Ein verändertes Herz – 13-jähriges Mädchen wird zur Bibelkreisleiterin

8.6.2016
3 min

Wie alt muss ein Mensch sein, um anderen von Jesus zu erzählen? Wie lange muss man Christ sein, bevor man selbst Evangelist werden darf? Die 13-jährige Thida aus Kambodscha zeigt, dass solche Werte sehr relativ sind. Doch noch vor wenigen Monaten wäre dies undenkbar gewesen…

Thidas Leben ist nicht einfach. Die Familie lebt in sehr bescheidenen Verhältnissen und um das nötige Geld einzubringen, arbeiten Vater und Mutter von früh morgens bis spät abends. Während ihr Vater unterschiedliche Jobs in der Landwirtschaft und im Baugewerbe ausübt, arbeitet ihre Mutter Sookcan in einer Textilfabrik. «Ich arbeite dort jeden Tag, die ganze Woche», berichtet Sookcan. «Ich habe keinen Tag frei und komme abends erst nach 19 Uhr nach Hause.» Die Eltern tun dies, um Thida eine gute Schulausbildung zu ermöglichen – denn das Mädchen würde gerne Ärztin werden.

Doch Thida, die älteste ihrer Geschwister, konnte das nie verstehen. Sie fühlte sich von ihren Eltern im Stich gelassen. «Ich wollte noch nicht einmal mit meinen Eltern reden», erinnert sich die 13-Jährige. «Das hat meine Mutter sehr verletzt.» Aber auch anderen Erwachsenen gegenüber war Thida unhöflich und respektlos.

Zachäus schafft den Durchbruch

Doch das änderte sich mit einem Mal. Vor wenigen Monaten begann das Mädchen, eine Bibelkinderstunde der Organisation «Samaritan's Purse» zu besuchen. Der Kurs, den die Organisation anbietet, besteht aus zwölf Lektionen, in denen die Kinder mehr über Gott erfahren und darüber, wie man ein Leben als Christ lebt und wie man anderen von Jesus erzählen kann.

Die ersten Stunden war Thida auch zu ihrer Kinderstundenleiterin Sithan unhöflich und zeigte keinerlei Interesse an Gott oder der Bibel. Doch das änderte sich schlagartig in Lektion 5 – der Geschichte von Zachäus. «Zachäus war kein guter Mann», erklärt Thida. «Aber als er Jesus kennenlernte, bereute er alles, was er getan hatte.» Das sprach das Mädchen an. Auch sie bereute ihre Lebensweise und übergab ihr Leben Jesus – und ihr Herz begann sich zu verändern.

Sithan konnte es gar nicht glauben: «Sie veränderte sich komplett, sofort», berichtet die 32-Jährige. «Und dann begann sie, mir in der Kinderstunde zu helfen und andere Schüler zu unterstützen.» Auch zu Hause bemerkte man ihre Veränderung. Als sie nach Hause kam, ging sie auf ihre Mutter zu. «Ich sagte meiner Mutter, dass ich sie liebe. Sie fing an zu weinen, denn sie hatte diese Worte noch nie von mir gehört.»

Die Hoffnung Kambodschas

Heute kümmert sich Thida um ihre kleineren Geschwister. Und sie lädt ihre Freunde in die Gemeinde und zu sich nach Hause ein, um ihnen die Geschichten von Jesus weiterzuerzählen. Mittlerweile geht sie sogar mit Sithan und fünf anderen Kindern in das Nachbardorf, um dort den Bibelkurs von «Samaritan's Purse» anderen Kindern beizubringen. Sithan lässt Thida und ihre Freunde Spiele durchführen, den Lobpreis leiten und sogar Geschichten erzählen. Und die Lehrerin kümmert sich intensiv um das Glaubensleben ihrer ehemaligen Schüler. «Ich bin ihre Mentorin. Wir treffen uns zwei bis dreimal im Monat und ich kümmere mich um sie… Ich hoffe, dass diese Kinder zu starken Leitern werden. Sie sind die Hoffnung Kambodschas.»

Für Thidas Eltern ist die Veränderung ihrer Tochter fast unglaublich. «Ich bin so glücklich», sagt Sookcan. «Ich möchte, dass sie weiss, dass wir für sie so hart arbeiten. Wir wollen, dass sie eine gute Zukunft hat.» Und das ist Thida jetzt durchaus bewusst. «Ich möchte ein Mensch sein, der seine Eltern respektiert, Jesus nachfolgt und dem Plan folgt, den Gott für mich vorbereitet hat», erklärt die 13-Jährige.

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