Gipfelkreuze und Nahost – «Ich schäme mich des Evangeliums …»

5.9.2016
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Gipfelkreuz
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Gipfelkreuz

Bergsteiger-Legende Reinhold Messner löste in Österreich heftige Diskussionen aus, als er sagte, dass Gipfel-Kreuze auf Bergen nichts verloren haben. Westliche Meinungen wie diese lösen bei Christen im Nahen und Mittleren Osten Kopfschütteln aus – es sind Lektionen, aus denen wir alle lernen können.

Ein Vandale beschädigte in Österreich etliche Gipfelkreuze derart, dass sie bald darauf aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten. «Kreuze haben am Gipfel nichts verloren», wurde Reinhold Messner im Zusammenhang mit diesen Vandalen zitiert. Sie würden ihn zwar nicht stören, aber er könne gut auf sie verzichten. Schliesslich, so wurde er kreuz und quer durch den Blätterwald zitiert, seien die Berge für alle da, nicht einzig für Christen.

Reinhold Messner
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Reinhold Messner

Dafür erntete er in den Leserkommentaren wenig Zuspruch. Jemand brachte die Gedanken vieler auf den Punkt: Dieser Logik folgend müssten in Ägypten die Pyramiden abgeschafft werden, die Wüste sei schliesslich ebenfalls für alle da. Oder in Saudi-Arabien die Burkas, weil die Strassen ja für alle da sind, nicht einzig für Muslime. Oder Gebetsfahnen in Bhutan, weil die Landschaften ja nicht einzig für Buddhisten da sind, sondern auch beispielsweise für Touristen.

Eine Lektion aus Nahost

Erst vor kurzem sagte ein westlicher Mitarbeiter einer NGO im Irak, wie die Christen im Nahen Osten seit Generationen nicht darauf verzichten, das Kreuz zu tragen. Sei es im Auto, sei es an einer Halskette oder auf einem Hügel. Selbst wenn sie durch das öffentliche Bekenntnis vor Schwierigkeiten gestellt werden – sogar jetzt, wo der IS im Land wütet leugnen sie ihre Herkunft nicht.

«Hier im Westen sehe ich dagegen verschiedentlich, wie Christen, die ein Kreuz an einer Halskette tragen, dieses vor einer Grillparty unter dem Hemd verschwinden lassen; um nicht einer womöglich unangenehmen Diskussion entgegen zu gehen.»

Eine Lektion aus dem Mittleren Osten

Ähnliche Worte waren von einer Christin aus einem Land aus dem Mittleren Osten zu hören, als sie, ebenfalls in der Schweiz, einen Einblick in die Christenheit in ihrem Land gewährte. Sie berichtete davon, wie ein christlicher Leiter, den sie gut kannte, Aufgrund seines Glaubens von islamischen Extremisten umgebracht worden war.

Etliche Monate vorher hatte er mit traurigem Blick auf den Westen gesagt: «Ich bin bereit, für meinen Jesus zu sterben. Doch ich frage mich, ob die Christen im Westen bereit sind, für ihn zu leben.»

Wo stehen wir?

Es sind Worte aus dem Nahen und Mittleren Osten, die tief greifen. Wenn «wir» Christen hier im Westen auf Reinhold Messner zeigen, ist das womöglich nur ein Teil der Wahrheit und sollte gekoppelt sein an die Frage, wie es bei mir selbst aussieht. In der Bibel sagte Paulus: «Ich schäme mich nicht für die rettende Botschaft.» (Römer Kapitel 1, Vers 16) Ähnlich wie die beiden erwähnten Beispiele aus dem Nahen und Fernen Osten stand Paulus zu dieser Zeit unter Druck.

Bei uns in Westeuropa ist die Ausgangslage anders. Höchstens wird man da und dort belächelt, aber selbst das scheint ab und an eine unüberwindbare Hürde zu sein.

Doch bisheriges «Versagen» durch «Nichtssagen» braucht nicht das Ende zu sein. Jesus hatte sich einst nicht weggeduckt, als es um uns ging. Doch in seinen schwersten Stunden hatte ihn Petrus dreimal verraten – doch später sagte Jesus, dass er seine Gemeinde durch ihn bauen will. Ein Zuspruch, der für uns ebenso gilt.

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