Erica Campbell – Apell gegen ein Leben in Angst, bloss das Richtige zu tun

11.10.2019
3 min

Die abendländische Kultur habe das Evangelium verändert, beobachtet Erica Campbell, Sängerin bei «Mary Mary». «Unser Glaube basiert nicht darauf, Jesus zu lieben, sondern das Richtige zu tun.» Sie ermutigt zum Ausbruch und sagt, was aus ihrer Sicht die grösste Lüge Satans ist.Immer achtete Erica Campbell darauf, «dass ich nicht beleidigt wurde, dass die Leute zufrieden mit mir waren und nicht schlecht von mir dachten. Es war ein ständiger Kampf, sich gut genug zu fühlen.»

Als sie älter wurde und selbst innerhalb der Unterhaltungsindustrie tätig war, erkannte sie, dass sie nicht die einzige Frau war, die mit Gefühlen der Unsicherheit, Unzulänglichkeit und Wertlosigkeit zu kämpfen hatte.

«Unsere Kultur hat die Botschaft des Evangeliums verändert. Wir leben ein angstbasiertes Christentum. Unser Glaube basiert nicht darauf, Jesus zu lieben, sondern das Richtige zu tun. Aber die Botschaft des Evangeliums ist, dass Jesus uns genau so liebt, wie wir sind.»

Die Person feiern, die Gott geschaffen hat

Heute ermutigt die Multi-Platin-Gospelsängerin und dreifache Mutter, Frauen zu helfen, Vertrauen in und durch die Kraft Gottes aufzubauen. So auch in ihrem neuen Buch «More Than Pretty» («Mehr als schön sein»), in dem sie bekräftigt, wahre Schönheit nicht in der äusseren Erscheinung zu finden. Vielmehr empfiehlt sie, die Person zu feiern, zu welcher einen Gott gemacht hat.

«Das ist gegen die aktuelle Kultur. Aber ich sage meinen Töchtern, dass Schönheit einen nicht wertvoller macht, man dadurch nicht mehr lieben kann und dass sie einen auch nicht mit Freude erfüllt.» Erica Campbell selbst sei zwar von ihrer Schönheit durch offene Türen begleitet worden, «aber hübsch sein hat mich nicht dort gehalten. Ich blieb dort wegen meines Talents und meiner Professionalität und weil ich von Gott berufen wurde. Das Aussehen ist nur ein kleiner Teil von dem, was du bist.»

Angst- und Depressions-«Epidemie»

Angetrieben durch Social Media, «haben viele Mädchen und Frauen eine verdrehte Sicht auf sich selbst, was zu einer Depressions- und Angst-'Epidemie' führt. Es ist der perfekte Ort, um Unsicherheit und geringes Selbstwertgefühl zu stillen. Es hat Menschen dazu gebracht, ihr Leben in Frage zu stellen. Es gibt so viel Druck, perfekt auszusehen und perfekt zu sein, und das ist verheerend für unser Selbstwertgefühl.»

Es sei ein Risikofaktor für die Entwicklung von Essstörungen, ein starker Einfluss auf die Unzufriedenheit des Körpers sei gegeben.

«Gott wünscht sich, dass Frauen ganzheitlich gesund sind, nicht nur gesund in ihrer Ernährung, sondern auch gesund in ihrer Denkweise. Er will, dass sie ein so hohes Selbstwertgefühl haben, dass sie den Lügen des Feindes nicht glauben. Die grösste Lüge, die Satan uns erzählt, ist, dass wir nicht genügen.»

Nicht auf den Feind hören

Es sei auch wichtig, nicht mehr so zu tun, als habe man alles im Griff. Im Alter von zwölf Jahren habe sie Selbstmordgedanken gehabt. «Ich hörte diese Stimme, aber ich danke Gott dafür, dass in meinem Elternhaus viel gebetet wurde. Denn dadurch wusste ich, dass ich das nicht tun sollte», sagt sie.

Längst wisse Campbell, «dass es der Feind war, der mir schon als junges Mädchen das Leben nehmen wollte». Mit ihrer Offenheit will sie anderen Menschen helfen, denen es ähnlich geht.

Teile diesen Beitrag
Das könnte dich auch interessieren
Story
gaby-stamm-portraet

«Wir haben 52 Söhne bekommen …»

Gaby und David Stamm sind nie Eltern geworden. Trotzdem gehören Kinder zu ihnen und ihr Haus ist immer wieder belebt. Sie nahmen schon mehrfach Menschen in Not auf, manchmal für mehrere Jahre. Und sie beherbergen Wandergesellen auf der Walz.
Story
anna-shammas-im-klassenzimmer

Neun Jahre heimatlos

Das Magazin «Amen» hat in Form von Kurzfilmreportagen festgehalten, wie Menschen in der heutigen Zeit Jesus erleben. Heute berichtet Anna Shammas aus Syrien, wie es ihr erging, als sie in die Schweiz kam.
Story
Craig DeMartino überlebte den Sturz und kann heute wieder klettern

«Gott ist keine Krücke, sondern die Brücke»

Von rund dreissig Metern auf einen Felsen zu stürzen, würde für viele Menschen tödlich enden. Doch Spitzenkletterer Craig DeMartino überlebte den Sturz. Heute klettert er wieder – mit einer Prothese – und tritt als Ermutigungsredner auf.
Story
Mike Flynt

Reue brachte ihn zu einem unglaublichen Comeback

Mit 59 Jahren war Mike Flynt einer der ältesten College-Spieler der Geschichte. Das Durchhaltevermögen des Sohnes eines Kriegshelden – sein Vater war beim D-Day dabei – wurde durch frühe Widrigkeiten geformt.