Die Vaterliebe Gottes gibt Zugang zum Leben

Der Vater zögert nicht lange: Sein Sohn ist zurückgekehrt, es das wird gefeiert! Es gibt ein Kalb, das für ein besonders Fest gemästet wurde, und das lässt er schlachten. Doch der Vater geht noch einen Schritt weiter. Er weist seine Diener an, dem Sohn einen Siegelring zu geben und dazu ein ganz neues Kleid und neue Schuhe.

Von diesem Teil der Geschichte mussten die Zuhörer besonders schockiert sein. Der Vater lässt dem Sohn ein neues Kleid bringen. Aller Schmutz, jede Sünde, jedes Getrenntsein vom Vaterhaus ist vergeben, weggewaschen, nicht mehr gültig. Der Vater wird nicht mehr über das Versagen seines Sohnes sprechen. Dieser ist in seiner Beziehung zum Vater vollständig wiederhergestellt. Er hat Vergebung erhalten.

Dann schenkt er dem Sohn einen Siegelring. Der Sohn darf mit anderen Worten wieder im Namen des Vaters Verträge abschliessen, über den Besitz verfügen, und das, obwohl er ja die Hälfte seines Besitzes verspielt hat. Er hat Annahme erfahren.

Zum Schluss gibt ihm der Vater ein Paar neue Schuhe. Der Sohn darf ungehindert gehen, wohin er will. Er ist sich des Vertrauens des Vaters wieder sicher. Kein Misstrauen hält ihn zurück. Liebe lässt ziehen. Der jüngere Sohn hat die Vaterliebe Gottes wirklich erlebt.

Das erinnert mich wieder an Walter, den Fremdenlegionär. Walter sendet mir regelmässig Briefe und Karten und vergisst nie, mir zu berichten, dass er den Ring, das Kleid und die Schuhe immer noch habe. Doch einmal erhielt ich einen kurzen Brief mit dem Kommentar: "Habe den Ring, das Kleid und die Schuhe verloren!" Im selben Augenblick rief ich Walter an, ermutigte ihn, betete für ihn und durfte bereits im nächsten Brief wieder lesen, dass er Ring, Kleid und Schuhe wieder gefunden habe. Walters Erfahrungen haben mir wieder neu vor Augen geführt, wie wichtig es auch für mich ist, dass ich diese drei Kostbarkeiten nie verliere. Für ihn ist die Erfahrung der Vaterliebe Gottes ganz zentral geworden. Sie hat ihn von allen seinen Ängsten befreit und ihm ein neues Leben geschenkt.


Autor: Martin Bühlmann
Quelle: Gemeinde leben - Gemeinde lieben

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