Dass es «nach dem Sterben weitergeht», daran haben die meisten Menschen keinen Zweifel. Und gerade, wenn wir von geliebten Menschen Abschied nehmen müssen, kann das sehr hart sein. Gibt es die Möglichkeit, mit Verstorbenen zu reden – können sie sogar mit uns Kontakt aufnehmen? Was sagt die Bibel dazu?
Der Vorhang
Zwischen unserer sichtbaren und der unsichtbaren Welt ist eine Grenze, wie ein Vorhang, den wir von unserer Seite her nicht aufmachen sollen. In einer in der Bibel beschriebenen Situation, in der Saul, König von Israel, keine menschliche Hilfe findet und sich doch entscheiden solle, geht er zu einer Frau, die Tote beschwört. Sie beschwört den toten Propheten Samuel für ihn herauf, aber der stürzt Saul erst recht in Angst (nachzulesen in 1. Samuel, Kapitel 28, Verse 3-25).
Nun kann man sagen, dass der tote Prophet ja nicht die liebe Mama war; aber das ist hier nicht der Punkt. Die Begebenheit zeigt: Tote sind durchaus noch «da» – vergleiche auch das Gleichnis von Jesus vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lukas, Kapitel 16, Verse 19-31), in dem die Verstorbenen auf beiden Seiten durchaus noch «leben» – sie existieren in einer anderen Dimension.
Aber gleichzeitig warnt die Bibel deutlich davor, den Vorhang zu heben. In 5. Mose, Kapitel 18, Vers 11 (HFA) gibt Gott eine klare Warnung: «Keiner darf mit Beschwörungen Unheil abwenden, Totengeister befragen, die Zukunft vorhersagen oder mit Verstorbenen Verbindung suchen.» Das ist ein deutliches Verbot, irgendwie in diese andere Dimension eindringen zu wollen.
Die Frage ist also nicht, ob man mit Verstorbenen in Kontakt treten kann – sondern ob wir es dürfen. Und da sagt die Bibel ziemlich eindeutig: Nein.
Zum Schutz aller
Neugierde ist menschlich. Und gerade, wenn es um den Kontakt zu geliebten Menschen geht, kann uns das zur Grenzüberschreitung verführen – mit unabsehbaren Folgen.
Darum gibt uns Gott diese Grenze und die klare Anweisung, sie nicht anzutasten, zu unserem eigenen Schutz. Schnell können wir von scheinbar «übernatürlichen» Erlebnissen abhängig werden; scheinbare Informationen von Verstorbenen können wichtiger werden als Gottvertrauen und der gesunde Menschenverstand.
Übrigens: Die Anweisung, nicht mit Toten Kontakt aufzunehmen, dient auch zum Schutz der Verstorbenen: Wir sollen die Toten in ihrer Ruhe lassen (vgl. 1. Samuel, Kapitel 28, Vers 15). Es ist nach der Bibel nicht so, dass, wie in spiritistischen Kreisen gern gesagt wird, die Toten nur darauf warten, mit uns in Kontakt zu treten. Im schon erwähnten Gleichnis vom Reichen und vom armen Lazarus (Lukas, Kapitel 16, Vers 29) sagt Abraham auf den Vorschlag hin, jemanden von den Toten zu senden: «Sie haben Mose und die Propheten (heute: das Wort Gottes und die Predigt). Die sollen sie hören.»
Die Alternative
Auch Jesaja, Kapitel 8, Vers 19 zeigt uns deutlich die Alternative, vor der wir stehen: «Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen, oder soll man die Toten für die Lebendigen fragen?»
Das bedeutet: Zentral ist in der Bibel die Beziehung uns das Vertrauen zu Gott. Gott ist keine schweigende jenseitige Grösse, von der man nichts Genaues wissen kann, sondern er hat von seiner Seite her den Vorhang geöffnet und in Jesus die Verbindung zur «anderen Welt» hergestellt. Darum sind Gebet und das Reden des Heiligen Geistes «im Namen Jesu» der einzige legitime Weg, mit dem «Jenseits» in Verbindung zu sein. Gott will unser Herz. Und seine Liebe und Fürsorge ist noch grösser als die der Mama im Himmel.

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