Biblische Wahrheiten – Wie können Christen Leid einordnen?

Niemand leidet gerne. Doch wird jeder im Lauf seines Lebens mit Leid konfrontiert, entweder persönlich oder im nahen Umfeld. Leid kann unseren Glauben schwer erschüttern. Wie können biblische Wahrheiten helfen, mit leidvollen Erlebnissen umzugehen?
17.3.2026
4 min
Gott leidet mit uns (Symbolbild)
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Gott leidet mit uns (Symbolbild)

Gott sagt in der Bibel sagt deutlich, dass es früher eine Zeit ohne Leid gab. Als Gott die Welt erschuf, war sie ohne jeden Makel (1.Mose Kapitel 1, Vers 31). Erst seit dem Sündenfall lebt der Mensch in einer Zwischenzeit, in der ihn Leid treffen kann. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Leid: Die einen kommen wegen ihres Glaubens in Schwierigkeiten (Jeremia, Johannes und Petrus). Andere leiden selbstverschuldet aufgrund ihrer Sünde (Hananias und Saphira oder Mitglieder der korinthischen Gemeinde, 1.Korinther Kapitel 11, Vers 30). Wiederum andere leiden ohne erkennbaren Grund, da Leid Teil des menschlichen Daseins ist. Beispiele dafür sind ein von Geburt an Blinder (Johannes Kapitel 9) oder die Opfer einer Unfallkatastrophe (Lukas Kapitel 13).

Die grossartige Aussicht, die die Bibel bietet, lautet: In Gottes neuer Schöpfung wird alles Leid Geschichte sein (Offenbarung Kapitel 21, Verse 4-5). Somit lässt Leid uns erahnen: Es gibt etwas Besseres. Wir sind noch nicht am Ziel. So schreibt Paulus, der unzählige Schwierigkeiten erlebte: Im Übrigen meine ich, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen, wenn wir an die Herrlichkeit denken, die Gott bald sichtbar machen und an der Er uns teilhaben lassen wird (Römer Kapitel 8, Vers 18, NGÜ).

Seine Not vor Gott ausbreiten

Im Leiden sind wir besonders eingeladen, Gottes Nähe zu suchen und Ihn zu bitten, uns zu stärken: Gott ist für uns Zuflucht und Schutz, in Zeiten der Not schenkt Er uns Seine Hilfe mehr als genug. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde bebt und wankt und die Berge mitten ins Meer sinken, wenn auch seine Wellen brausen und tosen und die Berge erbeben von seiner gewaltigen Kraft (Ps 46, Verse 2-4, NGÜ). Die Psalmen zeigen uns die Vielzahl von Erfahrungen, die Menschen vor ihrem Gott ausbreiten. Klagepsalmen sind ebenfalls vertreten. Die meisten davon enthalten auch Lob Gottes. Doch Psalm 88 verharrt in der Klage und zeigt besonders, dass auch bei uns die Klage ihren Platz hat und nicht im gleichen Atemzug eine Danksagung folgen muss.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Leid uns formt (Römer Kapitel 5, Verse 3ff). Es kann uns näher zu Gott bringen. «Wie oft haben Sie schon Menschen sagen hören: ‘Ich kam Gott ganz nah, als mein Leben völlig frei von Schmerzen und Leid war?’» (Randy Alcorn). David und Nancy Guthrie verloren tragischerweise zwei Kinder im Alter von sechs Monaten. Im Rückblick darauf sagen sie: «Es beunruhigt uns, dass die einzige Reaktion der Kirche auf das Leiden darin besteht, zu beten, dass es weggenommen wird. Niemand betet zuerst einmal: ‘Benutze diese Notlage, um uns zu helfen, Christus ähnlicher zu werden.’»

Wer Leid erfährt, soll natürlich in der christlichen Gemeinschaft Mitgefühl erfahren (Römer Kapitel 12, Vers 15) und kann wiederum andere besser trösten (2.Korinther Kapitel 1).

Gott leidet mit uns!

Marcel Eversberg
Christen im Brennpunkt
Marcel Eversberg

Der Blick aufs Evangelium hilft uns schliesslich, Leid einzuordnen: Jesus leidet für uns und besiegt das Böse (Jesaja Kapitel 53, Verse 4-5; 1.Johannes Kapitel 3, Vers 8). Die Auferstehung gibt uns eine sichere Hoffnung. Der Tod von Jesus musste seinen Jüngern als sinnloses Leid vorkommen. Doch Gott machte daraus den grössten Triumph der Geschichte (Apostelgeschichte Kapitel 2, Vers 36). Wir dürfen wissen: Gott leidet mit uns (Johannes Kapitel 11, Vers 35) und wird allem Schmerz ein Ende bereiten.

Auch wenn wir nicht alle Antworten auf unsere Fragen zum Leid haben, können wir unsere Einstellung dazu wählen: Weder fatalistisch («Mir wird sicher bald etwas Schlimmes zustossen.»), noch triumphalistisch («Ich bin unverwundbar.»), sondern hoffnungsvoll realistisch. «Was uns jedoch in unserem Leid tröstet, ist, dass unsere Schmerzen in den Händen unseres weisen, allmächtigen, guten Vaters sind. Nicht in den Händen Satans, des Schicksals oder eines Gottes, der sich über unseren Schmerz freut.» (Tony Reinke)

Dieser Beitrag erschien zuerst bei «Christus im Brennpunkt» der VFMG-Zeitschrift. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Vereinigung Freier Missionsgemeinden.

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