Das Lied stammt aus Indien – So entstand «I have decided»

24.8.2015
2 min
Dorf in Nordindien
Imported Image
Dorf in Nordindien

Das bekannte Lied «Ich bin entschieden» («I have decided») stammt aus Indien. Eine Familie wurde in einem Dorf vor die Wahl gestellt – dem christlichen Glauben abzuschwören oder zu sterben. Der Mann antwortete mit einem Lied.

Es geschah um die Mitte des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in Indien. In dieser Ortschaft fand eine Familie zu Jesus Christus. Doch das machte die Mitmenschen wütend, so dass eines Tages ein wütender Mob aufzog. Sie wurden auf den öffentlichen Platz gezerrt und der Dorfchef sagte zum Mann: «Wenn du und deine Familie diesem Glauben nicht abschwört, werdet ihr alle umgebracht!»

Der Mann wusste nicht, was er entgegnen sollte und was zu tun wäre. Das einzige, was ihm in den Sinn kam, waren die Worte des Liedes, das er geschrieben hatte, als er sein Leben Jesus aushändigte. Er begann zu singen: «Ich bin entschieden, zu folgen Jesus. Niemals zurück, niemals zurück.»

Die letzte Chance

Seine Kinder wurden umgebracht. Nun erhielt er eine zweite Chance. Diesmal stand das Leben seiner Frau auf dem Spiel. Der Mann sang weiter: «Ob niemand mit mir geht, doch will ich folgen. Niemals zurück, niemals zurück.»

Nach ihrem tragischen Tod hatte er eine letzte Gelegenheit, sein eigenes Leben zu verschonen. Doch er sang weiter: «Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir. Niemals zurück, niemals zurück.» Und so wurde die ganze Familie an diesem Tag ausgelöscht.

Die Hymne breitet sich aus

Etwas Aussergewöhnliches geschah nun jedoch. Wenig später rief der Dorfchef die Einwohner des Orts an der gleichen Stelle zusammen. Er legte seinen bisherigen Glauben ab und erklärte, dass er nun selbst diesem Jesus nachfolgen will. Ein Jubel brach aus und viele folgten ihm – und die Bewegung breitete sich in der Region aus. Der Glaube einer Familie, die selbst unter Todesstrafe an ihrem Glauben festgehalten hatte, überzeugte die Mitmenschen.

Diese Worte formte der indische Pastor Sadhu Sundar Singh (1889 – 1929) zu einer christlichen Hymne. Die Melodie wurde «Assam» genannt, nach dem indischen Staat, in dem diese Ereignisse geschahen.

William Jensen Reynolds arrangierte 1959 eine Version, die in die Gesangbücher Einzug erhielt und die in Billy Grahams Vorträgen gesungen wurde.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Gefangener mit Handschellen

Auf den Kopf gestellt – Wenn der Glaube auf Widerstand stösst

Wer nach Gottes Willen lebt, wird Probleme bekommen. Aber gerade darum ist er «glücklich zu preisen». Das verstehe, wer will – oder?
Thema
Christen im Irak sehen sich als Brückenbauer, um ein friedliches Zusammenleben zu erreichen.

Ein spannender Einblick – Christen im Irak: Die Brückenbauer

Je nach Studie sind 75 bis 80 Prozent der Menschen, die weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden, Christen. In Nordkorea, Eritrea oder den Golfstaaten etwa unterliegen sie der Gefahr der Verfolgung. Wie sieht die Lage der Christen im Irak aus?
Thema
In einer Krise

Lektionen für schwere Zeiten – Verfolgung ändert nichts an der Bestimmung

In schwierigen Zeiten verändert sich das Verhalten vieler Menschen. Durch Verfolgung und leidvolle Situationen verlieren Christen aber nicht ihre Berufung, sondern haben die Chance, sich aufs Wesentliche zu fokussieren. Lektionen aus dem Petrusbrief.
Thema
Kirchen in Zürich

Umgang mit Kritik – Christen werden nicht verfolgt – bei uns

Weltweit gesehen sind die christlichen Kirchen durchaus unter Beschuss. Doch die Kritik, die sie hierzulande erfahren, hat nichts mit Verfolgung zu tun. Es ist einfach Kritik. Und an dieser können und sollen Kirchen und Gemeinden wachsen.