Honig, Ziegen, Evangelium – 79-jähriger Schweizer unterstützt Missionarbeit in Ghana

5.7.2016
3 min

Erich Morf aus Bäretswil hat einen Draht nach Afrika. Regelmässig fliegt er nach Ghana, um einen Pastor zu unterstützen, der seinen Landsleuten Ziegen und die frohe Botschaft bringt. Gemeinsam haben sie eine Kirche und eine Schule aufgebaut.

Seit Jahren lebt der 79-jährige Erich Morf in Bäretswil ZH fast als Selbstversorger. Rund um sein Haus bewirtschaftet er einen grossen Garten und spart Geld für sein Herzensanliegen. In Ghana unterstützt er den afrikanischen Pastor Gilbert, um ihm zu ermöglichen, weiterhin mit dem Motorrad Dörfer seines Stammes im Norden des Landes zu besuchen und den Menschen von Jesus zu erzählen. Gemeinsam haben sie eine Kirche und eine Schule für Arme gebaut, für die Morf immer wieder Geld sammelt. Nun fehlt nur noch ein Teil der Einrichtung, dann können Kindergarten und Primarschule starten.

Pastor Gilbert hat bereits eine ganze Anzahl kleiner Gemeinden gegründet. Diese besucht er regelmässig und berät und begleitet die ausgebildeten Bauernpastoren.

«Gilbert ist von Gott begabt und berufen. Er hat eine ungeheure Energie», erzählt sein Schweizer Freund. «Nun kenne ich auch sein Geheimnis: Jede Nacht steht er um zwei Uhr auf, um zwei Stunden zu beten und auf Gottes Weisung zu hören.» Über die heisse Mittagszeit hole Gilbert dann etwas Schlaf nach, aber ansonsten sei er für seine Familie und Mitmenschen da.

Gross und Klein Jesus verkündigen

Erich Morf ist in Winterthur aufgewachsen, seine Familie gehörte zur EMK, wo er mit 15 Jahren Jesus bewusst in sein Leben integrierte. Später besuchte er das Moody Bible College in Schottland. Er wollte Missionar werden, wurde aber abgelehnt. Also kehrte der 24-Jährige in die Heimat zurück. Nach dem Quereinstieg zum Lehrer und späteren Heilpädagogen heiratete er und gründete eine Familie mit zwei Kindern. Er setzte sich in der EMK als Jungscharleiter und Sonntagsschullehrer ein und war 40 Jahre lang als Laienprediger tätig. Das Ehepaar Morf lebt seit einigen Jahren getrennt.

Volle Kraft in Ghana

Die Bitte einer Freundin, die für Wycliffe in Ghana arbeitete, eröffnete ihm im Jahr 2000 ein neues Betätigungsfeld. Er sollte die Angestellten der Bibelübersetzer in Englisch unterrichten. Hier lernte er Pastor Gilbert kennen, mit dem er zudem als Evangelist unterwegs war. Von da an verbrachte der Bäretswiler jedes Jahr einige Wochen bis Monate in Afrika. Hier traf der rüstige Rentner immer wieder auf Nöte, die er zu lindern versuchte. In Zeiten der Hungersnot kaufte und verteilte er Mais und Reis. In der Regel sind es jedoch Kleinprojekte als Hilfe zur Selbsthilfe, wie Ziegenpaare zur Vermehrung, Werkzeuge für die Feldarbeit oder Bienenkörbe für Witwen, denen der Honig eine Einnahmequelle erschliesst.

In der Schweiz hält Erich Morf Vorträge, um Unterstützung für die Arbeit von Pastor Gilbert zu gewinnen. Er selber spürt, dass er langsam kürzertreten muss. Um sein Projekt auf eine solide Grundlage zu stellen, will er einen Verein gründen. Pastor Gilbert und seine Familie wird er weiterhin persönlich finanziell unterstützen, da sie nur zwanzig Prozent ihres Bedarfs durch die eigene Landwirtschaft erwirtschaften können. Auf die Frage «Wie weiter?» antwortet Erich Morf zuversichtlich: «Gott wird das Werk weiterführen!»

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