Gottes Reich ist grösser – Geht es um mein kleines Königreich?

2.8.2018
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Trotz bester Absichten geraten Christen immer mal wieder in einen destruktiven Konkurrenzkampf. Deshalb ist es wichtig, wieder neu den Blick aufs grosse Ganze zu gewinnen – auf das ewige Reich Gottes!Ein Ziel zu haben und auf dieses hinzuarbeiten, gilt als Erfolgsrezept. Es ist gut, Gottes Berufung fürs eigene Leben zu erkennen und mit aller Kraft danach zu leben. Dabei soll aber der Blick fürs grosse Ganze nicht verloren werden.

Was ist das Ziel?

Manchmal verfallen Christen der Versuchung, nicht nach Gottes Reich, sondern nur nach persönlichem («christlichen») Erfolg zu streben. Wird dieses Ziel konsequent verfolgt, zahlen oft Familie und andere Menschen den Preis dafür. Menschen brennen dabei aus und fühlen sich kaum mehr getragen durch eine lebendige Gottesbeziehung.

Jesus fragte einmal, was ein Mensch denn davon habe, wenn er die ganze Welt gewinnen, dabei aber seine Seele verlieren würde (Lukas, Kapitel 9, Vers 25). Jedes Lebensziel verblasst, wenn es nicht mehr im Zusammenhang mit dem ewigen Gottesreich steht. Selbstloses Dienen und ständiges Streben, Gottes Herz zu suchen und seinen Willen zu tun, ist letztlich echter Erfolg – auch dann, wenn niemand es sieht. Gott sieht es immer und sein Lohn wird nicht ausbleiben.

Die Gefahr des eigenen Königreichs

In ihrer Unvollkommenheit dienen heute Millionen von Gläubige ihrem Herrn – so gut sie können. Und unser grosszügiger Gott nimmt diese Bemühungen trotz persönlicher Unzulänglichkeiten immer wieder an. In der alltäglichen Betriebsamkeit kann der Blick aufs grosse Ganze – sprich Gottes Reich – aber schon mal verlorengehen. Daraus folgen oft energieraubende und sinnlose Konkurrenzkämpfe.

Tatsächlich sind «Hahnenkämpfe» mit anderen Christen nicht vereinbar mit einem Lebensstil der Anbetung. Eine Gemeinde brüstet sich ihrer Mitgliederzahlen, ein Missionsleiter der Anzahl Einsatzländer und eine andere Organisation der Menschenmassen, die sie zu beeinflussen glaubt. Jemand will sich mit der Anzahl Taufen von anderen abheben und ein anderer mit erklärter Bibeltreue oder einer grösseren Anzahl von Gebetsstunden.

Solch «sichtbarer» Erfolg kann für jemanden bestätigend wirken, darf aber nicht zum eigentlichen Zweck des «Dienens» werden. Sonst müssten wir ehrlicherweise «Bewundert werden» als unser Lebensziel erklären.

Gottes Reich ist grösser als ich

Wer sich in Gottes Reich investiert, arbeitet für etwas, das sehr viel grösser ist als er selbst oder sein Dienst. Gottes Reich ist weltweit, vielschichtig, unüberblickbar und unmöglich zu organisieren. In diesem Reich gibt es nur einen Leiter: Jesus Christus. Im Blick auf die Grösse und Vielfaltigkeit dieses Reiches wird all unser Wirken letztlich (nur) ein kleiner Beitrag sein. Ermutigend ist, dass ich selbst dann noch zu Gottes Reich gehöre, wenn ich in all meinen Bemühungen scheitere. Zu versagen tut meiner Beziehung zu Jesus keinen Abbruch und oft hinterlassen wir gerade in unserem Scheitern in dieser Welt positive Spuren.

Missionswerke müssen nicht mit aller Kraft um «ihr» Überleben kämpfen und Leiter nicht verzweifeln, wenn ihre Mitglieder abwandern, um sich an anderem Ort für Gottes Reich einzusetzen. Vielmehr stellt sich die Frage: «Wie kann ich in der aktuellen Situation etwas für Gottes Reich beitragen und Jesus mit meinem Tun ehren?»

In allem gilt ständig vor Augen zu haben, dass wir für ein Reich arbeiten, das sehr viel grösser ist als alles, das wir jemals selber erreichen können. Wir sehen uns als ein kleiner und doch wichtiger Teil eines Reiches, welches unendlich gross ist und bis in alle Ewigkeit dauern wird. Und: Dieses Reich wird niemals scheitern!

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