Akrobatin ohne Beine mit starker Message

Jen Bricker
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Jen Bricker
17.3.2017
4 min

Jennifer Bricker kommt ohne Beine zur Welt, aber ihre Adoptiveltern machen ihr immer wieder klar: Gott hat dich wunderbar geschaffen, genau so wie du bist. Mit diesem Wissen schafft es die junge Christin, Herausforderungen zu überwinden und ist heute eine weltweit gebuchte Akrobatin. 

Nach meiner Geburt wurde ich zur Adoption freigegeben. Meine Adoptiveltern sind gläubige Christen und von Anfang an überschütteten sie mich mit Liebe. Ganz früh machten sie mir bewusst, dass Behinderung nicht meine Identität ist. Dass ich keine Beine habe, war für sie immer nur ein kleines Detail, so wie ich eben dunkle Haare habe. Wenn man so aufwächst, hat man nicht das Gefühl als wäre man seltsam. Es war nicht schlimm, keine Beine zu haben.

Meine Eltern brachten mir auch bei, das Leben als Herausforderung zu sehen. Ganz gleich ob ich Softball oder Basketball spielen wollte, Bodenturnen oder Rollerskaten, sie trauten mir alles zu. Sie sagten dann, dass ich schon herausfinde, wie ich das machen kann oder schnallten die Rolleskates einfach an meine Hände. Sie ermutigten mich auch, meine grosse Leidenschaft auszuüben: Akrobatik. Und ich war gut darin. In der Highschool trat ich mit Nichtbehinderten an und gewann in meinem Staat die Meisterschaften. Dass ich zu einer Kämpfernatur geworen bin, verdanke ich nicht nur meinen Eltern, sondern auch dem Glauben an Gott. Er hat mir immer geholfen, meine Herausforderungen zu überwinden.

Die Suche nach den leiblichen Eltern

Mit 16 Jahren fragte ich das erste Mal nach, warum ich adoptiert bin. Ich erfuhr, dass meine Eltern Einwanderer aus Rumänien waren und kein Geld für medizinische Versorgung hatten. Dass ich ohne Beine zur Welt gekommen bin, machte ihnen Angst. Aber dann sagten meine Adoptiveltern: «Weisst du, dass Gott das alles geführt hat? Wir haben lange dafür gebetet, dass du in unsere Familie kommst. Du warst unsere Gebetserhörung. Du warst unser Wunder. Wir wollten dich. Es ist gut, dass du bei uns bist.» Und ich musste zugeben, dass sie Recht hatten.

Dann entdeckte ich, dass die Olympische Gold-Medaillengewinnerin Dominique Moceanu meine Schwester ist. Als Kind habe ich sie im Fernsehen bewundert, sie war mein Vorbild. Zu realisieren, dass sie meine Schwester ist, war unglaublich. Ich schrieb sie an und bekam dadurch Kontakt zu meiner leiblichen Familie. Für mich ist es ein Geschenk, meine leiblichen Schwestern zu kennen, aber es war ein Segen, bei meinen Adoptiveltern aufzuwachsen.

Ein Traum wird wahr

Nach der Schule wollte ich hauptberuflich Artistin werden, aber es war von Anfang an ein Kampf. Alle hatte Angst, wie Menschen auf mich reagieren. Niemand wollte mich einstellen. Doch mein Turnpartner glaubte an mich und fing an, Touren für uns zu organisieren. Unser Durchbruch kam dann 2009, als wir ins Team der Welt-Tournee von Britney Spears aufgenommen wurden. Natürlich war ich schon unter Druck, alle Welt würde uns sehen; aber es wurde ein Erfolg.

Zurück in Gottes Arme

Nach der Tournee fiel ich in ein Loch. Plötzlich kamen mir Gedanken, dass ich nicht gut genug und nicht schön genug bin. Ich musste ständig mein Aussehen und mein Gewicht kontrollieren. Die Komplimente anderer zählten nicht mehr. Ich fühlte mich minderwertig und abgelehnt und wusste nicht, wie ich da raus komme.

Es war in der Zeit vor Ostern und ich beschloss zu fasten. Ich verdeckte meinen Spiegel mit einer Kollage aus Fotos von Familie und Freunden und beschloss, 40 Tage lang Gott intensiv zu suchen. Und das Unglaubliche geschah: Während der Fastenzeit realisierte ich, wie viel Freude, Leben und Fröhlichkeit aus dem Spiegel zurückkam. Ich wusste, dass Gott dabei ist, mein Herz zu verändern. Immer wieder sprach ich Bibelverse in mein Leben. Und ich entschied mich für Freude, auch wenn mir nicht danach war. Und mich anzunehmen, auch wenn ich mich so fett und klein fühlte.

Es dauerte eine Weile, aber Gott war mir in dieser Zeit sehr nahe und hat mir geholfen, meine Unsicherheit zu überwinden. Jeden Morgen lese ich in der Bibel und bete. Das ist die Quelle meiner Kraft und meines Mutes. Gott hat mich vor so vielen Dingen bewahrt, mir Stärke und Rückrat gegeben und ich möchte durch mein Leben auch anderen Mut machen, sich für die Liebe Gottes zu öffnen.

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