Ist das Peace-Zeichen wirklich ein Symbol des Friedens?

24.2.2015
2 min

Es ist das Logo der Kriegs- und Atomgegner, sowie der Hippiebewegung. Bis heute ist das Peace-Zeichen auch ein beliebtes Symbol in der Musik und Modebranche. Doch woher kommt das Zeichen? Und ist es wirklich ein Symbol des Friedens?

Entstehung des Peace-Zeichens

1958 sollte der britische Künstler Gerald Holtom ein Symbol für Atomkriegsgegner und ihren ersten grossen Friedensmarsch in London entwerfen. Dabei entstand das bis heute bekannte Peace-Zeichen. Holtoms Erklärung dazu: Es bestehe aus den zwei Buchstaben des Winkleralphabets N und D, die für «Nuclear Disarmament» (nukleare Abrüstung) stehen.

Dass sich der Künstler bei seinem Friedenssymbol ausgerechnet bei einer Zeichensprache aus dem Krieg bedient hat, mag verwirrend wirken. Noch eigenartiger ist, dass sein Symbol noch wenige Jahre zuvor eine ganz andere Bedeutung hatte. Es stand für den Tod.

Das Peace-Zeichen im Dritten Reich

Versessen auf alles arische, erkoren die Nazis die alt-germanische Yr-Rune, das heutige Peace-Zeichen, zu einem ihrer Hauptsymbole. Die SS nutzte dieses Zeichen als Symbol für den Tod. Auf Sterbeanzeigen und Grabsteinen aus dieser Zeit, sieht man die Todesrune, statt dem üblichen genealogischen Zeichen (†) für das Sterbedatum.

Doch den eigentlichen Ursprung hat das Zeichen noch früher, im ersten Jahrhundert.

Symbol der Christenverfolgung in Rom

Unter Kaiser Nero wurden die Christen in Rom brutal verfolgt und hingerichtet. Wie in den apokryphen Petrusakten überliefert ist, wurde damals auch der Apostel Petrus gekreuzigt. Um seine Demut Jesus gegenüber zu zeigen, bat er, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden. Das umgedrehte Christus-Kreuz soll für den damaligen Herrscher zum Symbol der Gotteslästerung und der Christenverfolgung geworden sein und wurde als das «Nero-Kreuz» bekannt, das nicht anders aussieht, als das heutige Peace-Zeichen.

Das Peace-Zeichen in der Esoterik

In der Esoterik steht das Peace-Zeichen, auch Krähenfuss, Drudenfuss oder Hexenfuss genannt, heute noch für Tod, Verderben, Krieg, Disharmonie.

Der französische Esoteriker Dr. Gérard Encausse bezeichnet das Zeichen in «Traité de Science Occulte» (Wissenschaft des Okkultismus) als das beliebteste Symbol aller Jahrhunderte unter Okkultisten.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich ein so doppeldeutiges Symbol als Zeichen des Friedens durchgesetzt hat. Wer unverfänglich Frieden ausdrücken möchte, kann immer noch auf das Symbol der Friedenstaube zurückgreifen.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Thema
Beispiel eines Götzen

Drei Fragen bringen Klarheit – Kann ein Christ Götzen haben?

Auch Christen können, so seltsam das klingen mag, Götzenbilder haben. Oft sind diese nicht aus Holz oder Stein, sondern es sind falsche Vorstellungen von Gott, die wir uns selbst machen – Bilder, die nicht dem wahren Gott der Bibel entsprechen.
Thema
Wir sind in unseren Kämpfen nicht allein.

Wenn geistliche Angriffe kommen – Wer glaubt, flieht nicht

Es ist eine Situation, die jeder Glaubende kennt: Man wird angegriffen. Das kann aus persönlichen oder «geistlichen» Gründen geschehen. Die grosse Frage ist: Wie verhalte ich mich?
Thema
Menschenfurcht kann uns vor vielem zurückhalten.

Mut zur Gottesfurcht – Wie Cancel Culture und Verlustangst Kraft verlieren

Die moderne Gesellschaft, so offen und tolerant sie sich auch gibt, kann sehr einengend sein. Der Druck wächst, sich dem Mainstream anzupassen. Da gilt es, sich gegen Menschenfurcht zu entscheiden!
Thema
Markus Richner-Mai schreibt regelmässig Beiträge für Livenet

Wie viele Infos sind hilfreich? – Wissensdurstige, Verschwörungs-Theoretiker und Beter

Christen sollen die Zeichen der Zeit erkennen. Das braucht offene Augen, gute Informationen und einen wachen Geist. Es ist aber die Gottesbeziehung, welche uns durch Krisen trägt. Ein Kommentar von Livenet-Redaktor Markus Richner-Mai.