Patti Boulaye von «Hair» – «Alles was ich tue, geschieht aus einem Grund»

4.3.2017
3 min

In Nigeria geboren, stand Patti Boulaye (63) in Grossbritannien beim Musical «Hair» und weiteren Grossproduktionen auf der grossen Bühne. Einst überlebte sie den Biafran-Krieg in ihrer Heimat. Der Glaube habe sie durchgetragen, sagt die Künstlerin, die einen Teil ihrer Zeit in wohltätige Zwecke investiert.

Kaum jemand fand wohl auf einem vergleichbaren Weg zu einer Musical-Rolle. Bei einem Sight-Seeing-Trip in Londen stellte sich die damals 17-jährige Patti in eine Schlange in der Meinung, die Wartenden würden vor dem Wachsfiguren-Kabinett «Madame Tussauds» auf Einlass warten. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um ein Vorsprechen für eine Rolle im Musical «Hair» handelte – prompt erhielt die talentierte Patti eine Rolle.

Eine erfolgreiche Laufbahn mit Auftritten in mehreren grossen Musicals folgte sowie neun eigene Alben, Filme und Fernsehshows.

Im Zentrum allen Wirkens stehe ihr christlicher Glaube, betont Patti immer wieder. Dieser habe sie auch während des Biafran-Kriegs durchgetragen. Damals, als ein Teil von Südost-Nigeria sich von Nigeria abspalten wollte. «Wir überlebten einen Genozid.»

«Ja» und «Nein» im richtigen Moment

Der Glaube zieht sich durch ihre Lebensgeschichte. Patti wuchs als eines von neun Kindern auf. Den Glauben habe sie durch ihre Mutter kennengelernt: «Jesus war ihr bester Freund.» Jeden Morgen habe ihre Mama die Kinder zum Gebet gerufen. «Das hatte einen grossen Einfluss auf mich. Ich erinnere mich daran, wie meine Schwester einmal während der Anbetungszeit vorgelesen hat. Es hiess, dass das grösste aller Geschenke die Weisheit ist. Als Kind dachte ich, dass ich genau das will.»

Später, sie war gerade 17, folgte der «Hair»-Glückstreffer. Andere boten ihr Champagner mit LSD und Marihuana-Kuchen an. Doch sie habe einen Schutzengel gehabt. «Ich habe den Kuchen einfach angeschaut und 'Nein' gesagt.»

«Himmel!»

Stets wichtig war ihr das soziale Engagement, eigens dazu gründete und präsidiert sie das Werk «Support for Africa». Einst unterbrach sie ihre Karriere für 15 Jahre, um sich vorwiegend für dieses Anliegen einzusetzen.

Einmal bat sie Cliff Richard, bei einem Konzert mitzusingen, das sie für einen wohltätigen Zweck in der Royal-Albert-Hall in London organisierte. Beim Sound-Check stellte Sir Cliff fest, dass er einen 3000-Stimmen-starken Gospel-Chor im Rücken haben würde. «Nach den Proben war er überwältigt und sagte leise: 'Himmel!'»

Patti Boulaye wirkt deutlich jünger als die Anzahl Jahre, die der Blick auf ihr Geburtsdatum freigibt. «Ich halte immer nach offenen Türen Ausschau. Alles was ich tue, geschieht aus einem Grund. Gott baut mich auf, ich spüre das in allem.»

Zur Webseite:
Patti Boulaye

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