bleibe im Gebet und höre darauf, was Gott dir sagt.
Um den Heiligen Geist bitten: Bitte Gott im Alltag darum, dir seinen Heiligen Geist und dessen Früchte zu schenken – auch die Frucht der Güte.
Auf Jesus schauen: Nimm das Leben von Jesus als Vorbild und frage dich in konkreten Situationen: «Wie kann ich jetzt Gutes tun?»
Im Alltag einüben: Zeige Hilfsbereitschaft, übe dich im Verzeihen und handle grosszügig, anstatt auf dein Recht zu bestehen.
Stell dir vor, überall würden Menschen dieser Güte heraus leben. Unsere Welt könnte sich grundlegend verändern. Jesus hat es vor rund 2'000 Jahren vorgelebt: Er begegnete Zöllnern, Prostituierten, Ausgestossenen, Armen und Kranken mit Güte und Barmherzigkeit.
Diese Güte wird auch heute sichtbar, wenn Menschen sich von Gottes Geist leiten lassen und anderen mit Barmherzigkeit, Grosszügigkeit und Hilfsbereitschaft begegnen.
Denn Christus lebt in uns.





