Gedanken für zwischendurch – Frühling – die Zeit, wo das Licht stärker wird als die Dunkelheit

20.3.2017
2 min

Der Tag wird immer länger, die Nacht kürzer. Rund um den Begriff «Licht» gibt es viele Redewendungen. Pfarrer Herbert Held hat sich in seinem Büchlein «Auszeit» darüber Gedanken gemacht.

Rund um den Begriff Licht gibt es viele Redewendungen:

  • Das Licht der Welt erblicken (geboren werden)
  • Licht ins Dunkel bringen (eine undurchsichtige Angelegenheit klären)
  • Etwas ans Licht bringen (etwas öffentlich bekanntmachen)
  • Nur ein kleines Licht sein (unbedeutend sein, eine Nebenrolle spielen)
  • Jemandem geht ein Licht auf (jemand versteht plötzlich)
  • In ein schiefes Licht geraten (einen ungünstigen Eindruck machen)
  • Jemand hinters Licht führen (betrügen, täuschen)
  • Licht am Ende des Tunnels sehen (Anzeichen für Besserung in schwieriger Lage sehen)
  • Sein Licht nicht unter den Scheffel stellen (sich nicht unter Wert verkaufen)

Das Licht der Welt

Jesus sagt von sich: «Ich bin das Licht der Welt.» Der Schöpfer des Universums, der auch die Sonne und das Licht selber geschaffen hat, schickte seinen Sohn in unsere vom Egoismus verdunkelte Welt. Jesus sagt: «Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt.» Von denen, die zu ihm gehören, gilt das Gleiche: «Ihr seid das Licht der Welt.»

Unsere Aufgabe kann also aufgrund unserer Identität nur sein, Licht ins Dunkle zu bringen!

Lebe ich diese Berufung als Licht?

Vor diesem Hintergrund drängt sich die Frage auf, ob ich als Christ diese Berufung lebe. Darf beispielsweise alles ans Licht kommen, was ich über andere rede oder denke? Damit es noch ein wenig konkreter wird: «Wie ehrlich bin ich beim Telefonieren?»

Da gibt es doch den bekannten Satz: «Sag ihm, dass ich nicht da bin!» Peinlich wird es, wenn diese Unwahrheit wie folgt kommuniziert wird: «Er sagt, er sei nicht da!» Oder die folgende Situation: Während ich zu Besuch bin, klingelt beim Gastgeber das Telefon. Unmutig sagt dieser: «Wer will denn nun schon wieder etwas von mir?» Nach einigem Zögern nimmt er den Hörer ab, und schon bald ist zu hören: «Ach nein, du störst überhaupt nicht. Ich freue mich mega, dass du anrufst.»

So kommt es, dass ich mich selber hinterfrage: «Lebe ich am Telefon und in anderen Alltagssituationen meine Berufung als Licht der Welt?»

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